dekoder.org – Telegram
dekoder.org
505 subscribers
564 photos
29 videos
1.52K links
Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

Dieser Channel wurde bis auf weiteres stillgelegt. -> Folge unseren Inhalten über Insta, FB, bsky - oder über unseren Newsletter!
Download Telegram
Wohin driftet die belarussische Gesellschaft mehr als drei Jahre nach den historischen Protesten, im Zuge von Repressionen und Krieg? Wie ist die Stimmung unter den Belarussen?

Dies haben Soziologen für eine neue Studie untersucht. Das belarussische Online-Medium Reform.by hat sich die Ergebnisse der Forschungsarbeit angeschaut und konstatiert: „In Belarus sind zwei unversöhnliche Lager entstanden.”👇

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-nationale-identitaet-studie-polarisierung
👍1
Statistisch gesehen, sind Proteste in Autokratien eher zum Scheitern verurteilt. Dass demokratischer Widerstand unterliegt, heißt aber nicht, dass er sinnlos wäre – oder gar abwesend, argumentiert Margarita Sawadskaja.

In ihrem Beitrag zu unserem Protest-Special räumt sie mit gängigen Russland-Klischees auf und zeigt, wozu die russische Antikriegsbewegung trotz massiver Repression noch fähig ist:

https://specials.dekoder.org/freiheit-protest/russland/
Laut Meinungsumfragen sind über 80 Prozent der Russen für Putin und Krieg. Der Rest, so heißt es oft, sei entweder geflohen oder sich ohnmächtig verkrochen. Deshalb gebe es in Russland auch keine nennenswerte Antikriegsbewegung mehr.

Was an dieser Rechnung nicht stimmt, dröselt Margarita Sawadskaja in einem Beitrag für unser Protest-Special auf:

https://specials.dekoder.org/freiheit-protest/russland/
Eine Geschichte, die für kalte Winterabende geschrieben ist: „Die Feldlerche” (1914) stammt aus der Feder der belarussischen Schriftstellerin und Aktivistin Alaisa Paschkewitsch (1876–1916) unter ihrem bekanntesten Pseudonym Zjotka. Sie erzählt von Belarus, der Natur und vom Leben auf dem Dorf.

dekoder hat die Kurzgeschichte für euch übersetzt:

https://specials.dekoder.org/de/belarus-literatur/zjotka-feldlerche/
Nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine saß der Schock tief. Europa und die ganze freie Welt fühlten sich bedroht.

Im zweiten Jahr des Krieges hat sich Europa offenbar an den Krieg in der Nachbarschaft gewöhnt. Der Zusammenhalt bröckelt.
Dazu hat auch der neue Krieg im Nahen Osten beigetragen, argumentiert Alexander Baunow von der Carnegie-Stiftung:

https://www.dekoder.org/de/article/die-grosse-relativierung-der-krieg-im-zerbrochenen-spiegel
👍1
Die einstigen Kolonialmächte Europas hinterlassen in Afrika eine Leerstelle, in die jetzt Russland vorstößt: Wladislaw Inosemzew über die wachsenden wirtschaftlichen und geopolitischen Ambitionen Moskaus auf dem Kontinent:

https://www.dekoder.org/de/article/afrika-kreml-ambitionen-wagner
1
Die Angst im Nacken: Belarussen, die ins Ausland geflohen sind, spielen nicht selten mit dem Gedanken, in die Heimat zurückzukehren. Die Gründe können vielfältig sein.
Allerdings ist die Gefahr groß, dabei im Gefängnis zu landen.

Das Online-Medium Zerkalo hat die Berichte zweier Belarussen aufgeschrieben, die eine Rückkehr gewagt haben:

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-emigration-heimkehr-angst-repressionen
84 Menschen wurden nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Wjasna am gestrigen Dienstag in Belarus festgenommen. Darunter Angehörige von politischen Gefangenen.

„Die Unfähigkeit, rechtzeitig zu begreifen, dass frühere Tabus nicht mehr aktuell sind, hat viele Belarussen die Freiheit gekostet”, schreibt Artyom Shraibman in seiner Analyse der immer weiter um sich greifenden Repressionsmaschinerie. Ein Text aus dem dekoder-Archiv:

https://www.dekoder.org/de/article/shraibman-belarus-repressionen-gewalt
Herzlich Willkommen, lieber Julian!

dekoder begrüßt den Journa­listen und Russland-Kenner Julian Hans als Redakteur im Team. Seit Beginn des Jahres bereichert der ehemalige Zeit-Redakteur und langjährige Korres­pondent der Süd­deutschen Zeitung in Moskau die Arbeit von dekoder mit seiner fundierten Russland-Expertise.

„Julian ist einer der besten Russland-Experten im deutsch­sprachigen Raum. Seine Kom­petenz und Pro­fessiona­lität stärkt unsere Stellung als eine wichtige Stimme im deutschen Russland- und Belarus-Diskurs“, sagt dekoder-Geschäftsführer Anton Himmelspach. „Dass sich Julian für dekoder entschie­den hat, zeigt auch, dass wir uns zu einer festen Größe im deutsch­sprachigen Medien­raum entwickelt haben.“

Mehr über die Gesichter hinter dekoder findet ihr auf unserer Homepage:

https://www.dekoder.org/de/mehr-ueber-uns
👍4👏3
Scham und Stolz zur gleichen Zeit: Eine Mehrheit der Russinnen und Russen empfindet laut Meinungsumfragen gleichzeitig Scham und Stolz, wenn es um das eigene Land geht.
Scham, weil sie trotz der ungeheuren Ressourcen Russlands in vergleichsweise ärmlichen Verhältnissen leben.
Und Stolz, weil Russland eine Weltmacht ist, vor der sich andere fürchten.

Der Soziologe Lew Gudkow erklärt, wie beide Gefühle zusammenhängen und wie das Regime sie instrumentalisiert:

https://www.dekoder.org/de/article/lewada-umfrage-grossmacht-armut-krieg
Bilanz nach zwei Jahren Krieg: "Heute ist der Krieg für viele nur noch ein weiterer Krieg an der europäischen Peripherie, ähnlich etwa dem Jugoslawienkrieg in den 1990er Jahren"

Alexander Baunow von der Carnegie-Stiftung blickt auf die aktuelle Lage und was sich seit Russlands Überfall auf die Ukraine geändert hat - auch in Europa.
Die wichtigsten Take-aways im Text:

https://www.dekoder.org/de/article/die-grosse-relativierung-der-krieg-im-zerbrochenen-spiegel
"Man muss sich bewusst sein, dass das nicht einfach nur irgendwelche Texte sind – sondern dass sie polit-wissenschaftlich durchdacht sind. Und das muss man auch erhalten."

Wie arbeitet eigentlich unsere Übersetzungsredaktion? Darüber spricht dekoder-Übersetzungsredakteurin Friederike Meltendorf beim Podcast „Über Übersetzen”.
Neben der redaktionellen Arbeit mit journalistischen Übersetzungen koordiniert sie auch das dekoder-Übersetzer*innen-Team. Beim Neustart Kultur-Projekt „Journalismus Übersetzen” lässt sie sich in ihre Karten schauen.

Zum Podcast:
https://ueberuebersetzen.de/
2
Mitte März wird in Russland eine Präsidentschaftswahl abgehalten, von der alle wissen, dass sie keine ist.
Derweil entwickeln sich Schlangen vor den Unterstützerbüros eines unbekannten Herausforderers zum stillen Protest gegen Putin und seinen Krieg. Holod hat die Wartenden gefragt, was sie sich davon erhoffen:

https://www.dekoder.org/de/article/praesidentschaftswahl-nadeshdin-kandidatur-unterschriftensammlung-stimmen
👍5
Die belarussischen Geheimdienste erhalten immer mehr Macht zur Überwachung der Gesellschaft. Wer im staatlichen Sektor arbeiten will, muss politische Loyalität nachweisen können.

Der belarussische Beobachter Artyom Shraibman sieht deutliche Zeichen, dass sich das System Lukaschenko weiter in Richtung Totalitarismus entwickelt.
In seiner Analyse zeigt er, wie tief der belarussische Staat mittlerweile in das Leben der Menschen eingreift.
Ein Ende der Entwicklung sieht er nicht.

👉https://www.dekoder.org/de/article/shraibman-belarus-totalitarismus-lukaschenko
👍2
dekoder startet ein neues Projekt:
Mit der zehnteiligen Dokumentationsreihe „Der Krieg und seine Opfer“ erzählen wir im Laufe des Jahres Geschichten und Biografien aus dem Zweiten Weltkrieg, die in der deutschen Erinnerungskultur bislang vernachlässigt wurden:

Solche, die sich zwischen 1941 und 1945 unter nationalsozialistischer Besatzung auf dem Gebiet der Sowjetunion ereigneten.

Folgt uns auf Instagram @derkriegundseineopfer
und besucht uns unter:
https://war.dekoder.org/
👏4
„Vielleicht werde ich meinem Kind, wenn es irgendwann einmal Politikunterricht in der Schule hat, davon erzählen, wie wir unsere Unterschrift für Nadeshdin abgegeben haben – vielleicht wird das in zehn Jahren ein wichtiges Ereignis gewesen sein?“

Ohne den Segen des Kreml dürfte Boris Nadeshdin wohl noch nicht einmal als Kandidat für die russischen Präsidentschaftswahl kandidieren.
Dennoch haben sich im Januar zehntausende Menschen in ganz Russland in lange Schlangen gestellt, um ihn mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.
Holod hat einige davon gefragt, warum:

https://www.dekoder.org/de/article/praesidentschaftswahl-nadeshdin-kandidatur-unterschriftensammlung-stimmen
1
Media is too big
VIEW IN TELEGRAM
Für die meisten Menschen in Deutschland endet die Landkarte der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg rund um Auschwitz.

Dabei fielen den Nationalsozialisten nach dem Überfall auf die Sowjetunion dort rund 27 Millionen Menschen zum Opfer, ganze Ortschaften verschwanden in Flammen.

Gemeinsam mit einem Team internationaler Historiker∙innen der Universität Heidelberg hat dekoder zehn Biografien − stellvertretend für Millionen − aus dem Deutsch-Sowjetischen Krieg von 1941 bis 1945 rekonstruiert.
Entstanden ist eine zehnteilige Doku-Reihe.

Wer nichts verpassen will, folgt uns auf:
https://www.instagram.com/derkriegundseineopfer/

Weitere Infos:
https://war.dekoder.org/
👏3
Hilf uns, vergessene Geschichte zu erzählen!

Viele sowjetische Biografien, in die die Nazis gewaltsam eingegriffen haben, sind mehr als 80 Jahre nach dem Deutsch-Sowjetischen Krieg in Vergessenheit geraten. Einige #besetzte_leben hat dekoder im Rahmen des Erinnerungsprojekts „Der Krieg und seine Opfer“ bereits rekonstruiert:
Zehn Geschichten − stellvertretend für fast 27 Millionen Kriegsopfer.

Aber das ist noch lange nicht genug − deshalb brauchen wir Deine Hilfe:

Du kannst eine Geschichte von Vorfahren erzählen, die dem Vernichtungskrieg der Nazis zum Opfer gefallen sind − oder überlebt haben? Du kannst sie sogar mit Fotos oder Briefen belegen?
Du hast im Rahmen einer Forschungsarbeit Kriegsbiografien aus der Sowjetunion recherchiert?

Dann melde Dich bei uns!
Wir machen Deine Geschichte zu einem Teil des Projekts.
Teile unseren Beitrag und trage dazu bei, noch mehr #besetzte_leben sichtbar zu machen.👇


Instagram @derkriegundseineopfer
mail@dekoder.org
https://war.dekoder.org/
👍1
Unterschriftensammlung für Putins Konkurrenz: Und jetzt?

▶️Im Januar standen in ganz Russland Tausende Menschen Schlange, um ihre Unterschrift für die Präsidentschaftskandidatur von Nadeshdin abzugeben: Denn um als Herausforderer Putins registriert zu werden, musste er 100.000 Unterschriften sammeln.

▶️Nadeshdin war bis dahin relativ unbekannt. Dennoch hatten selbst Anhänger von Nawalny zur Unterstützung seiner Kandidatur aufgerufen. Dass es sich dabei eher um einen symbolischen Akt handelte, zeigt zum Beispiel eine Umfrage des Portals Holod (nachzulesen unter https://www.dekoder.org/).

▶️Dennoch: Auch in Belarus begann der Aufstand nach den Präsidentschaftswahlen 2020 mit Menschen, die Schlange standen, um für Sergej Tichanowski, Viktor Babariko und Waleri Zepkalo zu unterschreiben.

Was braucht Russland, um vom „Schlangestehen für Nadeshdin“ zu echtem Wandel zu kommen? Dieser Frage geht der Soziologe Grigori Judin nach:
https://www.dekoder.org/de/article/praesidentschaftswahl-nadeshdin-wandel-judin