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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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Heute vor 10 Jahren hat Russland die Krim in der Ukraine annektiert.
Putins programmatische Rede vom 18. März 2014 enthält viele Muster und Motive, die er auch heute noch zur Rechtfertigung des Angriffskrieges heranzieht.

Darüber, und was noch am 18. März 2014 geschah, lest ihr in unserem Special zur Annexion:

https://crimea.dekoder.org/rede/ (Archiv)
Im Gegensatz zu den russischen Vereinen und der Nationalmannschaft darf der belarussische Fußball weiterhin an europäischen Wettbewerben teilnehmen.
Für seine Qualität ist er allerdings nicht bekannt.

Das ärgerte in der Vergangenheit auch Alexander Lukaschenko persönlich.
Dabei ist es gerade das staatliche System selbst, das den belarussischen Fußball immer tiefer in den Abgrund zieht, schreibt Igor Lenkewitsch in seiner Analyse:

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-fussball-staat-lukaschenko
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Für Buchfreundinnen und -freunde steht diese Frühlingswoche ganz im Zeichen der Leipziger Buchmesse.
Und auch dekoder ist mit zwei Büchern dabei:

dekoder-Übersetzerin Jennie Seitz steht mit ihrer neuesten Übersetzung auf der Shortlist des Übersetzungspreises der Leipziger Buchmesse, dekoder-Redakteur Julian Hans stellt sein neues Buch bei „Leipzig liest” vor.

Und ihr? Ihr könnt beide Bücher gewinnen: Als Klub-Mitglieder mit einer kurzen Rückmeldung bis Sonntag (24.03.) an klub@dekoder.org!

Ihr seid noch nicht im Klub?
Dann werdet schnell Mitglied und nehmt an der Verlosung teil.

Dabeisein ist alles – und Gutes Unterstützen erst Recht!

👉https://www.dekoder.org/de/klub
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Russische Wahlforscher rechnen mit mehr als 22 Millionen gefälschten Stimmen bei der russischen Präsidentschaftswahl.


Denn:
Bei demokratischen Wahlen sind die Stimmen in Wahllokalen mit hoher und niedriger Wahlbeteiligung meistens jeweils ähnlich verteilt.
Wenn in Wahllokalen mit besonders hoher Wahlbeteiligung auch besonders viele Stimmen auf einen Kandidaten fallen, deutet das auf Fälschungen hin.
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Und in Russland lässt sich seit Jahren folgendes beobachten:

Dort, wo die Wahlbeteiligung besonders hoch ist, gibt es auch überproportional viele Stimmen für Putin.
Oft handelt es sich dort noch dazu um auffällig „runde“ Wahlbeteiligungsquoten von 85, 90 oder 95 Prozent.

Wie schon bei vorherigen Wahlen in Russland gibt es regional starke Unterschiede:

In Moskau etwa lag die Wahlbeteiligung bei rund 39 Prozent und die Stimmen stellen sich weitgehend in einer statistisch erwartbaren Normalverteilung dar.

Dann aber gibt es Regionen wie Tschetschenien: In der Teilrepublik sind den offiziellen Zahlen zufolge 97 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl erschienen – und haben fast einstimmig für Putin gestimmt.
Nachvollziehen lassen sich die Daten im Einzelnen in unserer Wahlkarte unter: https://elections.dekoder.org/de/russia/presidential/2024/

Mehr zum Thema Wahlfälschungen lest ihr in unserer Gnose zum Thema: https://www.dekoder.org/de/gnose/wahlfaelschungen-russland

Weitere Infos zur Manipulation bei Wahlen erklärt Wahlforscher Sergej Schpilkin hier: https://www.dekoder.org/de/article/schpilkin-verfassungsaenderung-abstimmung-anomalien
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Anton Shutschkow hat im März 2022 in Moskau gegen den russischen Angriffskrieg protestiert.
In seiner Tasche eine Methadon-Kapsel – bereit, sich das Leben zu nehmen und damit ein Zeichen zu setzen.

Seitdem sitzt der wegen verschiedener Anklagepunkte in wechselnden russischen Gefängnissen. Über seine Anwältin berichtet er von Folter und Gewalt:

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-protest-haft-gewalt-folter
dekoder verlost: den Ukraine-Interviewband „Nimm meinen Schmerz” von dekoder-Autorin Katerina Gordeeva, auf deutsch von dekoder-Übersetzerin Jennie Seitz.

Jennie Seitz ist mit ihrer einfühlsamen Übersetzung berührender, verstörender Gespräche für den Übersetzungspreis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ein unmittelbares Dokument unserer Zeit.

Und ihr könnt es bei dekoder gewinnen: Einfach eine kurze Rückmeldung bis Sonntag an klub@dekoder.org und euer Name landet im Lostopf. Viel Glück!

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„Vor fünf Jahren spürte Maryja zum ersten Mal, dass ihre Geschichte zu Ende war. Ihre neue Geschichte hat es jedoch nicht eilig damit, zu beginnen.“

In seinem Roman „Libido“ schreibt der belarussische Autor Illja Sin in lakonischer und zugleich energiegeladener Sprache über die junge Frau Maryja, die in einer nicht näher definierten postsowjetischen Stadt lebt.
Ihre Bewohner, wie sie selbst, scheinen in ihren Einraumwohnungen isoliert: Mit ihren Erinnerungen, Traumata, künstlichen Geliebten – und einer unspezifischen Vorahnung.

2019 wurde Sins Roman mit dem Jerzy Giedroyc- Literaturpreis in Belarus ausgezeichnet.
Auf Deutsch gibt es das Buch noch nicht – deshalb hat dekoder für Euch einige Ausschnitte übersetzt.
Im Rahmen unseres Belarus-Literatur-Specials zusammen mit dem 'Goethe-Institut im Exil':

https://specials.dekoder.org/de/belarus-literatur/sin-libido/
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Heute um 20.00 liest dekoder-Redakteur Julian Hans in der Stadtbibliothek in Leipzig aus seinem neuen Buch „Kinder der Gewalt”. In fünf Verbrechen beobachtet er Gewaltstrukturen in Russland.

Ihr könnt es gewinnen – als dekoder-Klubmitglieder und einer kurzen Rückmeldung bis Sonntag an klub@dekoder.org seid ihr dabei.

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Heute begehen viele oppositionelle Belarussen im Exil einen bedeutenden inoffiziellen Feiertag: den Tag der Freiheit, oder: Dsen Woli. Mit dem Protestsymbol, der weiß-rot-weißen Fahne, demonstrieren sie für ein unabhängiges und offenes Belarus.

Warum ausgerechnet heute?
Weil am 25. März vor 106 Jahren die Belarussische Volksrepublik (BNR) ausgerufen wurde – der erste belarussische Staat, der aber nur für kurze Zeit existierte.

Dennoch spielt er eine wichtige Rolle für die belarussische Unabhängigkeitsbewegung, was sich nicht zuletzt bei den Protesten im Jahr 2020 zeigte.

Mehr über das erste moderne Staatsprojekt auf dem Gebiet der heutigen Republik Belarus und seiner Bedeutung in unserer Gnose (Archiv-Text):

https://www.dekoder.org/de/gnose/die-belarussische-volksrepublik
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Beim Terroranschlag in der Crocus City Hall bei Moskau töten bewaffnete Männer mindestens 137 Menschen. Am Sonntag, zwei Tage nach dem Anschlag, werden vier der mutmaßlichen Täter dem Moskauer Basmanny-Gericht vorgeführt. Alle tragen offensichtliche Spuren von Misshandlung: Blutergüsse, Schürfwunden, Schwellungen. Darüber, wie die Wunden zustandegekommen sind, kursieren auf Telegram Aufnahmen brutaler Gewalt und Folter.

Was die zur Schau gestellte Brutalität bedeutet und was sie über den russischen Staat verrät, analysiert der Politologie Kirill Rogow in einem Kurzkommentar auf Facebook:

https://www.dekoder.org/de/article/crocus-city-hall-anschlag-terror-gewalt

Weiterführende Leseempfehlung aus der Redaktion:
„Trauer mit Bombern“ von Novaya Gazeta Europe, übersetzbar etwa mit Google Translate: https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
„Es gibt eine Lücke in der Berichterstattung über den Krieg: Sie konzentriert sich auf die Raketenangriffe auf Kyjiw und andere große Städte oder auf die Frontbewegungen. Das Leben der Menschen in dem großen Raum dazwischen wird oft vergessen.”

Der Fotograf Mykhaylo Palinchak war abseits der Großstädte unterwegs.
Dort hat er die kurzen Augenblicke von Normalität und Alltag in den ehemaligen Frontgebieten eingefangen.
Mit dekoder spricht er über die Entstehungsgeschichte seiner Bilder:

https://www.dekoder.org/de/article/bilder-krieg-ukraine-mykhaylo-palinchak

Foto: Mykhaylo Palinchak
Bildredaktion und Konzept: Andy Heller

Bild 1: Ein kurzer Augenblick von Normalität und kindlicher Leichtigkeit im Alltag eines ukrainischen Soldaten nahe der Front im Gebiet Donezk.
Bild 2: Ein Hund pinkelt an einen Blindgänger eines russischen Grad-Raketenwerfers. Der Ort wurde im September 2022 befreit, die Spuren des Krieges sind immer noch allgegenwärtig.
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Leseempfehlung: 300.000 neue Soldaten für die Belagerung von Charkiw

Das russische Verteidigungsministerium plant, mindestens 300.000 neue Soldaten für den Kampf in der Ukraine zu rekrutieren. Das hat Verstka von vier verschiedenen Informanten aus der Präsidialadministration, regionalen Regierungen sowie von einem hochrangigen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums erfahren, die nicht namentlich genannt werden. Das Hauptaugenmerk soll dabei zunächst auf Reservisten liegen, von denen es in Russland laut Verstka etwa zwei Millionen gibt. Ferner sollen Wehrdienstleistende dazu gedrängt werden, als Vertragssoldaten weiter zu machen. Grund dafür sei der allmählich versiegende Zufluss derer, die sich für einen Kriegseinsatz in der Ukraine entscheiden. Die Gesprächspartner von Verstka nennen die Vorbereitungen zur neuen Einberufung im Frühjahr hinter vorgehaltener Hand eine „Mobilmachung 2.0“. Die neu rekrutierten Soldaten sollen an die Südgrenze Russlands verlegt werden, sodass die dort im Einsatz befindlichen erfahrenen Soldaten frei werden: für einen neuen Angriff auf die ostukrainische Stadt Charkiw.

👉 Original (vom 22.03.2024)

👉 Übersetzung mit Google Translate
Putin macht die ukrainische Regierung für den Terroranschlag in der Crocus City Hall verantwortlich. Das sagte er etwa am Montag in einer Videokonferenz mit Regierungsmitgliedern und Leitern der Sicherheitsbehörden. Zwar seien die Täter radikale Islamisten – die Hintermänner sieht er aber in Kyjiw und Washington. Auch russische Staatsmedien wiederholen diese Theorie der „ukrainischen Spur“.

Terrorismusexpert*innen halten diese These für absurd. So auch Ruslan Lewijew, Gründer des unabhängigen Recherchenetzwerks Conflict Intelligence Team (CIT):
Im Interview erklärt er, warum der Islamische Staat durchaus Motive für Anschläge in Russland hat, warum Putin die Warnungen vor einem bevorstehenden Terroranschlag ignorierte – und was in Zukunft zu erwarten sei:

https://www.dekoder.org/de/article/putin-terror-crocus-city-hall-syrien-ukraine-cit
Leseempfehlung: Ein Konflikt, bei dem es um die Zukunft von Belarus geht (Pozirk)

Der 25. März ist ein bedeutender inoffizieller Feiertag der belarussischen Opposition. Er geht zurück auf die Ausrufung der Belarussischen Volksrepublik (BNR) an eben jenem Tag im Jahr 1918 in Minsk. Es war das erste moderne belarussische Staatsprojekt. Auch wenn es nur neun Monate überlebte, spielt es für die belarussische Unabhängigkeitsbewegung eine enorme Bedeutung. Gerade heute – in einer Zeit, in der das System Lukaschenko diese mit Gewalt und Repressionen zu unterdrücken versucht.

Aus Anlass des diesjährigen Feiertags widmet sich der belarussische Journalist Alexander Klaskowski in einem Text für das Online-Medium Pozirk dem Dsen Woli, dessen Geschichte er rekapituliert. Dabei weist er darauf hin, dass die Belarussen zurzeit der BSSR nichts von diesem Tag wussten, dass dieser vor allem von der damaligen belarussischen Diaspora begangen wurde. Mit der Unabhängigkeitserklärung 1991 aber wurden die weiß-rot-weiße Flagge der einstigen BNR und das Wappen Pahonja zu den Staatssymbolen der Republik Belarus, 1995 schließlich wieder abgeschafft von Lukaschenko, der mit der Einführung der bis heute gültigen Flagge seinen neosowjetischen Kurs betonte. Danach blieben die Farben vor allem ein Symbol der oppositionellen Nationalbewegung. Dann, mit den Protesten von 2020, wurde die weiß-rot-weiße Fahne zum Symbol einer neuen Demokratiebewegung. Klaskowski: „Das Paradoxe daran war, dass sich die Nationalisten der alten Schule aus verschiedenen Gründen nicht an dieser Wahlkampagne beteiligten, und das Team von Swetlana Tichanowskaja warb überhaupt nicht für die weiß-rot-weiße-Symbolik. Wahrscheinlich spielten sowohl die langjährige Aufklärungsarbeit der alten, ideologischen Opposition als auch die einfache Ästhetik der Symbolik selbst eine Rolle. Sie war ein starker Kontrast zu den offiziellen Symbolen des Regimes, ein ausdrucksstarkes Zeichen für eine politische Alternative.“

Lukaschenko hat die Protestsymbolik verbieten lassen und unter Strafe gestellt. Zudem versucht das System, die BNR-Narrative im Land selbst auszumerzen, sie umzudeuten, stattdessen das Russische Imperium und die Sowjetunion als Förderer der belarussischen Eigenstaatlichkeit zu betonen. „Die intensive Debatte um den Dsen Woli ist ein Konflikt“, schreibt Klaskowski, „bei dem es weniger um die Geschichte als um die Zukunft von Belarus geht. Und es ist nicht nur ein Konflikt, sondern ein grausamer Kampf zwischen zwei Projekten. Das eine ist ein fehlerhaftes Projekt der Bindung an das Imperium, das das Land durch Degradierung und Verlust der Unabhängigkeit bedroht. Das zweite ist das Projekt eines demokratischen, den europäischen Werten verpflichteten und wahrhaft belarussischen Belarus.“

👉 Original (vom 25.03.2023)

👉 Übersetzung mit Google Translate
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Die Razzia als ultimative Performance

Mitte März durchsuchten Polizei und Geheimdienst die Wohnungen von Künstlerinnen und Künstlern in mehreren russischen Städten. Angeblich suchten sie nach Verbindungen zu Pjotr Wersilow. Der Mitgründer von Pussy Riot wurde wegen Verbreitung von „Fakes über die russische Armee“ zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Er lebt aber längst im Ausland.

Warum fürchtet das Regime ausgerechnet die Kunst so sehr?, fragt sich die Novaya Gazeta.

👉 https://www.dekoder.org/de/article/kunst-razzien-wersilow-nenaschewa-philippenzo
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