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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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📕 Wörterbuch des Krieges 👇

📌 Faschismus (faschism): Ein Wort, das in der russischen Propaganda alles Mögliche bezeichet, außer den tatsächlichen Faschismus – ein antiliberales Regime, das auf Revanchismus, Führerkult und der uneingeschränkten Macht des Staates aufgebaut ist.

📌 Gespräche über das Wichtige (rasgowory o washnom): Unterrichtsfach an russischen Schulen, in dem Kinder über den Krieg in der Ukraine erzählt bekommen. Bei Nichterscheinen droht Schulverweis.

📌 Helden-Schultisch (parta geroja): Schultische mit Porträts von russischen Helden, die die Partei Einiges Russland in den Schulen gefallener Soldaten installiert.

Das Online-Medium Mediazona hat die wichtigsten Wörter und Begriffe gesammelt und eingeordnet, mit denen russische Beamte und Staatsmedien den russischen Angriffskrieg erklären.

Hier geht es zum Artikel 👇

https://www.dekoder.org/de/article/woerterbuch-propaganda-krieg

(Archiv)
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Krim oder Zion?

Diese Frage stellten sich jiddisch-sprachige Linke in der Sowjetunion nach der Oktoberrevolution.

Die Krim wurde zum jüdischen Sehnsuchtsort – in vielen Dörfern auf der Halbinsel wurden in den 1920er und 1930er Jahren jüdische Feste gefeiert, es wurde Jiddisch gesprochen und gelesen, es gab jüdische Kultur- und Bildungseinrichtungen. Einige Juden und Jüdinnen hegten sogar den Traum einer jüdischen Sozialistischen Sowjetrepublik auf der Halbinsel.

👉 Eine Gnose von Jakob Stürmann.
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Der belarussische Bürgerrechtler Ales Bjaljazki verbringt seinen heutigen 61. Geburtstag im Gefängnis. Ales Bjaljazki war einer derjenigen, die die ersten offiziellen Demonstrationen in der Belarussischen Sowjetrepublik organisierten. Im Jahr 1996 gründete er die Menschenrechtsorganisation Wjasna und unterstützte diejenigen, die unter den Repressionen des Systems Lukaschenko zu leiden hatten.

Über seinen unermüdlichen politischen Einsatz schreibt Nasha Niva in einem Artikel. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/ales-bjaljazki-portraet-friedensnobelpreis

(Archiv)
Als Sondereinheiten der russischen Polizei im Februar 2000 mindestens 60 Zivilisten in einem Vorort des tschetschenischen Grosny umbrachten, war Bertan noch ein Teenager. Heute kämpft er auf Seiten der Ukraine gegen die russischen Angreifer. So wie auch Mansur, der sagt: „Wenn man Tschetschenien seinerzeit so geholfen hätte wie jetzt der Ukraine, dann hätten wir dieses russische Imperium längst schon bis auf die Grundmauern zerstört.”

The Insider hat mit drei tschetschenischen Freiwilligen in der Ukraine gesprochen. Sie erzählen von ihren Motiven, von ihrer Sicht auf Kadyrow – und vom tschetschenischen Freiheitskampf. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/ukraine-krieg-tschetschenien-freiwilligenbataillone
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Vor 40 Jahren kam es fast zu einer Eskalation des Kalten Krieges – wäre da nicht die besonnene Reaktion von Stanislaw Petrow gewesen. Er war verantwortlicher Diensthabender auf dem Befehlsstand eines sowjetischen Raketen-Frühwarnsystems. Als sein Computer eine angreifende US-Rakete anzeigte, wäre er eigentlich zur sofortigen Meldung verpflichtet gewesen. Aber er traf eine andere Entscheidung. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/petrow-kalter-krieg-atomkrieg-verhindert
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Von wegen russische Besatzung: Alexander Klaskowski wehrt sich in einer kritischen Analyse gegen die gängige Sichtweise, Belarus habe seine eigene Staatlichkeit an Russland verloren. So einfach ist es nicht, sagt er. Das Land sei zwar vom Kreml abhängig – man dürfe die eigenen Interessen Lukaschenkos und seine Fähigkeiten jedoch nicht unterschätzen. 👇


https://www.dekoder.org/de/article/belarus-russland-besatzung-analyse-klaskowski
Leseempfehlung: Von der Einberufung bis ins Grab

Ein Jahr nach Verkündung der Mobilmachung in Russland hat die Redaktion von iStories mit Unterstützung des Conflict Intelligence Team nachgezählt, wer einberufen wurde, wie viele von ihnen umgekommen sind und welche Schlachten besonders tödlich waren.

👉 Original (21. September 2023) / Übersetzung von Google Translate
Ihren Höhepunkt erreichten die grausamen Verbrechen der Nationalsozialisten in den besetzten Gebieten der Sowjetunion nach der Eroberung von Kyjiw: am 29. und 30. September 1941 in der Schlucht Babyn Jar. Einen Tag zuvor wurden in der ganzen Stadt Poster aufgehängt mit der Aufforderung an alle jüdischen Einwohner, sich am nächsten Morgen an einer Kreuzung zu versammeln. Am Morgen des 29. Septembers mussten die Jüdinnen und Juden der Stadt schließlich zur Schlucht Babyn Jar marschieren. Dort fand die Massenerschießung statt, der insgesamt 33.771 Menschen zum Opfer fielen.

Über den Holocaust in der Sowjetunion schreibt der Historiker Dieter Pohl in einer Gnose.
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Tschetschenien, Georgien, Mali, Syrien, Zentralafrika – überall dort hat die russische Armee unbestrafte Kriegsverbrechen begangen, sagt Olexandra Matwiitschuk. Sie leitet das mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete ukrainische Zentrum für bürgerliche Freiheiten. Ihr Ziel – jedes einzelne Verbrechen der russischen Streitkräfte in jedem noch so kleinen Dorf zu dokumentieren.

Wie macht sie das? Und was erzählen ihr jene Menschen, die in Kriegsgefangenschaft waren und unter russischer Besatzung leben mussten? 👇

https://www.dekoder.org/de/article/matwiitschuk-friedensnobelpreis-verbrechen-krieg-ukraine
Leseempfehlung 👉 Sibir.Realii: Wer verliert und wer profitiert

Die Menschen in Russland leiden unter dem Putin-Regime und müssen durch Krieg und Sanktionen große Einschnitte hinnehmen?

Der Historiker Sergej Tschernyschow hält das für ein Zerrbild aus dem liberalen, Moskau-zentrischen Diskurs.

Der Rubelkurs fällt, Reisen ins (westliche) Ausland werden immer schwieriger, Bürgerrechte und Freiheiten werden weiter eingeschränkt, Familien durch Emigration getrennt – für Tschernyschow sind das Einschränkungen, die vor allem eine urbane Minderheit betreffen, wie er in seinem Beitrag für Sibir.Realii argumentiert.

Jenseits der Metropolen hätten die Leute im Großen und Ganzen eigentlich nichts verloren, denn „sie haben auch nichts besonderes zu verlieren“: Auslandsreisen waren für die meisten eh noch nie ein Thema, von inhaftierten Theaterregisseuren haben viele vermutlich eh nie gehört und auch steigende Preise sind kein Grund zur Sorge: „Auf Supermärkte haben diese Menschen eh nie vertraut. Sie haben den Keller voll mit Kartoffeln und eingelegtem Gemüse für den ganzen Winter. Irgendwie kommen wir da schon durch.“

Der Krieg bietet vielen in der Provinz sogar ungeahnte Einkommensmöglichkeiten als Soldat: „Geldzuwendungen in einem Ausmaß, das sie in ihren normalen Jobs auch in vielen Jahren nicht erreichen würden, zusammen mit dem Gefühl, an etwas Großem [dem Kampf gegen den „Faschismus“] teilzuhaben – das ist eine explosive Mischung“, resümiert der Autor.
Vor dreißig Jahren, am 4. Oktober 1993, eskalierte in Russland eine Verfassungskrise. Boris Jelzin ging schließlich mit Panzern gegen seine Gegner vor.

Der Soziologe Philipp Casula schreibt: „Letztlich drückte er mit Waffengewalt eine Verfassung durch, die einen möglichen russischen Parlamentarismus im Keim erstickte und seitdem nur noch ein Zentrum der Macht vorsieht: den russischen Präsidenten.“

Zur Gnose 👇

https://www.dekoder.org/de/gnose/verfassungskrise-1993-jelzin
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Längst betreffen die Repressionen der belarussischen Machthaber auch Künstlerinnen und Künstler. Auch die Tor Band ist davon betroffen. Ihre Songs gelten als Hymnen der belarussischen Demokratiebewegung. Den Bandmitgliedern drohen bis zu zwölf Jahre Haft.

https://www.dekoder.org/de/article/tor-band-belarus-musiker-proteste-haft
Innerhalb von 24 Stunden hat das aserbaidschanische Militär die selbsternannte Republik Arzach zur Kapitulation gezwungen, die de-facto Regierung hat die Auflösung der Republik Arzach zum Jahresende bekanntgegeben. Internationale Reaktionen blieben verhalten – wieso ist das so? Und wer kann den aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyew davon abhalten, möglicherweise auch armenisches Kernland anzugreifen?

Ein Interview mit der Politikwissenschaftlerin Cindy Wittke, die am Leibnitz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung zu eingefrorenen Konflikten in der Region forscht.
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📣 SAVE THE DATE! 📣

Wir Dekoderschtschiki stecken mitten in den Vorbereitungen für unseren Klub-Abend. Am 11. Oktober ist es wieder soweit. Wir kommen in gemütlicher Runde im Panenka in Berlin zusammen. Beginn ist 19:00 Uhr. Also – werdet Mitglied!

Als Klub-Mitglieder bekommt ihr nicht nur unseren wöchentlichen Premium-Newsletter (mit Veranstaltungstipps, interessanter Lektüre und den dekoder-Themen der Woche), sondern könnt euch auch regelmäßig mit der Redaktion und anderen Leserinnen bei unseren Klub-Abenden austauschen.

https://www.dekoder.org/de/klub
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„In den ersten Tagen des Krieges war ich überzeugt, dass ich in meiner Umgebung niemanden treffen würde, der den Krieg unterstützt. Als sich herausstellte, dass es solche Leute dennoch gab, empfand ich neben dem schrecklichen Schock zusätzlich Abscheu, regelrecht Ekel.“

Die Soziologin Anna Kuleschnowa hat mit mehr als hundert Kriegsgegnern gesprochen, die in Russland geblieben sind. Sie alle eint die Angst. Ihre Haltung können sie nur noch subtil oder auf Underground-Veranstaltungen zum Ausdruck bringen. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/kriegsgegner-gesellschaft-veraenderungen-studie
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📸 Fotografien aus Belarus vor dem Zweiten Weltkrieg sind selten, häufig liegen sie in privaten Sammlungen oder Museen.

Einen außergewöhnlichen Einblick in das Alltagsleben der Einwohner Polesiens, einer zwischen Belarus und der Ukraine gelegenen Sumpflandschaft, zeigen die Aufnahmen des polnischen Ethnologen Józef Obrębski. Er hat die Region in den 1930er-Jahren erforscht. Weder Ukrainer noch Belarussen seien die dortigen Bewohner, sondern ein ganz eigenes Volk, sagte er. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/polesien-ethnologe-obrebski-fotografie
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📣 Reminder 📣

Morgen ist es so weit: dekoder-Redaktion und Leser kommen bei einem weiteren Klubabend in gemütlicher Runde im Panenka in Berlin zusammen. Es wird Raum und Zeit geben, mit den Redakteur:innen über persönliche Favoriten, interessante Themen und Texte zu sprechen.

Beginn: 19 Uhr
Adresse: Weichselstraße 27, 10247 Berlin

Also: werdet Mitglied und teilt gerne diese Einladung!
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Tarassowitsch heißt der Mann auf dem Foto. Er versteckte sich in seiner Irpiner Wohnung vor den russischen Bomben – gemeinsam mit einem Straßenhund. Die volle Geschichte hinter den Aufnahmen erzählt der ukrainische Fotograf Nazar Furyk im Interview.

Die Serie Bilder vom Krieg zeigt fotografische Perspektiven auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Foto: Nazar Furyk
Bildredaktion und Konzept: Andy Heller
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Sagt es weiter – wir freuen uns auf euch. Hier findet ihr unsere Playlist für den Klubabend, um euch schon einmal einzustimmen 👇

https://open.spotify.com/playlist/6LO0oolYq3BgiLG76KudzV


Und unter diesem Link könnt ihr ganz einfach dekoder-Klubmitglied werden 👇
https://www.dekoder.org/de/klub
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Seit Frühjahr 2022 gibt es in Russland Meldungen von regelrechten Migrantenjagden und Zwangsrekrutierungen ausländischer Einwanderer. Novaya Gazeta Europe beleuchtet, wie Staatsbürgerschaftsanwärter in Russland unter Druck gesetzt werden, sich dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine anzuschließen. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/migration-einbuergerung-kriegsdienst
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