dekoder.org – Telegram
dekoder.org
505 subscribers
564 photos
29 videos
1.52K links
Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

Dieser Channel wurde bis auf weiteres stillgelegt. -> Folge unseren Inhalten über Insta, FB, bsky - oder über unseren Newsletter!
Download Telegram
Am gesamten Wochenende, von Freitag bis Sonntag, gehen Russinnen und Russen in die Wahllokale, wo sie ihre Stimme für vier zugelassenen Präsidentschaftskandidaten abgeben können.
Das Ergebnis steht jedoch bereits vor Auszählung der Stimmen fest: Putin wird seine fünfte Amtszeit als Staatsoberhaupt antreten.

Dass es anders kommt, damit rechnet allein mangels ernstzunehmender Konkurrenz niemand ernsthaft. Außerdem hat die russische Regierung seit Jahren immer wieder Wahlen und Abstimmungen manipuliert.

Wie genau und welche Anomalien in den Daten der vergangenen Wahlergebnisse zu sehen sind, lest ihr in unserem Archiv-Beitrag vom Wahlanalysten Sergej Schpilkin:

https://www.dekoder.org/de/article/schpilkin-verfassungsaenderung-abstimmung-anomalien
„Ich beschäftige mich seit fast drei Jahrzehnten mit Belarus, daraus sind viele Verbindungen und Freundschaften entstanden. Es ist schmerzhaft anzusehen, wie sehr das Schicksal der Belarusen vernachlässigt wird.“

Deshalb hat dekoder-Redakteur und Belarus-Experte Ingo Petz für die Zeitschrift RGOW einen Essay veröffentlicht: Über einen Kulturraum, der im Kriegs- und Konfrontationsdenken des 20. Jahrhunderts verschütt gegangen ist und aus unserer Erinnerung getilgt wurde. Der sich aber seit einiger Zeit immer wieder selbst in unser Gedächtnis zurückkämpft:

https://rgow.eu/zeitschrift/2024/2/der-geist-der-zukunft-belarus-in-den-blick-nehmen
2😢2
Russland nach den Präsidentschaftswahlen:
Ein Sieg, den schon vorher niemand bezweifelt hat.
Eine Abstimmung, die ein nie dagewesenes Maß an Manipulation gesehen hat.

Was bezweckt Putin mit so einer „Wahl“?
Maxim Trudoljubow vom Kennan-Institut im Interview:

https://www.dekoder.org/de/article/trudoljubow-praseidentschaftswahl-putin-2024
Heute vor 10 Jahren hat Russland die Krim in der Ukraine annektiert.
Putins programmatische Rede vom 18. März 2014 enthält viele Muster und Motive, die er auch heute noch zur Rechtfertigung des Angriffskrieges heranzieht.

Darüber, und was noch am 18. März 2014 geschah, lest ihr in unserem Special zur Annexion:

https://crimea.dekoder.org/rede/ (Archiv)
Im Gegensatz zu den russischen Vereinen und der Nationalmannschaft darf der belarussische Fußball weiterhin an europäischen Wettbewerben teilnehmen.
Für seine Qualität ist er allerdings nicht bekannt.

Das ärgerte in der Vergangenheit auch Alexander Lukaschenko persönlich.
Dabei ist es gerade das staatliche System selbst, das den belarussischen Fußball immer tiefer in den Abgrund zieht, schreibt Igor Lenkewitsch in seiner Analyse:

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-fussball-staat-lukaschenko
3👍1
Für Buchfreundinnen und -freunde steht diese Frühlingswoche ganz im Zeichen der Leipziger Buchmesse.
Und auch dekoder ist mit zwei Büchern dabei:

dekoder-Übersetzerin Jennie Seitz steht mit ihrer neuesten Übersetzung auf der Shortlist des Übersetzungspreises der Leipziger Buchmesse, dekoder-Redakteur Julian Hans stellt sein neues Buch bei „Leipzig liest” vor.

Und ihr? Ihr könnt beide Bücher gewinnen: Als Klub-Mitglieder mit einer kurzen Rückmeldung bis Sonntag (24.03.) an klub@dekoder.org!

Ihr seid noch nicht im Klub?
Dann werdet schnell Mitglied und nehmt an der Verlosung teil.

Dabeisein ist alles – und Gutes Unterstützen erst Recht!

👉https://www.dekoder.org/de/klub
👍21
Russische Wahlforscher rechnen mit mehr als 22 Millionen gefälschten Stimmen bei der russischen Präsidentschaftswahl.


Denn:
Bei demokratischen Wahlen sind die Stimmen in Wahllokalen mit hoher und niedriger Wahlbeteiligung meistens jeweils ähnlich verteilt.
Wenn in Wahllokalen mit besonders hoher Wahlbeteiligung auch besonders viele Stimmen auf einen Kandidaten fallen, deutet das auf Fälschungen hin.
👍2🤯1
Und in Russland lässt sich seit Jahren folgendes beobachten:

Dort, wo die Wahlbeteiligung besonders hoch ist, gibt es auch überproportional viele Stimmen für Putin.
Oft handelt es sich dort noch dazu um auffällig „runde“ Wahlbeteiligungsquoten von 85, 90 oder 95 Prozent.

Wie schon bei vorherigen Wahlen in Russland gibt es regional starke Unterschiede:

In Moskau etwa lag die Wahlbeteiligung bei rund 39 Prozent und die Stimmen stellen sich weitgehend in einer statistisch erwartbaren Normalverteilung dar.

Dann aber gibt es Regionen wie Tschetschenien: In der Teilrepublik sind den offiziellen Zahlen zufolge 97 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl erschienen – und haben fast einstimmig für Putin gestimmt.
Nachvollziehen lassen sich die Daten im Einzelnen in unserer Wahlkarte unter: https://elections.dekoder.org/de/russia/presidential/2024/

Mehr zum Thema Wahlfälschungen lest ihr in unserer Gnose zum Thema: https://www.dekoder.org/de/gnose/wahlfaelschungen-russland

Weitere Infos zur Manipulation bei Wahlen erklärt Wahlforscher Sergej Schpilkin hier: https://www.dekoder.org/de/article/schpilkin-verfassungsaenderung-abstimmung-anomalien
Unterstütze unsere Arbeit als dekoder-Klubmitglied:

👉https://www.dekoder.org/de/klub
1👍1
Anton Shutschkow hat im März 2022 in Moskau gegen den russischen Angriffskrieg protestiert.
In seiner Tasche eine Methadon-Kapsel – bereit, sich das Leben zu nehmen und damit ein Zeichen zu setzen.

Seitdem sitzt der wegen verschiedener Anklagepunkte in wechselnden russischen Gefängnissen. Über seine Anwältin berichtet er von Folter und Gewalt:

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-protest-haft-gewalt-folter
dekoder verlost: den Ukraine-Interviewband „Nimm meinen Schmerz” von dekoder-Autorin Katerina Gordeeva, auf deutsch von dekoder-Übersetzerin Jennie Seitz.

Jennie Seitz ist mit ihrer einfühlsamen Übersetzung berührender, verstörender Gespräche für den Übersetzungspreis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ein unmittelbares Dokument unserer Zeit.

Und ihr könnt es bei dekoder gewinnen: Einfach eine kurze Rückmeldung bis Sonntag an klub@dekoder.org und euer Name landet im Lostopf. Viel Glück!

Ihr seid noch nicht im Klub? Dann werdet noch schnell Mitglied. Dabeisein ist alles und Gutes Unterstützen erst Recht!

👉https://www.dekoder.org/de/klub
👍3
„Vor fünf Jahren spürte Maryja zum ersten Mal, dass ihre Geschichte zu Ende war. Ihre neue Geschichte hat es jedoch nicht eilig damit, zu beginnen.“

In seinem Roman „Libido“ schreibt der belarussische Autor Illja Sin in lakonischer und zugleich energiegeladener Sprache über die junge Frau Maryja, die in einer nicht näher definierten postsowjetischen Stadt lebt.
Ihre Bewohner, wie sie selbst, scheinen in ihren Einraumwohnungen isoliert: Mit ihren Erinnerungen, Traumata, künstlichen Geliebten – und einer unspezifischen Vorahnung.

2019 wurde Sins Roman mit dem Jerzy Giedroyc- Literaturpreis in Belarus ausgezeichnet.
Auf Deutsch gibt es das Buch noch nicht – deshalb hat dekoder für Euch einige Ausschnitte übersetzt.
Im Rahmen unseres Belarus-Literatur-Specials zusammen mit dem 'Goethe-Institut im Exil':

https://specials.dekoder.org/de/belarus-literatur/sin-libido/
🔥1
Heute um 20.00 liest dekoder-Redakteur Julian Hans in der Stadtbibliothek in Leipzig aus seinem neuen Buch „Kinder der Gewalt”. In fünf Verbrechen beobachtet er Gewaltstrukturen in Russland.

Ihr könnt es gewinnen – als dekoder-Klubmitglieder und einer kurzen Rückmeldung bis Sonntag an klub@dekoder.org seid ihr dabei.

Ihr seid noch nicht im Klub? Dann werdet schnell Mitglied und nehmt auch an der Verlosung teil. Dabeisein ist alles und Gutes Unterstützen erst Recht!

👉https://www.dekoder.org/de/klub
👍3
Heute begehen viele oppositionelle Belarussen im Exil einen bedeutenden inoffiziellen Feiertag: den Tag der Freiheit, oder: Dsen Woli. Mit dem Protestsymbol, der weiß-rot-weißen Fahne, demonstrieren sie für ein unabhängiges und offenes Belarus.

Warum ausgerechnet heute?
Weil am 25. März vor 106 Jahren die Belarussische Volksrepublik (BNR) ausgerufen wurde – der erste belarussische Staat, der aber nur für kurze Zeit existierte.

Dennoch spielt er eine wichtige Rolle für die belarussische Unabhängigkeitsbewegung, was sich nicht zuletzt bei den Protesten im Jahr 2020 zeigte.

Mehr über das erste moderne Staatsprojekt auf dem Gebiet der heutigen Republik Belarus und seiner Bedeutung in unserer Gnose (Archiv-Text):

https://www.dekoder.org/de/gnose/die-belarussische-volksrepublik
1
Beim Terroranschlag in der Crocus City Hall bei Moskau töten bewaffnete Männer mindestens 137 Menschen. Am Sonntag, zwei Tage nach dem Anschlag, werden vier der mutmaßlichen Täter dem Moskauer Basmanny-Gericht vorgeführt. Alle tragen offensichtliche Spuren von Misshandlung: Blutergüsse, Schürfwunden, Schwellungen. Darüber, wie die Wunden zustandegekommen sind, kursieren auf Telegram Aufnahmen brutaler Gewalt und Folter.

Was die zur Schau gestellte Brutalität bedeutet und was sie über den russischen Staat verrät, analysiert der Politologie Kirill Rogow in einem Kurzkommentar auf Facebook:

https://www.dekoder.org/de/article/crocus-city-hall-anschlag-terror-gewalt

Weiterführende Leseempfehlung aus der Redaktion:
„Trauer mit Bombern“ von Novaya Gazeta Europe, übersetzbar etwa mit Google Translate: https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
„Es gibt eine Lücke in der Berichterstattung über den Krieg: Sie konzentriert sich auf die Raketenangriffe auf Kyjiw und andere große Städte oder auf die Frontbewegungen. Das Leben der Menschen in dem großen Raum dazwischen wird oft vergessen.”

Der Fotograf Mykhaylo Palinchak war abseits der Großstädte unterwegs.
Dort hat er die kurzen Augenblicke von Normalität und Alltag in den ehemaligen Frontgebieten eingefangen.
Mit dekoder spricht er über die Entstehungsgeschichte seiner Bilder:

https://www.dekoder.org/de/article/bilder-krieg-ukraine-mykhaylo-palinchak

Foto: Mykhaylo Palinchak
Bildredaktion und Konzept: Andy Heller

Bild 1: Ein kurzer Augenblick von Normalität und kindlicher Leichtigkeit im Alltag eines ukrainischen Soldaten nahe der Front im Gebiet Donezk.
Bild 2: Ein Hund pinkelt an einen Blindgänger eines russischen Grad-Raketenwerfers. Der Ort wurde im September 2022 befreit, die Spuren des Krieges sind immer noch allgegenwärtig.
👍2
Leseempfehlung: 300.000 neue Soldaten für die Belagerung von Charkiw

Das russische Verteidigungsministerium plant, mindestens 300.000 neue Soldaten für den Kampf in der Ukraine zu rekrutieren. Das hat Verstka von vier verschiedenen Informanten aus der Präsidialadministration, regionalen Regierungen sowie von einem hochrangigen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums erfahren, die nicht namentlich genannt werden. Das Hauptaugenmerk soll dabei zunächst auf Reservisten liegen, von denen es in Russland laut Verstka etwa zwei Millionen gibt. Ferner sollen Wehrdienstleistende dazu gedrängt werden, als Vertragssoldaten weiter zu machen. Grund dafür sei der allmählich versiegende Zufluss derer, die sich für einen Kriegseinsatz in der Ukraine entscheiden. Die Gesprächspartner von Verstka nennen die Vorbereitungen zur neuen Einberufung im Frühjahr hinter vorgehaltener Hand eine „Mobilmachung 2.0“. Die neu rekrutierten Soldaten sollen an die Südgrenze Russlands verlegt werden, sodass die dort im Einsatz befindlichen erfahrenen Soldaten frei werden: für einen neuen Angriff auf die ostukrainische Stadt Charkiw.

👉 Original (vom 22.03.2024)

👉 Übersetzung mit Google Translate