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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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Swetlana Alexijewitsch wird heute 75 Jahre alt!

Schon als Schulkind hat die Literaturnobelpreisträgerin Gedichte und Erzählungen geschrieben. Ihr späteres Schaffen zeichnet sich vor allem durch die vielstimmigen Erinnerungsberichte ganz gewöhnlicher Menschen aus, sagt Slawistin und Literaturwissenschaftlerin Nina Weller.

„Alexijewitschs Schaffen kreist um das Alltagsleben des sowjetischen Menschen im Ausnahmezustand der historischen Katastrophen.” Für jedes ihrer Bücher habe die Autorin zahlreiche Zeitzeugen interviewt: „zu ihren persönlichen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, dem Afghanistankrieg, der Tschernobyl-Katastrophe.”

Wie wurde Swetlana Alexijewitsch zur Schriftstellerin? Wie hat sie ihre dokumentarische Prosa entwickelt? Und wie steht sie heute zu ihrer Heimat Belarus?

https://www.dekoder.org/de/article/swetlana-alexijewitsch-schriftstellerin-belarus
Kinder, die Amulettpuppen für russische Soldaten basteln oder sich in Z-Form aufstellen müssen:
Das ist Realität in russischen Schulen und Kindergärten.

Die Kriegspropaganda fängt dort schon im Vorschulalter an. Und die Militarisierung der „patriotischen“ Veranstaltungen für Kinder nimmt zu, schreibt Irina Nowik.

Wie entwickeln sich Kinder, die schon im jungen Alter einer derart militarisierten Propaganda ausgesetzt sind? Und welchen Handlungsspielraum haben Eltern, die damit nicht einverstanden sind?

https://www.dekoder.org/de/article/militarisierung-kindergarten-erziehung-patriotismus
Seit mehr als 20 Jahren versucht der Kreml, das Konzept der russischen Welt ideologisch aufzuladen und es zur Durchsetzung seines Einflusses im postsowjetischen Raum einzusetzen. Die ursprüngliche Idee der „russischen Welt” liegt in den 1990er Jahren, schreibt Historiker Ilja Budraitskis – und sah ganz anders aus.

Der Historiker hat die Geschichte des Konzepts des „russki mir“ skizziert: von seinen Anfängen in Moskauer Intellektuellenkreisen bis hin zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

https://www.dekoder.org/de/article/russische-welt-konzept-geschichte-untergang
Überall, wo Maria Kolesnikowa auftrat, formte sie mit ihren Fingern ein Herz, selbst hinter Gittern und im Gerichtssaal. Das Herz wurde zum Symbol einer neuen belarussischen Opposition. Wer ist diese Frau, die mittlerweile seit über 1000 Tagen in Haft ist, die aber nie aufzugeben scheint? Das belarussische Medium Zerkalo zeichnet ihren Lebensweg nach.

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-opposition-kolesnikowa-portrait
Ob die militärische Intervention in Georgien 2008, die Annexion der Krim 2014 oder der kurz darauf begonnene Krieg Russlands im Osten der Ukraine.

Der Kreml begann schon lange vor dem 24. Februar 2022, den vermeintlichen Schutz russichsprachiger Menschen als Vorwand für die eigenen Interessen zu missbrauchen, schreiben Alessandro Achilli, Miriam Finkelstein und Nina Frieß.

Viele Menschen weltweit wollen ihre Sprache aber nicht von Putins Russland vereinnahmen lassen.

https://www.dekoder.org/de/gnose/russophonie-russische-sprache
Zunächst war der Amoralismus in den 2000er Jahren nur eine Lücke, eine weltanschauliche Leerstelle nach dem Zusammenbruch der UdSSR, schreibt Andrej Archangelski. Dann stellte sich heraus: Diese Leere funktioniert besser als sämtliche Dogmen. Heute fuße Putins gesamte Ideologie auf dem Amoralismus: „Und er ist das beste Mittel gegen die Zukunft.”

https://www.dekoder.org/de/article/unmoral-system-ideologie-putinismus
Um seinen Machterhalt zu sichern, muss Lukaschenko dem russischen Einfluss immer weiter die Tür öffnen, schreibt der belarussische Journalist Alexander Klaskowski. Den russischen Staat unterstützt der belarussische Machthaber nahezu uneingeschränkt – und lässt Belarus somit mutwillig an den Kreml fesseln.

https://www.dekoder.org/de/article/klaskowski-analyse-russki-mir-belarus
Die russische Region Belgorod steht schon seit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine regelmäßig unter Beschuss. Die russische Regierung tut derweil so, als hätte sie die Grenze unter Kontrolle und als gäbe es auf russischem Territorium keinen Krieg, schreibt The Insider. Viele in Belgorod seien wütend: Das demonstrative Desinteresse der staatlichen Medien verärgere sogar diejenigen, die der Regierung gegenüber ansonsten loyal sind.

Zur Reportage:

https://www.dekoder.org/de/article/schebekino-krieg-grenzgebiet-belgorod
Der erbitterte ukrainische Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg lässt sich auch anhand der jahrzehntelangen ukrainischen Protestgeschichte erklären, schreibt Susann Worschech. Anfangend in der frühen Sowjetzeit zeichnet sie diese Geschichte nach: vom ukrainischen Dissidententum über die erkämpfte Unabhängigkeit 1991 bis hin zur Revolution der Würde, wie der Euromaidan in der Ukraine genannt wird. Immer wieder habe die ukrainische Gesellschaft innerhalb der letzten Jahrzehnte gegen Fremdbestimmung, Autokratie und Unterdrückung gekämpft.

https://specials.dekoder.org/freiheit-protest/ukraine/
Tausende Menschen in der gesamten DDR strömten heute vor 70 Jahren auf die Straßen und Plätze ihrer Städte. „Aus Unzufriedenheit wurde Protest“, schreibt Robert Kindler. Sowjetische Panzer schlugen die Demonstrationen gemeinsam mit Einheiten der ostdeutschen Volkspolizei brutal nieder. Was trieb die Menschen auf die Straße? Und welche Nachwirkungen hatte der Volksaufstand des 17. Juni in der DDR?

https://www.dekoder.org/de/gnose/volksaufstand-juni-1953-hintergruende
Alexander Lukaschenko will nach eigenen Angaben die ersten taktischen Atomwaffen aus Russland erhalten haben. Im russischen Staatsfernsehen drohte er dem Westen, diese bei einer Aggression gegen Belarus einzusetzen. Ende März dieses Jahres hatte Putin beschlossen, Nuklearwaffen in das Nachbarland verlegen zu wollen. Die Beweggründe des russischen Präsidenten erörtert Artyom Shraibman in seiner Analyse (Archivtext).

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-atomwaffen-stationierung-shraibman
Diktatur ohne Diktator — das politische System in Belarus hat Alexander Lukaschenko auf sich und seine Macht ausgerichtet. Was passiert, wenn der Machthaber stirbt? Würde das System implodieren, wäre die Machtelite paralysiert? Hätte die Opposition dann eine Chance auf den Machtwechsel oder würde ihr der Kreml in die Quere kommen? Der Politanalyst Artyom Shraibman spielt für das Online-Medium Zerkalo Szenarien für einen plötzlichen Abgang Lukaschenkos durch.

https://www.dekoder.org/de/article/lukaschenko-gesundheitszustand-zukunft-belarus
Geschlechtsangleichende Operationen sollen künftig in Russland verboten werden. Dafür stimmte die Staatsduma am 14. Juni in erster Lesung einstimmig. Um zu dokumentieren, mit welcher Rhetorik solche Gesetze in Abkehr von den Normen der WHO in Russland beschlossen werden, haben wir den Eröffnungsbeitrag von Pjotr Tolstoi übersetzt. Er ist der erste stellvertretende Vorsitzende der Staatsduma. Und er sagt: „Die Jungs, die heute mit der Waffe in der Hand unser Land verteidigen, die sollen danach in ein anderes Land zurückkehren, nicht in jenes, was es vor Beginn der militärischen Spezialoperation war.“

https://www.dekoder.org/de/article/transgender-gesetz-verbot-geschlechtsangleichung-russland
In den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 überfiel NS-Deutschland die Sowjetunion.
Eine dreieinhalb Millionen Mann starke Streitmacht marschierte auf einer Frontlinie von mehr als 2.000 Kilometern ein. Es folgte ein grausamer Vernichtungskrieg. Die Nazis ermordeten Millionen von Menschen, unterwarfen Städte und Dörfer ihrer Besatzungsherrschaft. Etwa drei Millionen Menschen aus den besetzten Gebieten mussten außerdem Zwangsarbeit für das Dritte Reich leisten. Eine davon: die 17-jährige Ljuba aus der Ukraine. Ihre Geschichte hat Ksenja Holzmann aufgeschrieben.

https://www.dekoder.org/de/gnose/ostarbeiter-zwangsarbeit-zeitzeugen
Als kompromissloser Kämpfer für ein unabhängiges Belarus ging Sjanon Pasnjak in die Geschichte ein. Zuletzt wurde der Ruf wieder lauter nach dem seit 1996 im Exil lebenden Lukaschenko-Gegner: „Die Niederschlagung der Proteste und die Ausweitung der massenhaften Repressionen haben ein Interesse an Radikalisierung in der Gesellschaft wachgerufen.“ Wer ist der charismatische Politiker?

Zur Gnose von Waleri Karbalewitsch:

https://www.dekoder.org/de/gnose/sjanon-pasnjak
Putins Koch, Kriegsverbrecher, Propagandist: Die Liste der Zuschreibungen für Prigoshin ist lang, schreibt dekoder-Redakteur Anton Himmelspach.

Auf seinen Kanälen brüstet er sich mit Wagner-Erfolgen, seit 2016 steht sein Name auf der US-Sanktionsliste. Lange waren Prigoshins Machenschaften undurchsichtig, schreibt Anton Himmelspach. Erst im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine wurde er zum öffentlichen politischen Akteur. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass seine Söldnergruppe massive Kriegsverbrechen verübte.

Wie sah der Aufstieg von Prigoshin aus?

Zur Gnose (aus dem Archiv):

https://www.dekoder.org/de/gnose/jewgeni-prigoshin-putins-koch
Leseempfehlung: Russland ist in einer tiefen Krise (The Spectator)

„Die bisher größte Herausforderung für Putins Herrschaft“, so nennt der Historiker Sergey Radchenko den von Wagner-Chef Prigoshin verkündeten Aufstand gegen die russische Militärführung. In The Spectator identifiziert er drei Schlüsselfaktoren und skizziert weitere Entwicklungspfade.

(1) Eine wichtige Rolle spiele sicher die ukrainische Gegenoffensive, die russische Truppen bindet. (2) Prigoshin hat womöglich geahnt, dass sich Putin im Konflikt Wagner vs. Verteidigungsministerium hinter seinen Verteidigungsminister stellen werde (seine Rolle war zuvor ambivalent). (3) Prigoshin kann womöglich auf Leute im Kreml zählen, die ihn unterstützen. 

In der gegenwärtigen unübersichtlichen Lage sieht Radchenko drei Richtungen der Entwicklung: (1) „Astreiner Putsch“: Prigoshin kommt nach Moskau, Putin wird abgesetzt oder stirbt. Unwahrscheinlich, aber nicht undenkbar. (2) „Bürgerkriegs-Szenario“: Prigoshin kann eine regionale Basis (wie aktuell Rostow) halten, was zu langwierigen Machtkämpfen führen kann. (3) „Kirow-Szenario“: Prigoshin wird gefangen genommen oder getötet. Womöglich folgen Erklärungen, Prigoshin sei ein CIA-Agent gewesen, sowie neue, brutale Repressionen. 
„Russland hat eine reiche Geschichte gescheiterter Umsturzversuche“, schreibt Radchenko: Der Zusammenbruch der UdSSR folgte kurz nach dem fehlgeschlagenen Augustputsch 1991, auf den gescheiterten Marsch auf Petrograd von General Kornilow 1917 folgte später der Russische Bürgerkrieg

englisches OriginalÜbersetzung aus Google Translate
Am Samstag, den 24. Juni, rollte die Militärkolonne von Prigoshin bereits in Richtung Moskau. Dann der plötzliche Wendepunkt: Der aufständische Wagner-Chef beorderte seine Söldner zurück zu ihren Stützpunkten. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Meduza-Journalist Andrej Perzew hat mit anonymen Informanten darüber gesprochen, wie der Kreml versucht hat, mit Prigoshin zu verhandeln und bietet einen Blick hinter die Kulissen.

Zur Leseempfehlung: https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
Von einer unglaublichen Rolle des belarussischen Machthabers bei der Rettung Russlands vor dem Chaos, sprechen die Pressedienste Lukaschenkos und Putins, schreibt Artyom Shraibman: „Diese Dienste sind allerdings nicht die zuverlässigsten Informationsquellen für diesen Krieg."

Lukaschenko habe zwar Verhandlungen mit dem aufständischen Wagner-Chef Prigoshin geführt. Seine Rolle sei jedoch eher eine technische gewesen. Warum er in der nahen Zukunft trotzdem als der Gewinner aus dem Wochenende hervorgehen wird, analysiert Shraibman für das Online-Medium Zerkalo.

https://www.dekoder.org/de/article/lukaschenko-der-lachende-dritte
Prigoshins „Marsch der Gerechtigkeit“ war kein Versuch, den Kreml zu übernehmen, schreibt Tatjana Stanowaja. Viel eher habe es sich um einen Akt der Verzweiflung gehandelt. Putin und dem Staat sei durch den Aufstand ein schwerer Schlag verpasst worden. Aber: Das Image sei für Putin immer zweitrangig gewesen.
dekoder hat die englischsprachige Einschätzung der Politikwissenschaftlerin von ihrem Twitter-Kanal übersetzt.

https://www.dekoder.org/de/article/prigoshin-aufstand-wagner-kreml
Als der Wagner-Chef Prigoshin am Morgen des 24. Juni das Militärhauptquartier in Rostow am Don unter seine Kontrolle brachte und im weiteren Verlauf des Tages mehrere hundert Kilometer gen Moskau vorrückte, hielten sich die russische Armee und die Geheimdienste im Land zurück.
Die Journalisten Andrej Soldatow und Irina Borogan analysieren für Meduza, woran das liegt – und was das zukünftig für Putins Regime bedeuten könnte.

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen