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Lower Class Magazine
Ankündigung des Koordinations- und Solidaritätsrates der offiziellen Ölarbeiter. Über den Streik am 17. Januar:
Das Spiel ist aus:
Wir haben es gesagt, unsere Geduld ist begrenzt; wir haben es gesagt, öffnet eure Ohren;
Wir haben es gesagt, und ihr wolltet nicht hören;
Jetzt werden wir die Sintflut sein, die alles mit sich reißt, zerstörerisch und verheerend.
Es war nicht so sein dass wir eine Flamme sind und alleine vor uns her verbrennen; wir werden jene Flamme sein, die ihr nicht mehr löschen können, auch nicht mit all euren Tränen. Wir haben euch gewarnt, provoziert uns nicht!
Zehn Jahre und 245 Tage sind seit der Verabschiedung von Artikel 10 des Gesetzes vom 8. Mai 2012 vergangen* .
Wir haben den Schwarzen Samstag im September 2022 erlebt [Kundgebung vor dem Krankenhaus, in dem Mahsa gestorben war], wir haben den 17. Dezember hinter uns [Warnstreik der Ölarbeiter], und jetzt ist es an der Zeit, eure Lügen zu entwurzeln und sie in aller Öffentlichkeit zu denunzieren.

Der 17. Januar wird der Tag des Endes sein; haltet Ausschau nach der Sintflut der mutigen Männer der Ölindustrie, die eure Fundamente zerstören werden.
Bisher haben wir alles gegeben, alles, was wir hatten; wir haben mit ganzem Herzen, aufrichtig und loyal für eine Produktion gearbeitet, deren Gewinn direkt in eure Taschen fließt, und für uns und unsere Familien gab es nichts als leere Hände, gekränkte Seelen Umweltverschmutzung, Krankheiten ....
Wir müssen niemandem mehr Rede und Antwort stehen!

Hic Rhodus, hic Salta !
Unser Datum ist der 17. Januar
Ein für alle Mal,
Überall,
In Teheran, Ahvaz, Assalouyeh, Mahshahr, Gachsaran sowie in allen Öl- und Betriebsgebieten.

11. Januar 2023
Koordinations- und Solidaritätsrat der offiziellen Beschäftigten in der Ölindustrie.

*[Ein Gesetz, das "zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Beschleunigung der Ausbeutung gemeinsamer Ölfelder und zur Erhaltung der spezialisierten Humanressourcen" verabschiedet wurde. Insbesondere in gemischten Produktionsbereichen mit Ländern wie Katar, werden
Tochtergesellschaften der Unternehmen von den Verpflichtungen des Gesetzes über die Verwaltung des öffentlichen Dienstes befreit und es wird ihnen erlaubt, leih und Zeitarbeitsverträge zu schließen]

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Wochenrückblick:

Diese Woche veröffentlichen wir unseren Rückblick mit ein paar Stunden Verspätung. Wir haben heute das Grab von Rosa Luxemburg & Karl Liebknecht besucht und ihrer Hoffnungen, Kämpfe und Ideale gedacht. Wir hoffen dass wir bald im Iran unsere Gefallenen besuchen und mit der Freiheit unserer Heimat und roten Nelken ihrer gedenken können.


Der Rückblick : https://tinyurl.com/3tr73brs

Wir danken Habib vom Andisheh va Peykar für die ausführlichen Zusammensetzung & den Genoss:innen die uns bei der Vorbereitung unterstützen!

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Im Iran dem Land mit den Weltweit zweitgrößten Gasreserven, kommt es zu massiven Verknappungen und Ausfällen. Viele Industriezweige wie z.B die Zement Produktion mussten alles stilllegen. Seit einigen Tagen trifft es auch die Städte härter. Bei Minustemperaturen ist das Gas ist in einigen Städten komplett Ausgefallen und die Preise steigen in die Höhe. Ein Gaskanister für 200,000 Tuman dass ist etwa 10% des Gehalts von einem einfachen Arbeiter.
In Torbat-e-Jam gab es gestern Nacht heftige Proteste & Zusammenstöße.
Die Staatlichen Medien der I.R berichten jedoch lieber vom harten europäischen Winter...

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Leila Hosseinzade Schreibt über das was sie in mehr als vier Monaten Haft im Adel-Abad Gefängnis in Schiraz erlebte.

"Diese Worte beschreiben Kaum das Fegefeuer":
https://tinyurl.com/32uudb2x

t.me/LowerClassMag
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Im Video sind die Kolbar "Träger" zu sehen. Sie sind kurdische Arbeiter die aus struktureller Armut und Arbeitslosigkeit heraus, gezwungen sind für einen Hungerlohn, Waren auf ihrem Rücken zwischen Iran und Irakischem Kurdistan zu Transportieren. Vom Staat stigmatisiert und illegalisiert, wurden im vergangenen Jahr 43 Kolbar durch die Kugeln der iranischen Grenztruppen erschossen, Mehr als 160 wurden verletzt. Vor einpaar Wochen erst töte die IRGC dutzende Pferde und Gäule der Kolbar. Die Bilder wollen wir hier nicht posten.
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Im Video sind die Kolbar "Träger" zu sehen. Sie sind kurdische Arbeiter die aus struktureller Armut und Arbeitslosigkeit heraus, gezwungen sind für einen Hungerlohn, Waren auf ihrem Rücken zwischen Iran und Irakischem Kurdistan zu Transportieren. Vom Staat…
„Kurdistan, Kurdistan, der Friedhof der Faschisten!“, ist einer der Hauptslogans der Kurden während des revolutionären Aufstands. Warum? Ihre Konfrontation mit dem Faschismus ist direkt und nackt! In Kurdistan ist Faschismus nicht nur eine Phrase oder ein politischer Slogan zur Überspitzung der Unterdrückung, sondern ein etabliertes politisches Regime, das eine große Bevölkerung durch systematische Entbehrungen und Ausgrenzung, einen Großteil der Bevölkerung, für den Broterwerb ins Spartacus-Zeitalter verbannt hat.

Tatsächlich hängt das Verständnis über Unterschiede in der Fortsetzung des Klassenkampfs über Jahrzehnte hinweg und den einzigartigen Formen des Widerstands in Kurdistan davon ab, den qualitativen Unterschied in der Unterdrückung der Region durch die Zentralregierungen zu verstehen.

Die Unterschiede nicht zu verstehen, oder mehr noch, sie zu verstehen und zu leugnen, bringt z.B einen Online Aktivisten dazu, Kurdistan vorzuschlagen, um 9 Uhr abends kollektiv den Müll raus zubringen, um das Regime zu lähmen (!!) oder irgendein selbsternannter Oppositionsführer der Dutzende Schritte hinter dem Bewusstsein kämpfenden Jugend Kurdistans über revolutionäre Organisation steht, verschreibt denen irgendein Rezept wie sie zu Kämpfen haben.

Gleiches gilt für Intellektuelle und Organisatoren in der Hauptstadt und dem Zentrum: wenn sie den qualitativen Unterschied zwischen dem Leben der Peripherie und der Arbeiterklasse von Teheran oder dem Unterschied der Arbeiterklasse und Mittelschicht nicht richtig verstehen, werden sie auf die gleiche Weise immer überrascht, sein "warum die Aufrufe nicht funktionieren und "warum wir keine Millionenversammlungen haben", ohne eine Antwort erreichen zu können.

Die Islamische Republik in Qaitariya (Wohlhabenden Viertelin Teheran) ist nicht die Islamische Republik von Qala-Hasan-Khan und Waramin (Teheraner Stadtperipherie). Die Islamische Republik, die in Fereschte ( Reichen Viertel in Teheran) regiert, ist in keiner Weise die Islamische Republik in Kurdistan und Belutschistan. Diese Unterschiede zu leugnen bedeutet, die Unterdrückten zu leugnen. Die sich reproduzierenden Wurzeln der Unterdrückung leugnen, das heißt, den Status quo mit einer kleinen Änderung ihrer Erscheinung und Inszenierung aufrechtzuerhalten. Schließlich heißt es :der Konterrevolution treu bleiben!

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Wie bereits angekündigt legen heute viele Arbeiter der Ölindustrie ihre Arbeit nieder und beginnen die Protestversammelungen. In #Dehluran, der Raffinerie in #Ilam, der Öl und Gas Abbau Karun & Marun aus #Ahvaz, in #Pars , in #Aghazji , in der Raffinerie von #Abadan, der Petrochemie in #Mahschahr, der 5.Raffinerie #Süd_Pars, und der Raffinerie #Fajr_Jam haben sich bis zu diesem Zeitpunkt die Arbeiter dem Aufruf angeschlossen.

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Für Samstag 21.01, rufen linke & sozialistische iranische Initiativen und Kollektive zu Protestkundgebungen in Europa auf.
Gegen die Hinrichtungen und der Unterdrückung und in Solidarität mit dem Widerstand der Gefangenen und ihren Familien!
Wir Teilen hier den Aufruf, und laden alle ein daran teilzunehmen, nicht nur um internationale Solidarität zu zeigen und gemeinsam eine Linke Stimme zu erheben, sondern auch um Genoss:innen kennen zu lernen und Verbindungen zu schaffen.

Die Daten für Deutschland sind wie folgt:

Hamburg: Hein-Köllisch-Platz 12:00-14:00
Berlin: Pragerstraße 2A an der Gedenktafel der Opfer vom Mykonos Atentat 12:00-13:30
Frankfurt: Merianplatz 14:00-16:00
Göttingen: Nikolaikirchhof ab 16:00
Bremen: Goetheplatz ab 15:00

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