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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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Pro-russische Verschwörungserzählungen sind auch in Deutschland nicht ganz unbeliebt. Was tun, wenn Menschen aus dem eigenen Freundes- oder Familienkreis russische Kriegspropaganda reproduzieren?

Die Redaktion von Cherta liefert eine Anleitung.

https://www.dekoder.org/de/article/wie-man-mit-z-patrioten-spricht-krieg-propaganda
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Heute vor 82 Jahren, kurz nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, wurde der Erlass über die Deportation der Russlanddeutschen verabschiedet. Russlanddeutsche wurden kollektiv der Kollaboration mit Nazi-Deutschland verdächtigt. Infolgedessen wurden rund 900.000 Menschen nach Sibirien und Kasachstan zwangsumgesiedelt. 300.000 Russlanddeutsche wurden zur Zwangsarbeit verpflichtet und rund 150.000 verloren ihr Leben angesichts des stalinistischen Terrors. Bis heute gilt der 28. August deshalb als Tag der Trauer und des Heimatverlusts.

In unserem Special Russlanddeutsches Diarama sammeln wir Geschichten von Journalisten, Wissenschaftlern und Zeitzeugen darüber, was es heißt, Russlanddeutsch zu sein – und zeigen, wie komplex der Begriff „Heimat“ sein kann.

https://nemcy.dekoder.org/de/
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Kolja Wassin schrieb keine Gedichte, spielte in keiner Rockband, stellte seine Bilder nicht in Ausstellungen aus. Trotzdem wurde er zu einer Schlüsselperson im Leningrader Underground und seine Wohnung zum Mekka für viele Hippies, Musikbegeisterte und Musiker. Indem er sich in der Sowjetunion für ein Leben als Narr entscheidet, zeigt er, wie einfach es ist und zugleich, wie viel Mut es braucht, sich der absoluten Freiheit anzuvertrauen.

Heute vor 5 Jahren hat er sich in einem Petersburger Einkaufszentrum das Leben genommen. dekoder erzählt die Geschichte des Musiksammlers und des sowjetischen Beatlesman Nr. 1. Die beginnt 1957, als er seine erste „Schallplatte auf Knochen” bekommt mit Little Richards Hit Tutti Frutti.

https://dissident.dekoder.org/kolja-wassin/
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Die Repressionen der belarussischen Machthaber treffen Journalisten, Aktivisten, Oppositionelle – und jetzt auch den ersten Literaturklassiker. Konkret geht es um Werke von Winzent Dunin-Marzinkewitsch. Er gilt als Begründer des belarussischen Nationaldramas. Zwei seiner Gedichte und das Vorwort zur Gesamtausgabe des Schriftstellers wurden als „extremistisch” eingestuft – und das, obwohl erst 2016 ein Denkmal für ihn in Minsk enthüllt wurde.

Das Online-Medium Reform.by mit einer Analyse, die tief in die Geschichte greift.

https://www.dekoder.org/de/article/dunin-marzinkewitsch-verbot-klassiker-belarus
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Heute wäre Anna Politkowskaja 65 Jahre alt geworden. Aufgewachsen als Tochter sowjetischer Diplomaten in New York, kehrte sie in den 1970er-Jahren zurück in die Sowjetunion, um Journalismus zu studieren. Später wurde sie zur national und international renommiertesten russischen Journalistin und Menschenrechtsaktivistin.
Am 7. Oktober 2006 wurde sie im Fahrstuhl ihres Moskauer Wohnblocks mit vier Schüssen in den Kopf getötet.

https://www.dekoder.org/de/gnose/anna-politkowskaja
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„Unbequeme Archive“ für die Nachwelt anlegen – so beschreibt der Fotograf Alexander Gronsky seine Motivation.

Er dokumentiert den Moskauer Alltag als einer der wenigen russischen Fotografen, die im Land geblieben sind. Seit dem 24. Februar 2022 befindet sich Russland im vollumfänglichen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Wie macht sich das im Stadtleben bemerkbar? Wir haben mit dem Fotografen gesprochen.

https://www.dekoder.org/de/article/gronsky-fotografie-krieg-ukraine-alltag-moskau
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Es sollte ein Festtag werden, der 1. September 2004, der in Russland traditionell das neue
Schuljahr einläutet. Für die Bewohner der nordossetischen Stadt Beslan wurde er zum Albtraum.

Mehr als 32 Terroristen stürmten die Mittelschule Nr. 1 und nahmen mehr als Tausend Geiseln. Bis zum 3. September hielt das Terrorkommando, das den Abzug russischer Truppen aus Tschetschenien forderte, ganz Russland in Atem. Am Ende gab es mehr als 300 Tote, die meisten von ihnen Kinder.

„Am Nachmittag ging ich durch die Stadt, die mir wie ein Friedhof vorkam. So gut wie aus jedem Haus hörte man Schluchzen“, schreibt der Journalist Andrej Kolesnikow, der seine Eindrücke in einer Reportage festgehalten hat.

https://www.dekoder.org/de/article/geiselnahme-beslan-terror

(Archiv)
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Igor Girkin, der im Juli aufgrund „öffentlicher Aufrufe zum Extremismus“ festgenommen wurde, hat seine Kandidatur für die russische Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr angekündigt.

Ehemaliger Geheimdienstler und Separatistenführer, studierter Historiker, Desinformationsspezialist und der Kopf hinter der rechten Gruppierung „Klub der zornigen Patrioten” – Girkin hat sich in Russland eine ganz besondere Marke aufgebaut.

https://www.dekoder.org/de/gnose/klub-der-zornigen-patrioten-girkin-strelkow
Was bringt einen russischen Pop-Rocker dazu, plötzlich in Panzerweste ein Konzert für Soldaten an der Front in Donezk zu geben – wenn er sich doch mehr als anderthalb Jahre lang klar gegen den russischen Überfall auf die Ukraine positioniert hat? Das dürfte zahlreiche Fans von Roman Bilyk, dem Frontmann der Gruppe Zveri, derzeit beschäftigen.

Über die rätselhafte Metamorphose eines einstigen Jugendidols schreibt Wjatscheslaw Polowinko in der Novaya Gazeta Europe.


https://www.dekoder.org/de/article/roman-zver-zveri-krieg-ukraine-auftritt-donezk
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Putin und Lukaschenko tauschen untereinander Erfahrungen aus, stützen sich gegenseitig und wetteifern sogar um Repressionsmechanismen. Wo führt der Weg dieser Diktaturen hin? Und wie könnte ihr mögliches Ende aussehen? Das diskutiert Sergej Gurijew in der belarussischen Morgen-Talkshow Obytschnoje Utro.


https://www.dekoder.org/de/article/gurijew-putin-lukaschenko-spin-dictatorship
Ein am Dienstag veröffentlichter Erlass der belarussischen Machthaber gleicht einer Hiobsbotschaft für Hunderttausende Belarussen, die ihr Heimatland aus Sicherheitsgründen verlassen haben.

Beantragungen für eine Passerneuerung sollen demnach nicht mehr im Ausland möglich sein. Die Legalisierung eines Aufenthalts im Zufluchtsland soll erschwert werden. Und auch das Recht, in der Heimat befindliches Eigentum zu verkaufen oder zu überschreiben, soll der Diaspora entzogen werden.

Kurzum: „Den Belarussen, die das Land aus Sicherheitsgründen verlassen haben, soll das Leben so schwer wie möglich gemacht werden“, schreibt Igor Lenkewitsch.


https://www.dekoder.org/de/article/belarussen-exil-ausweisdokumente
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Tapetenkleister, Schmierfett und ausgekochte Lederwaren nutzten die Leningrader in den härtesten Monaten der Blockade als Lebensmittel.

Am 8. September 1941 fing die Belagerung der Stadt durch die Nazis an. Bis zum 27. Januar 1944 kamen mehr als eine Million Leningrader ums Leben. Sie erfroren, verhungerten oder starben durch deutsche Luftangriffe. Die Belagerung wird als „größte demographische Katastrophe“ definiert, „die eine Stadt in der Geschichte der Menschheit jemals erfahren musste“, schreibt die Slawistin und Literaturwissenschaftlerin Nina Weller.

https://www.dekoder.org/de/gnose/blokadniki
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Heute jährt sich die Schlacht bei Orscha im Jahr 1514 – und die gilt vielen Belarussen als Schlüsselereignis für die Herausbildung einer belarussischen Identität. Damals schlugen Truppen des Großfürstentums Litauen, damals einer der größten Staaten der Erde, die Armee des Moskauer Großfürsten Wassilli III. in die Flucht.

Heute stellt die Schlacht für jene Belarussen, die dem Regime illoyal gegenüberstehen, ein Beispiel für den gemeinsamen Widerstand gegen das aggressive Moskau dar, schreibt der belarussische Historiker Hienadź Sahanovič. Kein Wunder also, dass nicht nur die offizielle russische Geschichtsschreibung die Schlacht meist unter den Tisch kehrt, sondern auch der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko.

https://specials.dekoder.org/belarus-grossfuerstentum-litauen/schlacht-orscha/
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Lew Tolstoi ist heute vor 195 Jahren zur Welt gekommen. Berühmt geworden ist er durch Klassiker wie Krieg und Frieden und Anna Karenina. Schon früh galt er nicht nur als literarisches Ausnahmetalent, sondern auch als Trendsetter. Aber was dachte er eigentlich selbst über seine Werke – und was macht das tolstoische Menschenbild aus? Darüber schreibt Olga Sliwizkaja in einer Gnose:

https://www.dekoder.org/de/gnose/lew-tolstoi
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Waleri Garbusow, der Direktor des Instituts für Kanada- und USA-Studien an der russischen Akademie der Wissenschaften, hat einen Text veröffentlicht, der es in sich hat.

Darin spricht er von einem „imperialen Komplex“, der Russland ins Verderben führen werde, von „totaler Staatspropaganda“ und vom „pseudopatriotischen Wahnsinn“. Zwei Tage nach Veröffentlichung des Textes musste er seinen Posten als Institutsdirektor räumen.

Bei Forbes.ru kommentiert der politische Analyst Andrej Kolesnikow, schon in der Sowjetunion hätten sich Intellektuelle vor allem systemkonform verhalten – das wiederum habe in die Rückständigkeit geführt. Was wäre also, wenn die ganze wissenschaftliche Elite Russlands sich so verhalten würde wie Waleri Garbusow? Wahrscheinlich wäre das Land ein anderes.

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
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Russische Rentner gelten als Kernwählerschaft Putins. Aber: Auch unter ihnen gibt es Gegenbeispiele. Etwa Dolite aus Nachodka, eine 65-jährige Rentnerin, die zu eineinhalb Jahren Straflager verurteilt wurde. Zuvor hatte sie im Internet Russland als „faschistischen Staat“ bezeichnet und den „faschiZzZtischen Okkupanten“ den Tod gewünscht.

Zu unserer aktuellen Leseempfehlung 👇

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
Leseempfehlung: Novaya Gazeta Europe Ferienlager mit Militärpropaganda

Das Artek auf der Krim galt als „Mutter aller Pionierlager“ und ist für viele der Inbegriff einer glücklichen sowjetischen Kindheit. Heute schreiben Kinder dort Briefe an Soldaten der russischen Besatzungstruppen in der Ukraine und lernen in Ferienfreizeiten des Verteidigungsministeriums mehr über den Militärdienst in Russland. „Leider ist aus dem Erholungslager für Kinder heute ein Zentrum zur Militarisierung von diesen geworden“, hieß es dazu schon 2020 von der Vertretung des ukrainischen Präsidenten auf der Krim. Die Novaya Gazeta Europe erzählt die Geschichte des berühmten Ferienlagers, in dem seit der russischen Annexion der Krim 2014 ein anderer Wind weht. 

👉 Original (vom 05.09.2023)
👉 Übersetzung aus Google Translate
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Soll man sich an Wahlen beteiligen, von denen man weiß, dass sie manipuliert sind? Ja, sagen einige in der russischen Opposition: Jede Wahl biete die Gelegenheit, die Menschen aus ihrer Passivität herauszulocken. Andere dagegen sehen in einer Wahl ohne Wahl keinen Sinn und plädieren für Boykott. https://www.dekoder.org/de/article/wahl-russland-regionen-2023
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Felix Dsershinski hat wieder ein Denkmal in Moskau – das letzte wurde 1991 abmontiert. Mehr über den gefürchteten Begründer der sowjetischen Geheimpolizei Tscheka und ihren „Roten Terror“ in der Gnose von Robert Kindler.

„Dshershinski wurde zum Maßstab für kristalline Ehrlichkeit, Selbstlosigkeit und Pflichttreue“, sagte Sergej Narsyschkin, Chef des Auslandsgeheimdienstes SWR, vor dessen Zentrale die neue Statue gestern eingeweiht wurde.

Das alte Denkmal vor der Zentrale des KGB wurde 1991 abmontiert – kurz nach dem gescheiterten Augustputsch. „Viele Menschen verstanden die ikonischen Bilder der Demontage als Symbol für das Ende der Sowjetunion“, schreibt Robert Kindler.
Staatsbedienstete sollten in erster Linie für die Belange der Bevölkerung einstehen – nicht für die der Machthaber.

Daran erinnert die belarussische Aktivistin Olga Pauk regelmäßig Beamte, denen sie per Telefon kritische Nachfragen stellt. Ihr Motiv: „Es ist eine Möglichkeit, an ihr Gewissen zu appellieren, auch wenn ich ein solches bislang noch nicht bei ihnen entdeckt habe.“

Das belarussische Online-Medium KYKY hat sie interviewt. Entstanden ist ein Gespräch, das seltene Einblicke in den ansonsten sehr verschlossenen Verwaltungsapparat Lukaschenkos ermöglicht. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-verwaltung-beamte-rudabelskaja-pakasucha
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Leseempfehlung: Ukrainian Analytical Digest

Ukrainian Analytical Digest heißt der neue englischsprachige Ableger der Ukraine-Analysen. In der ersten Ausgabe geht es um Sprachverwendung und Sprachpolitik in der Ukraine. In einem der Beiträge untersucht etwa der Politikwissenschaftler Wolodymyr Kulyk von der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, wie sich Russlands Angriffskrieg auf die Sprachpraxis in der Ukraine ausgewirkt hat: „Entgegen den Erwartungen Putins reagierten die meisten Ukrainer auf die russische Invasion mit einer stärkeren Bindung an ihr Land und ihre Nation“. Dazu gehöre auch, dass die ukrainische Sprache Umfragen zufolge deutlich häufiger im Alltag verwendet werde als zuvor – in allen Teilen des Landes.

👉 englisches Original (September 2023): https://www.laender-analysen.de/uad/pdf/UkrainianAnalyticalDigest001.pdf
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