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dekoder.org bringt russischen und belarusischen Journalismus und wissenschaftliche Kompetenz aus europäischen Universitäten auf eine gemeinsame Plattform. Hier finden Sie die neusten Beiträge!
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Das gemeinsame Erbe des Großfürstentums Litauen sorgt für Spannungen zwischen Belarussen im Exil und Litauen. Dies betrifft auch die Beziehungen zwischen der litauischen Gesellschaft und der belarussischen Opposition.

Doch was genau ist dieser „Litwinismus“, der im Konflikt eine zentrale Rolle spielt? Und warum kann er beiden Ländern schaden, während Russland davon profitiert?

Der belarussische Politologe Pjotr Rudkowski erklärt, was es mit dem komplexen Streitthema auf sich hat – und warum es dringend eine gemeinsame Lösung braucht:

👉 https://www.dekoder.org/de/article/belarus-litwinismus-geschichte-narrative-litauen
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Vergangene Woche hat das Lukaschenko-Regime in Belarus unter 30 – teils internationalen – Romanen auch zwei Bücher von Sascha Filipenko als „für den Staat und die nationalen Interessen womöglich schädlich“ verboten.

Betroffen ist einerseits der Roman „Rote Kreuze“ über heimkehrende Kriegsgefangene nach dem Zweiten Weltkrieg, die per Erlass von Stalin damals sofort in Lagerhaft gesteckt wurden. Die Protagonistin, eine alte Dame, erzählt ihr Leben und schließt sich letztlich einem Protest gegen Autobahnbau an der Gedenkstätte Kurapaty an.

🐘 Außerdem verboten ist Filipenkos neuester Roman „Slon“ („Der Elefant“, erscheint im Frühjahr auf Deutsch, Übersetzung: Ruth Altenhofer).
Genau dazu empfehlen wir Euch noch einmal dieses aktuelle Meduza-Interview mit dem Autor:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/belarus-sascha-filipenko-interview-elefant
Russland unterdrückt in den besetzten ukrainischen Gebieten jede auch nur potenziell kritische Haltung gegenüber seinem Besatzungsregime. Dabei werden auch zivile Angehörige von ukrainischen Soldaten verhaftet, verschleppt, gefoltert und in Schauprozessen wegen angeblicher Spionage zu langen Haftstrafen in russische Gefängnisse gesteckt.

The Insider hat die Fälle dreier Frauen rekonstruiert und dokumentiert, die Russland in „Sippenhaft“ genommen hat:

👉 https://www.dekoder.org/de/article/ukraine-besatzung-gefangene-frauen-folter

⚠️ Dieser Artikel enthält drastische Gewaltdarstellungen.
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„Charkiw fungiert nicht nur als Abwehrschild. Es ist ein ‚Dialekt‘ der Kultur, eine bemerkenswerte Form der ukrainischen Identität, die nicht nur Bücher druckt, sondern gleich eine ganze Zukunft.“


Charkiw spielt seit jeher eine bedeutende Rolle für die ukrainische Literatur: für Buchdruck und Bücher, Theater und Presse – besonders jetzt im Krieg.

Die besonderen Wechselwirkungen zwischen Literatur und Metropole beschreibt der Politikwissenschaftler Ruslan Zaporozhchenko von der Karasin-Universität in Charkiw in seiner persönlichen, essayistischen dekoder-Gnose:

Charkiw – Frontstadt des Wortes und des Widerstands | дekoder
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Was für ein Abend!

Wir haben uns inzwischen (emotional und körperlich) von dieser wunderbaren Feier zu 10 Jahren dekoder.org erholt, sind noch ganz selig – und hoffen, ihr hattet vergangene Woche genauso viel Spaß wie wir!

An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes DANKE an euch alle:
für 10 Jahre Lesen, Unterstützen, Teilen, Mitarbeit und Begleitung – und für diesen großartigen Abend im Club der polnischen Versager in Berlin!

DANKE an all euch dekoderщiki da draußen! ❤️
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In Russlands Krieg gegen die Ukraine gibt es keine Frontlinie im herkömmlichen Sinne mehr. Stattdessen gibt es eine Todeszone, beherrscht von unterschiedlichen Drohnen.

texty.org.ua bringt ein aufwendiges Special über die kilometerbreite „Kill Zone“, in der Unterstände, Netze und schlechtes Wetter vor dem Tod schützen sollen.

Eine Leseempfehlung von dekoder-Redakteurin Peggy Lohse.
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Mehr als 50 Gefangene hat das Lukaschenko-Regime vor gut einem Monat frei gelassen – nur um sie im Anschluss zwangsweise aus dem Land zu schaffen.

Das Foto des bekannten Oppositionellen Mikalaj Statkewitsch – einsam am Grenzübergang zwischen Belarus und Litauen, aus dem Deportationsbus geflohen, um der Zwangsausweisung zu entgehen – ging damals durch die Medien.

Auch die Journalistin Laryssa Schtschyrakowa saß in einem der Deportationsbusse:

Ich wurde wie ein verlaustes Kätzchen aus dem Land geworfen. Hätte man mich gefragt, dann hätte ich Absitzen und Bleiben gewählt.


Warum?
Das erzählt die Journalistin dem belarussischen Exilmedium Mediazona BY.
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Nach einem Jahr durfte ich auf Heimurlaub, da tauchten nach und nach seltsame Nachrichten auf. Zuerst glaubte ich nicht daran. Ich las zum Beispiel, dass belarussische Beamte an der litauischen Grenze, wo ich diente, Migranten nach Europa schleusen.

Als ich aus dem Urlaub zurückkam, wirkte erst alles ganz normal. Später verstand ich, dass die Nachrichten, die ich auf Urlaub gelesen hatte, stimmten – und ich das jetzt mit eigenen Augen sehen würde.


Das Onlinemedium The Insider hat mit einem ehemaligen belarussischen Grenzsoldaten – und Schleuser – über seine Erfahrungen an der belarussisch-litauischen Grenze gesprochen.
Ebenso mit einem Geflüchteten, der mithilfe belarussischer Behörden die Grenze nach Europa überquerte:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/belarus-eu-flucht-grenze-interview

Einmal sahen wir abends im Fernsehen Lukaschenko , er schrie dort: „Zeigt mir die Leute her, die da Menschen über die Grenze schleusen!“ Ich sitze da und denke: Das bin doch ich, hier sitze ich. In diesem Moment gab mir das sehr schwer zu denken, wie oft mein Präsident eigentlich lügt.
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Putins Erzählung vom „dreieinigen Volk“ behauptet, dass Russen, Belarussen und Ukrainer seit der mittelalterlichen Rus ein gemeinsames Volk seien.
Eine Erzählung, die gleichzeitig russische Übermacht legitimieren will – sowie deren gewaltsame Durchsetzung.

In einem detaillierten Tieftauchgang in die Geschichte erklärt der Historiker Andrej Doronin, was wirklich über die Jahrhunderte passierte – und warum Putins Geschichtsversion ein Mythos ist.
Andrzei Poczobut wird vom Europäischen Parlament mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit ausgezeichnet.
Die Auszeichnung wird ihm in Abwesenheit verliehen, denn der belarussische Journalist befindet sich aktuell in Haft. Er wurde 2021 verhaftet und 2023 zu acht Jahren Haft verurteilt.

Dabei ist er nicht allein: 28 weitere Medienschaffende befinden sich derzeit in Belarus hinter Gittern. Unzählige Medien wurden zerschlagen und ins Exil gedrängt.

Wie steht es um die unabhängigen Medien in Belarus – und im Exil?
Eine Analyse von Pozirk:


👉 https://www.dekoder.org/de/article/belarus-pressefreiheit-medien-exil-korosten

(Archiv-Text)
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Sie hacken erfolgreich staatliche Systeme von Belarus und Russland, veröffentlichen Unmengen an Daten von Unterstützer·innen des Regimes, legen Infrastruktur lahm und erbeuten sensible militärische Information, um diese an die Ukraine weiterzugeben.
Ihr Ziel: ein freies Belarus und eine freie Ukraine.

Sie – das sind die Cyberpartisanen, die wohl geheimste Widerstandsgruppe aus Belarus:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/belarus-cyberpartisanen-widerstand-geschichte-kodex
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In der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 1937 ermordete die sowjetische Geheimpolizei in Belarus 132 Menschen – darunter viele Dichter und Schriftsteller.
Ihre Leichen wurden in Kurapaty vergraben.

Lange Zeit lag über der Tatsache, dass nicht nur Hunderte, sondern sogar Zehntausende Belarussinnen und Belarussen unter Stalin ermordet und in Kurapaty verscharrt wurden, der Mantel des Schweigens – und der Vergessenheit.

Seit einigen Jahren nun hat sich in Belarus rund um die Ereignisse in der „Nacht der erschossenen Dichter” eine neue grassroot-Erinnerungskultur entwickelt:

👉 Mehr dazu auf dekoder.org

Außerdem: 👉 ein Special zum Thema

Und in Berlin: 👉 eine Veranstaltung zum Thema mit zeitgenössischen Größen der belarussischen Literaturszene zu Gast
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In drei Jahren Krieg sind russisch besetzte Gebiete der Ukraine de facto zum „rechtsfreien Raum“ geworden. „Wilder Westen“ nennen die russischen Soldaten selbst die Besatzungszone, in der sie oft ungestraft sexuelle Beziehungen zu ukrainischen Mädchen unterhalten, Vergewaltigungen schönreden – und manchmal langfristige Beziehungen mit den ukrainischen Mädchen eingehen:

Geil für sie und geil für uns. Was, Gesetz? Das hier ist der wilde Westen. Du kannst umgelegt werden oder in einen Keller verschleppt, aber nur wenn du Scheiße baust. Wenn du ein Weib fickst und sie dich anzeigt, passiert gar nichts. Einem Weib glaubt hier sowieso keiner.
„Ein Evangelium nach Anatolii würde folgendermaßen beginnen: Am Anfang war der Befehl. Und der Befehl war einfach: Wache schieben.“

Doch dann passierte dem ukrainischen Soldaten Anatolii „London“ Ossuchowsky in nur 48 Stunden alles in einem Fronteinsatz Mögliche: Angriff, Rückzug, Gefangenschaft, Flucht, Krankenhaus.

Die Ukrajinska Prawda hat Ossuchsowskys schicksalhafte Geschichte dokumentiert, dekoder veröffentlicht sie auf Deutsch:

👉 https://www.dekoder.org/de/artcle/ukraine-krieg-reportage-fronteinsatz
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Seit seiner Freilassung und Abschiebung aus Belarus im Juni stürzt sich Sergej Tichanowski in unterschiedliche Aktivitäten, die immer wieder Diskussionen auslösen. Welche Perspektiven hat der einstige Unternehmer und Blogger nach jahrelanger politischer Haft in der neuen Realität der belarussischen Opposition?

🗣️ Das Onlineportal Meduza hat mit Intellektuellen und Wegbegleitern gesprochen, die versuchen, Tichanowskis neuen Lebensweg einzuordnen:
👉 https://www.dekoder.org/de/article/belarus-tichanowski-exil-opposition-orientierung
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Seit genau fünf Jahren entschlüsseln wir auch Belarus. Mit unserem Quiz kannst du herausfinden, ob das dekoder-Wissen dich bereits zum Belarus-Nerd gemacht hat.
Zhadajem pospechau i nowych wedau! Wir wünschen viel Erfolg und neue Erkenntnisse!

https://specials.dekoder.org/belarus-quiz/
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Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine gibt es an vielen russischen Hochschulen (oft kostenfreie) Kurse und Fächer rund um „Kriegsjournalismus“:
Laut Studienbeschreibungen sollen Studierende lernen, wie Journalismus unter den Bedingungen eines bewaffneten Konflikts funktioniert, welche rechtlichen und ethischen Besonderheiten auf sie warten und wie sie sich im Krisengebiet sicher verhalten.

Der Journalistenverband der Russischen Föderation führt außerdem seit einigen Jahren Kurse durch, bei denen angehende Kriegsreporter·innen zu Übungszwecken „gefangengenommen“ und dann gefesselt und mit einem Sack über dem Kopf zum Verhör geführt werden.
Auch für Minderjährige gibt es einschlägige Ausbildungsangebote.

Das Medium Ljudi Baikala hat die Erfahrungen einer 19-jährigen „Kriegsjournalismus“-Studentin aufgeschrieben:
Ich bin nicht mit allem einverstanden, das an der Uni und im Land passiert, aber ich finde mich damit ab. Ich schweige lieber, bis ich meinen Abschluss habe.

– die 19-jährige „Kriegsjournalismus“-Studentin Maria

Den ganzen Artikel jetzt auf Deutsch auf dekoder.org.
Und hier geht`s zum Original auf Russisch.
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Lukaschenko will im neuen Historischen Nationalmuseum in Minsk seine „Helden der Geschichte“ verewigen – sorgfältig ausgewählt nach dem Motto: „Man muss wissen, wer Held und wer Feind ist.“

Der belarussische Journalist und Propaganda-Experte Pavlyuk Bykovsky analysiert, wen Lukaschenko neuerdings zum Helden erhebt, welche etablierten Persönlichkeiten er vom Sockel stößt und was das mit Russland und einem Lukaschenko-Kult zu tun hat:
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Seit zehn Jahren ist dekoder online – und genauso lange begleitet uns schon unsere aktuelle Website in Rot und Blau.
Nach einem Jahrzehnt darf’s nun mal was Neues sein: übersichtlicher, sortierter, praktischer und schicker.

In den letzten Monaten haben wir also nicht nur Geburtstag gefeiert, sondern dekoder auch ein frisches Design verpasst.

Heute gibt’s eine kleine Preview, nächste Woche den großen Relaunch:
dekoder in Neonmintgrün und Dunkellila – gewohnt fundiert, aber moderner und nutzerfreundlicher als je zuvor.

Wir freuen uns riesig drauf – und hoffen, euch gefällt’s genauso, wie uns!



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