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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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Ein Symbol für den Wandel der ukrainischen Gesellschaft:
Der Maidan in Kyjiw hat eine besondere Bedeutung als Ort des Protests und des Kampfes für Unabhängigkeit und Freiheit.

In den letzten Jahrzehnten haben sich hier drei große und zahlreiche kleinere Proteste zugetragen, die den Platz zu einem Symbol des Widerstands und des demokratischen Engagements machen.

Als dritter und größter Massenprotest in der ukrainischen Geschichte reihte sich der der Euromaidan von 2013/14 in eine lange Protestgeschichte ein.

Welche Wege haben sich aus der starken Protestkultur rund um dem Maidan für die ukrainische Gesellschaft entwickelt? Und wie trägt die Protestgeschichte zum Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg bei?
Das erklärt Soziologin Susann Worschech in unserem Special zur Revolution der Würde vor zehn Jahren:

https://specials.dekoder.org/freiheit-protest/ukraine/ (aus unserem Archiv)
Russisch oder Belarussisch?

Welche Sprache wann gesprochen wird, ist in Belarus nicht immer ganz klar.
Dabei betrachten viele Belarussinnen und Belarussen das Belarussische eindeutig als ihre Muttersprache – obwohl sie es nicht immer sprechen, aber meistens verstehen.
Von der Staatsführung wird das Belarussische weitgehend unterdrückt.

Um die Widersprüche rund um die Verwendung des Belarussischen verstehen zu können, haben wir heute zum „Internationalen Tag der Muttersprache“ noch einmal unsere Gnose zur modernen belarussischen Sprache für Euch hervorgeholt:

https://www.dekoder.org/de/gnose/moderne-belarussische-sprache-geschichte
Er ist ukrainischer Soldat mit der Aufgabe, Leichen auf dem Schlachtfeld zu bergen.
Was er und seine Kolleginnen und Kollegen dabei sehen und erleben, halten viele nicht auf Dauer durch.
Seit dem 24. Februar komme es vor, dass der Suchtrupp auch zur Zielscheibe von Drohnenangriffen wird, erzählt der Soldat in einem Interview mit Meduza.

Trotzdem bleibt er dabei: „Es klingt womöglich zynisch, aber mir gefällt diese Suche.”

Ein Interview über die täglich Suche nach gefallenen Menschen im Krieg:

https://www.dekoder.org/de/article/ukraine-krieg-leichen-bergung-interview
1613 politische Gefangene, mehr als 5.000 politische Strafverfahren, über 50.000 Menschen, die verschiedenen Formen der Verfolgung ausgesetzt sind:

Olga Shparaga analysiert die Protestwelle von 2020 in Belarus und erklärt, warum sie und die Menschen den Ausdruck „unglaublich“ wirklich verdienen:

https://specials.dekoder.org/freiheit-protest/belarus/

Fotos: https://www.jedrzejnowicki.com/
Bildredaktion: https://andy-heller.de/
Als der Krieg begann, war Dima elf Jahre alt. Er ist im Gebiet Donezk in der Ostukraine geboren und aufgewachsen.
Mit 18 hat er sich freiwillig zu den Grenztruppen gemeldet.
Mit 20 ist er gefallen.
Sein Grab liegt in seinem Heimatort.

Jetzt hofft seine Mutter, dass die Russen ihr ihren Sohn nicht ein zweites Mal nehmen, sagt sie: Erst haben sie ihn getötet, jetzt drohen sie, auch den Ort einzunehmen, wo er beerdigt ist.

An diesem Wochenende jährt sich der Beginn der russischen Großinvasion zum zweiten Mal.
Die Fotografin Johanna-Maria Fritz arbeitet an einem Bildband über die Jugend an der Front.

Im dekoder-Interview erzählt sie, wann sie den Schmerz des Krieges einfängt und wann es ihr dann doch nicht gelingt, die Geschehnisse mit der Kamera zu dokumentieren:

https://www.dekoder.org/de/article/johanna-maria-fritz-fotografie-krieg-ukraine

Foto: Johanna-Maria Fritz: http://www.johannamariafritz.com/
Bildredaktion und Konzept: Andy Heller: https://andy-heller.de/
„Die Parlaments- und Regionalwahlen verliefen ganz im sowjetischen Geiste: kein Kampf um die Macht, sondern ein Festtag.” So beschreibt Alexander Klaskowski die „Scheinwahl”, die am gestrigen Sonntag in Belarus stattfand und bei der Alexander Lukaschenko seine Kandidatur für eine weitere Wahl bekannt gab, die ebenfalls ohne Opposition auskommen muss: 2025 will er sich abermals „krönen“ lassen, wie Swetlana Tichanowskaja es nannte.

In seiner Analyse zeigt der belarussische Journalist Klaskowski, dass die gestrigen Wahlen eben für diese sogenannte Präsidentschaftswahl bereits ein Testlauf waren, der nur ein Ziel hat: jegliche Überraschung zu verhindern.

👉🏻https://www.dekoder.org/de/article/parlamentswahl-belarus-klaskowski-analyse
„Ich stehe wegen eines Zeitungsartikels vor Gericht, in dem ich das politische Regime, das sich in Russland herausgebildet hat, totalitär und faschistisch genannt habe. Doch jetzt ist völlig offensichtlich – ich habe kein bisschen übertrieben.“ 

Dem Memorial-Mitbegründer Oleg Orlow drohen zwei Jahre und elf Monate Haft wegen angeblicher „Diskreditierung der Armee“. Hier sein Schlusswort vor Gericht:

https://www.dekoder.org/de/article/oleg-orlow-memorial-gericht-schlusswort
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„Es bilden sich neue Kontakte, neue Formen der Vernetzung und der gegenseitigen Unterstützung.” Dies sagt Igor, ein belarussischer Kulturschaffender, der trotz der politischen Verfolgungen in seiner Heimat geblieben ist. Mediazona Belarus hat mit ihm und anderen Belarussen gesprochen, die sich gegen die Flucht ins Exil entschieden haben. Diese Stimmen geben einen seltenen Eindruck von der Atmosphäre in Belarus und darüber, was dort unter einem hochrepressiven System noch an Widerstand und Aktivismus möglich ist.

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-aktivisten-stimmung-repressionen
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Heute vor neun Jahren wurde der Oppositionspolitiker Boris Nemzow unweit des Kreml ermordet, die Auftraggeber wurden bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen. Nemzow kritisierte 2014 lautstark die Krim-Annexion und forderte den Abzug aller russischen Truppen aus der Ostukraine, deren Existenz der Kreml damals versuchte zu vertuschen. Bis zu seiner Ermordung hat Nemzow an einem Aufsatz zu diesem Thema gearbeitet, der im Mai 2015 unter dem Titel „Putin. Krieg“ posthum veröffentlicht wurde – von seinem Weggefährten Ilja Jaschin (rechts im Bild). Jaschin selbst sitzt seit Dezember 2022 in Haft für seine Kritik am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
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„Aber dann gingen Menschen zu Boden, und es wurde klar, dass dieses machthungrige Regime nicht durch Moral oder Verfassungstexte aufzuhalten sein würde. Es hatte den eigenen Bürgern den Krieg erklärt.“

Soziologin Diana Kudaibergenowa über das politische und zivilgesellschaftliche Vermächtnis der Proteste in Kasachstan im Januar 2022.

👉🏻 https://specials.dekoder.org/freiheit-protest/kasachstan/
„Schon in früher Kindheit hatte ich eine furchtbare Schokoladenallergie.”

Weiter geht es in unserem Belarus-Literatur Special: Diesmal präsentieren wir zusammen mit dem Goethe-Institut im Exil Texte aus dem Prosaband „Traumwerke”, das die renommierte belarussische Autorin Vera Burlak 2011 veröffentlicht hat. Thomas Weiler und Tina Wünschmann haben die absurd-komischen Texte erstmals aus dem Belarussischen ins Deutsche übertragen. Viel Spaß beim literarischen Traumwandeln!

https://specials.dekoder.org/de/belarus-literatur/burlak-traumwerke/
dekoder-Übersetzerin Jennie Seitz ist in der Sparte Übersetzung nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2024 – mit ihrer Übertragung ins Deutsche von Katerina Gordeeva: Nimm meinen Schmerz. Geschichten aus dem Krieg.

👉 https://www.dekoder.org/de/person/jennie-seitz
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Selbst im Tod fürchtet der russische Staat den Oppositionsführer Alexej Nawalny.

Erst weigerten sich die Behörden, seine Leiche den Angehörigen zu übergeben, dann war keine Kirche bereit, den Beerdigungsgottesdienst auszurichten, und kein Bestattungsunternehmen wollte den Sarg mit dem Toten transportieren.

Wie sich die Russisch-Orthodoxe Kirche zu diesem unwürdigen Umgang mit einem Verstorbenen verhält, erklärt die Theologin Regina Elsner.

👉🏻 https://www.dekoder.org/de/article/alexej-nawalny-beerdigung-kirche-repressionen
„Das Russland, von dem ich geträumt habe, wird es nicht mehr geben“: Die russische Journalistin @olga_beshley nimmt Abschied – von Nawalny und einem Teil ihrer Lebensgeschichte.

👉 https://www.dekoder.org/de/article/beschlej-kommentar-beerdigung-nawalny
Proteste gegen Diktaturen führen nur selten zur Ablösung eines ansonsten stabilen Regimes: Nur die wenigsten gewinnen den Freiheitskampf, wie etwa die Protestierenden auf dem Euromaidan in der Ukraine – die meisten scheitern, so wie in Belarus, Kasachstan und Russland. Warum ist das so?

👉🏻 https://specials.dekoder.org/freiheit-protest/diktaturen/
Wie funktionieren Alternativmedien in Deutschland – und inwieweit ist der Kreml involviert?

In einem Interview mit dekoder spricht die Kommunikationswissenschaftlerin Arista Beseler über die sogenannten Alternativmedien:
Warum klingen NachDenkSeiten, Compact und Co. häufig ganz ähnlich wie Propagandamedien aus Russland? Und was kann man dem entgegensetzen?

https://www.dekoder.org/de/article/deutsche-alternativmedien-russische-propaganda
Heute vor 71 Jahren ist Stalin gestorben.
Sein Ableben löste nicht nur unter den engsten Vertrauten Chaos aus:
Tausende strömten zu seinem Abschied, dabei war der Andrang so groß, dass es zu mehr als einhundert Todesfällen kam.
Selbst unter Opfern der stalinistischen Ordnung herrschte eine bedrückende Mischung aus Erleichterung und Trauer.
Ungewissheit über die Zukunft prägte die Atmosphäre im ganzen Land.

Tiefere Einblicke in die Tage rund um den Tod des Sowjetischen Führers findet ihr in unserer Gnose:

https://www.dekoder.org/de/gnose/stalins-tod (aus unserem Archiv)
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Alltag nach zwei Jahren unter russischer Besatzung:

Der Film „20 Tage Mariupol” ist als bester Dokumentarfilm für einen Oskar nominiert. Darin zeigt der Regisseur Mstyslav Chernov die ersten drei Wochen nach dem russischen Überfall auf die ukrainische Hafenstadt.

Wie aber geht das Leben in der Stadt heute weiter, nach zwei Jahren Besatzung?
Das Portal Mediazona hat sich in der Bevölkerung umgehört:

https://www.dekoder.org/de/article/mariupol-immobilien-wiederaufbau-entschaedigung
„Wir müssen bereit sein für das Grauen, wenn wir erfahren, was das Schweigen vor uns verbirgt, wenn es endlich gebrochen wird.”
Hanna Yankuta ist Autorin, Übersetzerin und Literaturkritikerin aus Belarus.
In ihrem Essay für unser Projekt „Spurensuche in der Zukunft” in Kooperation mit der S. Fischer Stiftung spricht sie über ein Belarus, das sich immer mehr trennt und spaltet: Zwischen denen, die im Land geblieben sind, und denjenigen, die das Land verlassen mussten.
Eine gemeinsame Zukunft sei dabei erst wieder möglich, wenn das große Schweigen über die Gräueltaten und die Unfreiheit gebrochen werde.

Zum Essay:
https://www.dekoder.org/de/article/yankuta-essay-zukunft-belarus

Illustration © Tosla
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