дekoder | DEKODER | Journalismus aus Russland und Belarus in deutscher Übersetzung |
Plötzlich, aber halbherzig gegen häusliche Gewalt
In der russischen Duma haben unerwartet zwei Parteien Gesetzesentwürfe zur Bekämpfung häuslicher Gewalt eingebracht. Womöglich um Aktivistinnen das brisante Thema zu entreißen und es für eigene
Russland hat seit Jahren ein großes Problem mit häuslicher Gewalt. Seit dem Überfall auf die Ukraine werden zudem immer mehr Fälle von Gewalt durch von der Front zurückkehrende Soldaten bekannt.
Anders als in der Vergangenheit scheint die Regierung das Problem nun angehen zu wollen. Gleich zwei Parteien haben in diesem Jahr Gesetzentwürfe vorgelegt, die das Problem lösen sollen.
Zumindest für verheiratete Frauen, Frauen mit Kindern – und Männer.
Aber Schläge sollen nicht mehr als physische Gewalt gelten.
Und gleichzeitig soll es höhere Strafen für Verleumdung geben.
Wie sind diese überraschenden Vorschläge zu bewerten? Ein Expertinnengespräch.
Anders als in der Vergangenheit scheint die Regierung das Problem nun angehen zu wollen. Gleich zwei Parteien haben in diesem Jahr Gesetzentwürfe vorgelegt, die das Problem lösen sollen.
Zumindest für verheiratete Frauen, Frauen mit Kindern – und Männer.
Aber Schläge sollen nicht mehr als physische Gewalt gelten.
Und gleichzeitig soll es höhere Strafen für Verleumdung geben.
Wie sind diese überraschenden Vorschläge zu bewerten? Ein Expertinnengespräch.
👍2
Vorweihnachtszeit ist Nussknacker-Zeit:
Kein Opernhaus verzichtet in den Wochen vor Weihnachten auf Aufführungen des Märchen-Balletts von Pjotr Tschaikowski.
Wir schon! Auf dekoder gibt es stattdessen den Schwanensee – nicht als Spitzentanz, sondern als Protestsong.
(aus unserem Archiv)
Kein Opernhaus verzichtet in den Wochen vor Weihnachten auf Aufführungen des Märchen-Balletts von Pjotr Tschaikowski.
Wir schon! Auf dekoder gibt es stattdessen den Schwanensee – nicht als Spitzentanz, sondern als Protestsong.
(aus unserem Archiv)
дekoder | DEKODER | Journalismus aus Russland und Belarus in deutscher Übersetzung |
Schwanensee – Ballett, Requiem und Protestsong
Pjotr Tschaikowskis Ballett Schwanensee ist in Russland eine historische Referenz – Requiem für sowjetische Staatsmänner und Begleitmusik zum Untergang der Sowjetunion selbst. Mahnung an die
❤3👍2
Noch Geschenke gesucht?
Verschenke eine Mitgliedschaft im dekoder-Klub und unterstütze damit unsere Arbeit!
👉 https://www.dekoder.org/de/weihnachtsaktion
Verschenke eine Mitgliedschaft im dekoder-Klub und unterstütze damit unsere Arbeit!
👉 https://www.dekoder.org/de/weihnachtsaktion
Ich verpasse euch Elektroschocks, und ihr müsst rufen, dass ihr glücklich seid.“ Also gaben sie uns Elektroschocks, und wir schrien: „Wir sind glücklich! Wir sind glücklich!“ Als der Strom abgestellt wurde, fingen sie wieder an: „Schreib das Geständnis.
Eigentlich wünschen wir Euch ein frohes Weihnachtsfest. Aber Weihnachten ist auch ein Tag, an dem wir an Mitmenschen in Not denken.
Von uns deshalb kurz vor den Feiertagen eine Leseempfehlung mit quälend detaillierten Berichten darüber, wie das russische Strafsystem ukrainische Kriegsgefangene foltert, um „Geständnisse“ zu erzwingen und Strafverfahren einleiten zu können.
Wir wünschen eine besinnliche Weihnachtszeit – mit Raum für die Realitäten der Menschen in Not.
❤7
Die Grenzregion zwischen Polen und Belarus – ein Kontaktraum, in dem sich seit Jahrhunderten unterschiedliche Kulturen vermischen und so vermeintlich klar konturierte Identitäten verschwimmen.
Für die polnische Fotografin Monika Orpik symbolisiert dieser Raum ein „Dazwischensein“ – einen Zustand, in dem sich auch Flüchtlinge bewegen, wenn sie nirgendwo zuhause sind.
In ihrer Fotoserie taucht Orpik in diesen Zustand ein und lotet ihn fotografisch aus.
Passend zur biblischen Weihnachtsgeschichte, in der es bekanntlich auch um eine Familie auf der Flucht geht, zeigen wir eine Auswahl ihrer Bilder.
Für die polnische Fotografin Monika Orpik symbolisiert dieser Raum ein „Dazwischensein“ – einen Zustand, in dem sich auch Flüchtlinge bewegen, wenn sie nirgendwo zuhause sind.
In ihrer Fotoserie taucht Orpik in diesen Zustand ein und lotet ihn fotografisch aus.
Passend zur biblischen Weihnachtsgeschichte, in der es bekanntlich auch um eine Familie auf der Flucht geht, zeigen wir eine Auswahl ihrer Bilder.
❤4
This media is not supported in your browser
VIEW IN TELEGRAM
Ab dem 25. Dezember feiert Belarus für mehrere Tage „Kaljady“: Eine besondere Art des Weihnachtsfestes, bei dem sich heidnische und christliche Rituale und Glaubensvorstellungen vermischen.
Weihnachten auf Belarussisch – ein dekoder-Special voller Weihnachtswunder.
Weihnachten auf Belarussisch – ein dekoder-Special voller Weihnachtswunder.
🔥2❤1
Um sich vor Drohnenangriffen zu schützen, spannen ukrainische Truppen Netze über ihre Stellungen und Technik. Aber spezielle Schutznetze sind teuer, deshalb sammeln freiwillige Helfer tonnenweise ausgemusterte Fischernetze aus europäischen Häfen und bringen sie an die Front.
Auch russische Händler interessierten sich schon für die bunten Netze, die ursprünglich auf Recycling oder Entsorgung warteten.
Eine Foto-Reportage von Frontliner.
Auch russische Händler interessierten sich schon für die bunten Netze, die ursprünglich auf Recycling oder Entsorgung warteten.
Eine Foto-Reportage von Frontliner.
👍2❤1
дekoder | DEKODER
Russland und der Kolonialismus - дekoder | DEKODER
Kolonialimperien – das sind immer die anderen? Der russländische Staat hat seit dem 16. Jahrhundert sein Territorium bis auf das 22-Fache vergrößert. Von der Eroberung Sibiriens bis zur angeblichen „Brüderlichkeit der Sowjetvölker“ zeigt sich die Kontinuität…
Seit dem 16. Jahrhundert hat Russland sein Territorium um das 22-fache vergrößert: Der Krieg gegen die Ukraine führt heute einen russischen Kolonialismus fort, der von der Eroberung Sibiriens bis zur Annexion osteuropäischer Länder als sowjetische Satellitenstaaten reichte.
Auch russische Aktivist*innen kämpfen nun darum, diese Kolonialgeschichte aufzudecken und zu stoppen.
Ein Schritt, der neue Handlungsoptionen für eine erstarrte Gesellschaft aufzeigen könnte: eine Dekolonialisierung als Kampf russländischer „Anderer“ für Unabhängigkeit und wachsende Unterstützung für die Ukraine.
Auch russische Aktivist*innen kämpfen nun darum, diese Kolonialgeschichte aufzudecken und zu stoppen.
Ein Schritt, der neue Handlungsoptionen für eine erstarrte Gesellschaft aufzeigen könnte: eine Dekolonialisierung als Kampf russländischer „Anderer“ für Unabhängigkeit und wachsende Unterstützung für die Ukraine.
👍6
Am 1. Dezember 2024 gab es in Belarus 1143 Medien. Davon waren 542 staatlich und 601 privat. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der Nichtstaatlichen von fast 1300 im Jahr 2020 mehr als halbiert.
Denn: Unabhängige Medien werden als „extremistisch“ eingestuft, Journalist*innen fliehen ins Exil – oder werden verhaftet und zu Freiheitsstrafen verurteilt, den Abonnent*innen drohen Administrativstrafen, die zum Verlust des Arbeitsplatzes führen können.
Welche Perspektiven hat die belarussische Medienbranche unter diesen Bedingungen? Eine Analyse.
Denn: Unabhängige Medien werden als „extremistisch“ eingestuft, Journalist*innen fliehen ins Exil – oder werden verhaftet und zu Freiheitsstrafen verurteilt, den Abonnent*innen drohen Administrativstrafen, die zum Verlust des Arbeitsplatzes führen können.
Welche Perspektiven hat die belarussische Medienbranche unter diesen Bedingungen? Eine Analyse.
❤3
In Russland sind queere Menschen – oft seit ihrer Kindheit – Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt, auch in der eigenen Familie.
Seit dem Verbot angeblicher „Propaganda von Homosexualität“ im Jahr 2013 nehmen Repressionen stetig zu. Der Krieg gegen die Ukraine normalisiert Queerphobie weiter. Seit 2023 gilt eine ausgedachte „internationale öffentliche LGBTQ+-Bewegung“ als extremistische Organisation.
Vielen wird klar: Sie müssen schleunigst weg.
Der Fotograf Sergei Stroitelev porträtiert sieben queere Paare, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben und ein neues Leben beginnen:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/fotografie-sergei-stroitelev-lgbtq-exil
Fotos: Sergei Stroitelev, aus der Serie: „Dreamers: Queer Refugees from Russia in Germany“, 2024
Bildredaktion: Andy Heller, andy-heller.de
Seit dem Verbot angeblicher „Propaganda von Homosexualität“ im Jahr 2013 nehmen Repressionen stetig zu. Der Krieg gegen die Ukraine normalisiert Queerphobie weiter. Seit 2023 gilt eine ausgedachte „internationale öffentliche LGBTQ+-Bewegung“ als extremistische Organisation.
Vielen wird klar: Sie müssen schleunigst weg.
Der Fotograf Sergei Stroitelev porträtiert sieben queere Paare, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben und ein neues Leben beginnen:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/fotografie-sergei-stroitelev-lgbtq-exil
Fotos: Sergei Stroitelev, aus der Serie: „Dreamers: Queer Refugees from Russia in Germany“, 2024
Bildredaktion: Andy Heller, andy-heller.de
👏4👍1
Danke, liebe dekoder-Leser*innen, für Euer Vertrauen im bald schon vergangenen Jahr!
Wir werden natürlich weiter mit aller Kraft Russland, Belarus und die Ukraine für Euch entschlüsseln. Auf dekoder.org lest ihr auch 2025, was in den deutschsprachigen Medien sonst zu kurz kommt!
Wir werden natürlich weiter mit aller Kraft Russland, Belarus und die Ukraine für Euch entschlüsseln. Auf dekoder.org lest ihr auch 2025, was in den deutschsprachigen Medien sonst zu kurz kommt!
👏6❤1
Woher kommt die Unterstützung für Russland im Osten der Ukraine?
Der ukrainische Journalist Danylo Bumazenko erforscht am Beispiel seines Opas, wie sich die russische Weltsicht im Donbas ausbreitete.
Eine Leseempfehlung unserer dekoder-Redakteurin Peggy Lohse:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
Der ukrainische Journalist Danylo Bumazenko erforscht am Beispiel seines Opas, wie sich die russische Weltsicht im Donbas ausbreitete.
Eine Leseempfehlung unserer dekoder-Redakteurin Peggy Lohse:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
❤1
Längst Vergangenes empfinde ich heute oft, als sei es gestern gewesen, und die Gegenwart, als sei sie eine Wiederholung.
Seit der Siegeserklärung des Usurpators nach den letzten Wahlen hat ein neuer Durchlauf begonnen.
Anka Upala ist eine bekannte zeitgenössische belarussische Schriftstellerin.
In ihrem Essay für unser Projekt Belarus – Spurensuche in der Zukunft mit der S. Fischer Stiftung fragt sie sich, was vom Wandlungsprozess seit 2020 geblieben ist. Und ob sich die Endlosschleife der Geschichtswiederholung auflösen lässt.
дekoder | DEKODER | Journalismus aus Russland und Belarus in deutscher Übersetzung |
Europas Waisen
„Wer seid ihr?“ – Diese Frage stand im Raum, als die Belarussen 2020 für kurze Zeit in der Weltöffentlichkeit standen. Für unser Projekt Spurensuche in der Zukunft fragt sich die Schriftstellerin
❤2
‚Terra incognita‘ oder ‚russische Provinz‘ – das sind die Stigmata, die Belarus anhaften.
Das Land ist ein weißer Fleck in Osteuropa, ein Land, das von den europäischen Ländern oft übersehen wird, das ihnen manchmal sogar egal zu sein scheint. So egal, dass etwa beim großen Gefangenenaustausch zwischen Russland, den USA, Deutschland und anderen Ländern im August 2024 niemand von den fast 1400 politischen Häftlinge in Belarus berücksichtigt wurde.
Wir haben das Land vor einigen Jahren in unser Entschlüsselungs-Repertoire aufgenommen. Für alle, die wenig über Belarus wissen – oder gut informiert sind, sich aber ärgern, dass in deutschsprachigen Medien kaum Stimmen aus dem Land zu hören sind.
👉 dekoder.org/de/schlagworte/belarus
Wenn euch unsere Arbeit gefällt, unterstützt uns gern – wir freuen uns über jedes Like, jeden geteilten Post und jede Spende an die Redaktion.
👉 dekoder.org/de/spenden
Danke und Dsjakuj!
Das Land ist ein weißer Fleck in Osteuropa, ein Land, das von den europäischen Ländern oft übersehen wird, das ihnen manchmal sogar egal zu sein scheint. So egal, dass etwa beim großen Gefangenenaustausch zwischen Russland, den USA, Deutschland und anderen Ländern im August 2024 niemand von den fast 1400 politischen Häftlinge in Belarus berücksichtigt wurde.
Wir haben das Land vor einigen Jahren in unser Entschlüsselungs-Repertoire aufgenommen. Für alle, die wenig über Belarus wissen – oder gut informiert sind, sich aber ärgern, dass in deutschsprachigen Medien kaum Stimmen aus dem Land zu hören sind.
👉 dekoder.org/de/schlagworte/belarus
Wenn euch unsere Arbeit gefällt, unterstützt uns gern – wir freuen uns über jedes Like, jeden geteilten Post und jede Spende an die Redaktion.
👉 dekoder.org/de/spenden
Danke und Dsjakuj!
❤5
Ehemalige Inhaftierte beschreiben die Zustände in belarussischen Gefängnissen oft als unmenschlich. Eine Erfahrung, die in Haft als besonders schwer, gar als ‘endlose Erniedrigung’ erlebt wird: die Menstruation.
Frauen berichten von stärkeren Schmerzen, längeren Blutungen – und der Verweigerung medizinischer und hygienischer Versorgung. Zum Ersatz von Binden und Tampons dienen Toilettenpapier, Socken und sogar Brot.
Die Journalistin und Aktivistin Jewgenija Dolgaja hat für Meduza Berichte über die Regelblutung in Haft aufgeschrieben. Zur Illustration stellte die Fotografin Volya die Berichte in Videos und Fotos nach:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/belarus-frauen-haft-menstruation
Frauen berichten von stärkeren Schmerzen, längeren Blutungen – und der Verweigerung medizinischer und hygienischer Versorgung. Zum Ersatz von Binden und Tampons dienen Toilettenpapier, Socken und sogar Brot.
Die Journalistin und Aktivistin Jewgenija Dolgaja hat für Meduza Berichte über die Regelblutung in Haft aufgeschrieben. Zur Illustration stellte die Fotografin Volya die Berichte in Videos und Fotos nach:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/belarus-frauen-haft-menstruation
👍4❤2😢1
Für den russischen Staat ist die „russische Kultur“ eine Art heilige Kuh, die – warum auch immer – permanent vor dem drohenden Untergang bewahrt werden müsse. Die Staatsvertreter gaben sich jahrelang alle Mühe, sich selbst und alle um sie herum zu konservieren, alles Lebendige aus der Kulturszene zu vertreiben – mit „Erfolg“. Übrig geblieben ist patriotischer Kitsch.
Dabei hat sich der Staat am Ende selbst geschadet, wie der Journalist Pawel Kanygin in seiner Musik- und Kulturkritik für Prodolshenije Sledujet resümiert:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/russland-musik-kultur-kritik
Dabei hat sich der Staat am Ende selbst geschadet, wie der Journalist Pawel Kanygin in seiner Musik- und Kulturkritik für Prodolshenije Sledujet resümiert:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/russland-musik-kultur-kritik
👍2