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Der Venusberg (Tannhauser)

Laut alter Überlieferung ist der Hörselberg in Thüringen ein Wohnort der Frau Holle und des Wilden Jägers (,„Holleberg‘‘). Der bewaldete Berg verfügt über mehrere Höhleneingänge, die volkstümlich als Pforten in die Anderswelt interpretiert werden, in Sonderheit die Venushöhle und die Tannhäuserhöhle:

„Auch ist es geschehn, daß man in früheren Zeiten aus Neugier den Boden vor der Höhle des Hörseelberges glatt gekehrt, und dann am andern Tage dennoch Fußtappen von Menschen und Thieren ın großer Menge davor gefunden hat“. ( Bechstein Ludwig )

In frühneuzeitlichen Texten wird der Hörselberg auch Venusberg genannt, abgeleitet von der römischen Göttin der Liebe und Erotik, wobei Jacob Grimm sich sicher ist:

„Die identität der Holda und der Venus liegen außer zweifel“.

Diese Namensgebung ist ein Hinweis darauf, dass an diesem Ort - gleichwie auf dem Blocksberg - einstmals naturreligiöse Frühlings- und Fruchtbarkeitsriten abgehalten wurden, heidnische Hexensabbate.

Der Holle-  bzw. Venusberg ist auch der Haupthandlungsort der weltberühmten Sage vom Tannhauser (‚der in den Tannen haust‘“): In einer frühneuzeitlichen Volksballade wird geschildert, wie ein Ritter namens Tannhauser an die Pforten der Venushöhle tritt und die holde Hexengöttin um Einlass bittet: Sieben Jahre wird er dort verweilen und sich — in der Liebesgrotte der Frau Venus — heidnischer Erotik hingeben: „Dort blieb er sieben Jahre lang und lebt in Freud’ und Liebe; ein Sünder wurde er genannt, dem der Himmel verschlossen bliebe“. In der romantischen Oper Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg (1845) inszeniert der Komponist Richard Wagner diese Höhlenszene wie eine zügellose Hexenorgie:

„Vor einer nach links aufwärts sich dehnenden Grottenöffnung, aus welcher ein zarter, rosiger Dämmer herausscheint, liegt im Vordergrunde Venus, vor ihr, das Haupt in ihrem Schoße, die Harfe zur Seite, Tannhäuser halb kniend. [...] Aus dem fernen Hintergrunde naht ein Zug von Bacchantinnen, welcher durch die Reihen der liebenden Paare, zu wilder Lust auffordernd, daherbraust. Durch Gebärden begeisterter Trunkenheit reißen die Bacchantinnen die Liebenden zu wachsender Ausgelassenheit hin. Satyre und Faune sind aus den Klüften erschienen und drängen sich jetzt mit ihrem Tanze zwischen die Bacchantinnen und liebenden Paare“.

Mit der Christianisierung Europas im Mittelalter wurde der Hörseberg zu einem Höllenberg umgedeutet (eine Bauernsiedlung am Fuße des Berges heißt noch heute Sättelstädt, das heißt „Satan-Stadt“,) „Das frühe Mittelalter bildete aus der Frau Hulda eine Teufelin, wandelte das Innere des Berges zur Fegefeuerstätte um, und vernahm aus der Bergeskluft das Wimmern und das Klagegeschrei der gepeinigten Seelen, gab davon dem Berge den Namen Hör-Seelen-Berg, und nannte ihn lateinisch Mons horrisonus, der schrecklichtönende Berg“.

Holle, Venus und Diana und all die anderen Hexen galten fortan als Unholdinnen und wurden der Unkeuschheit bezichtigt; man nannte sie daher auch ganea und meretrix: „Hure“. In seiner Geschichte der Philosophie und Religion in Deutschland resümiert Heinrich Heine „Der düstere Wahn der Mönche traf am härtesten die arme Venus; absonderlich diese galt für eine Tochter Belzebubs, und der gute Ritter Tanhüser sagt ihr sogar ins Gesicht: O, Venus, schöne Fraue mein, Ihr seid eine Teufelinne! [-.-] Die arme Diana sogar, trotz ihrer Keuschheit, war vor eınem ähnlichen Schicksal nicht sicher, und man ließ sie nächtlich mıt ıhren Nymphen durch die Wälder ziehen, und daher die Sage von dem wütenden Heer, von der wilden Jagd. Hier zeigt sıch noch ganz dıe gnostische Ansicht von der Verschlechterung des ehemals Göttlichen, und in dieser Umgestaltung des früheren Nationalglaubens manifestiert sich am tiefsinnigsten die Idee des Christentums“.

Aus: Der verteufelte Waldgott
t.me/HueterderIrminsul
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Einfaches Igelhaus

Durch die Kistenform mit Deckel, ist es leicht zu reinigen. So kann man mit geringem Aufwand, Tieren durch die kalte Jahreszeit helfen.

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Bauplan für ein Igelhaus

Durch die Kistenform mit Deckel, ist es leicht zu reinigen. So kann man mit geringem Aufwand, Tieren durch die kalte Jahreszeit helfen.

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Julmond
Dezember

Bedeutung:
Auch kurz „Jul“ genannt. Es handelt sich um den Monat, in den die Zeit des Julfestes und der zwölf Weihe- oder Rauhnächte fällt. Das Julfest war das größte Fest bei den Germanen. Die Arbeit ruhte so lange, bis die Sonne zu neuem Lauf wieder aufstieg. Das Fest der Wintersonnenwende fiel in diesen Monat.

Weitere deutsche Alternativen:
Dustermond, Heiligmond, Heilmond, Jul, Laubriß, Schlachtmond, Wolfsmond

„Einst hatten wir Namen für die zwölf Monde, bei denen wir uns etwas denken konnten. Sie bestanden nicht aus Papier und Blech, sie hatten Leben und Farbe, Blühten wie die Blumen am Rain und ragten wie die Eichbäume des Waldes. Auf dem Boden unserer innersten Eigenart waren sie gewachsen, sie flüsterten zu uns von verborgener Weisheit und rauschten kostbare Geheimnisse.“

- Hermann Löns
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Statement zur RSV- Infektion bei Kindern!