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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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Warum gibt es Belarus? Eine berechtigte Frage – meinen doch viele Experten auf diesem Gebiet: Kaum eine andere Nation musste bei ihrer Entstehung so viele Hürden überwinden.
Viele andere Völker sind im Laufe der Geschichte einfach verschwunden, ohne Nationen zu werden.

Der belarussische Journalist Alexander Klaskowski argumentiert im Interview, dass die Nationenbildung bestimmten Charakterzügen der Belarussen, aber auch einfach viel Glück zu verdanken sei:

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-klaskowski-geschichte-nation
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Russland ist „ein Dornröschen, das Arschlöchern vertraut“.
Das singt der russische Rockklassiker Juri Schewtschuk in einem seiner berühmtesten Lieder. Der Rockstar liebt seine Heimat über alles – auch wenn sie ihm immer wieder Anlass zur Enttäuschung gibt.

In Russland darf Schewtschuk mit seinen Liedern über Frieden und die Liebe zur Heimat heute nicht mehr auftreten. Für den berühmten Musiker und Kriegsgegner aber noch lange kein Grund aufzugeben.

Ein Porträt zu Ehren einer russischen Rocklegende.
https://www.dekoder.org/de/article/schewtschuk-ddt-rockmusik-antikriegslieder
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In Belarus gibt es fast 1400 politische Häftlinge, darunter auch die Anführerinnen des Aufstands 2020 gegen das Lukaschenko-Regime. Keine*r von ihnen wurde bei dem großen Gefangenenaustausch am Donnerstag berücksichtigt. Es spreche Bände, so Stimmen aus belarussischen Exilmedien, dass Belaruss*innen nicht einmal symbolisch beteiligt waren.
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Im ganzen Land wehten weiß-rot-weiße Fahnen, die Begeisterung für eine gemeinsame nationale Identität war groß:
Vor vier Jahren demonstrierten die Menschen in Belarus im größten Aufstand ihrer Geschichte gemeinsam für Neuwahlen und Grundrechte.
Heute zeigt sich das Land wieder stärker gespalten.

Vor dem Hintergrund der wechselvollen belarussischen Geschichte reflektiert der Journalist Alexander Klaskowski über die große Frage der nationalen Identität seiner Landsleute.
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Jekaterina ist 50 Jahre alt, Mutter von sechs Kindern und orthodoxe Christin.
Lange spielte Politik in ihrem Leben keine Rolle.
Doch seit dem 24. Februar 2022 protestiert sie gegen den Angriffskrieg ihres Landes. Mehrfach hat die Polizei sie schon festgenommen.

Im Interview spricht sie über ihren Aktivismus, über die Suche nach Gleichgesinnten in der Kirchengemeinde, verzweifelte Stunden in der Arrestzelle und die Angst um ihre Kinder.
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Nadija Sljessarjewa ist sieben Jahre alt, als der sowjetische Geheimdienst im „Großen Terror“ ihren Vater entführt und sie zur Tochter eines „Volksfeindes“ macht. Wenig später überfällt Deutschland ihre Heimat.

Was das Mädchen aus dem ukrainischen Dnipropetrowsk daraufhin erlebt, schreibt sie auf:
Sie erzählt, wie die Nazis sie entlang einer Straße jagen, an deren Rand Gehenkte baumeln. Wie sie in Viehwaggons von Lager zu Lager transportiert wird und als eine sogenannte „Ostarbeiterin“ in einem kilometerlangen Bunkertunnel Zwangsarbeit verrichtet.
Ihre tragische Kindheit voller Sowjet-Repression und NS-Zwangsarbeit endet zehn Jahre später, als sie 17 Jahre alt ist – mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Auf war.dekoder.org erzählen wir ihre Geschichte
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Heute vor vier Jahren:

Die Zentrale Wahlkommission in Belarus verkündet, dass Lukaschenko die Wahl mit rund 80 Prozent klar gewonnen habe.

Was folgt, ist der größte Aufstand in der Geschichte des Landes.
Noch am selben Abend strömen Zehntausende auf die Straßen, das Regime geht brutal gegen die Demonstrierenden vor, nimmt Tausende fest.
Am 10. August gibt es den ersten Toten.

Ein dekoder-Special über die Taktiken, die Kreativität und Friedfertigkeit einer Protestwelle, die niemand erwartet hatte.

(aus unserem Archiv)
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„Im Sommer 1944 brachte man uns nach Stettin. Wir waren in Baracken untergebracht und arbeiteten am Bau des Bombenschutztunnels. Diese Monate der Gefangenschaft waren besonders schwer.
Die Bauarbeiten am Tunnel liefen rund um die Uhr. Die ganze Zeit lebten wir in kalten Baracken, hungrig, barfuß und in alter, zerschlissener Kleidung.“


Die ganze Geschichte von Nanotschka, einem ukrainischen Mädchen in NS-Zwangsarbeit, lest ihr unter war.dekoder.org
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Die russische Sopranistin Anna Netrebko zählt zu den bekanntesten Opernsängerinnen der Gegenwart.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine distanzierte sie sich zwar vom Krieg, nicht aber von Putin.

Ein Blick auf einen internationalen Star der Klassikszene – von den einen gefeiert, von den anderen kritisiert als Marionette des Kremls:
https://www.dekoder.org/de/gnose/anna-netrebko-sopranistin
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Seit den Protesten im Jahr 2020 steigt die Zahl politischer Strafverfahren in Belarus stetig an.
Derzeit gibt es mehr als 1300 politische Gefangene.

Die Menschenrechtsorganisation Wjasna hat einen Überblick über Ausmaß und Tendenz der Repressionen seit 2020 zusammengestellt.
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Die Unabhängigkeit von Belarus ist heute stärker gefährdet als je zuvor seit dem Ende der Sowjetunion.
Wie konnte es dazu kommen? Haben die Belarussen möglicherweise nicht genug getan, um die Souveränität ihres Staates zu sichern?

Diese Fragen erörtert der bekannte belarussische Dichter, Schriftsteller und ehemalige Präsidentschaftskandidat Uladsimir Njakljajeu in seinem Essay für unser Projekt „Belarus – Spurensuche in der Zukunft” mit der S. Fischer Stiftung.

Illustration © Tosla
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„Man degradiert völlig”, sagt Alesja über ihre Zeit in belarussischen Gefängnissen. Die Aktivistin war festgenommen und zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie sogenannten Eisenbahnpartisanen helfen wollte, aus Belarus zu flüchten. Sie durchlebte Gewalt,
Drangsalierungen, Psychoterror und unmenschliche Haftbedingungen.

Die dramatische Geschichte der ehemaligen politischen Gefangenen erzählt das Online-Medium Mediazona Belarus.

https://www.dekoder.org/de/https%3A//www.dekoder.org/article/belarus-sabotage-eisenbahn-repression
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Am 21. August 1968 rollten sowjetische Panzer durch Prag. Vier Tage später demonstrierten acht Männer und Frauen auf dem Roten Platz gegen die gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings. Ein kleiner Protest nur, aber dieser wurde zur Inspiration für Generationen von Kreml-Gegnern. 

https://www.dekoder.org/de/gnose/1968-prager-fruehling-dissidenten 
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Nach der Einführung einer strengen Militärzensur im März 2022 sind viele Journalisten aus Russland geflohen. Sie wollten sich nicht den Regeln unterwerfen, nach denen der Krieg „Militärische Spezialoperation“ genannt werden muss und die Angaben des Verteidigungsministeriums als einzige wahre Quelle erlaubt sind. Seitdem beobachten sie die Entwicklung in ihrem Heimatland vom Baltikum, von Georgien oder von Westeuropa aus.

Es gibt aber auch einige wenige Medien, die im Land geblieben sind, und trotzdem versuchen, unabhängige Berichterstattung zu machen. Ein Reporter von Takie Dela hat bei der Regionalzeitung Swobodnyje Nowosti („Freie Nachrichten“) in Saratow beobachtet, wie der Balanceakt auf dem schmalen Grat zwischen Gefängnis und Opportunismus im Alltag aussieht.

https://www.dekoder.org/de/article/pressefreiheit-russland-lokalzeitung
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Heute vor 85 Jahren trat der Ribbentrop-Molotow-Pakt in Kraft. In einem geheimen Zusatzprotokoll hatten sich Deutschland und die Sowjetunion auf die Teilung Polens und Osteuropas, inklusive Finnlands, geeinigt. Am 1. September marschierte die deutsche Wehrmacht in Polen ein. Am 17. September folgte die Rote Armee und besetzte den Osten des Landes. In den ersten 22 Monaten des Zweiten Weltkriegs waren das „Dritte Reich“ und die Sowjetunion Verbündete, die den europäischen Kontinent gewaltsam untereinander aufteilten.
Mehr über den Pakt und seine Folgen erfahrt ihr in unserer Gnose:

https://www.dekoder.org/de/gnose/hitler-stalin-pakt-weltkrieg 
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Seit Juli wurden in Belarus zahlreiche politische Gefangene entlassen, auch in dieser Woche. Die Repressionen gehen indes ungebremst weiter. Was bezweckt das System Lukaschenko mit den Freilassungen?

Der belarussische Politanalyst Artyom Shraibman setzt sich auf dem Online-Portal Zerkalo eingehend mit dieser Frage auseinander. Unsere aktuelle Leseempfehlung:


https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
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Jegor Balasejkin war 17, als ein Gericht ihn zu sechs Jahren Lagerhaft verurteilte. Er soll versucht haben, ein Rekrutierungsbüro der russischen Armee in Brand zu setzen. „Ich wünsche mir, dass ich in den kommenden fünf Jahren nicht vollkommen den Verstand verliere, dass ich geistig gesund bleibe“, sagt seine Mutter. Das ganze Leben der Familie dreht sich jetzt darum, Jegor im Lager zu unterstützen – mit Briefen und mit Versorgungspaketen.  

Wie der Familie Balasejkin geht es tausenden Angehörigen politischer Gefangener. Drei Familien haben Journalisten des Portals Bereg erzählt, wie die Verhaftungen ihr Leben auf den Kopf gestellt haben. 

https://www.dekoder.org/de/article/politische-gefangene-russland-angehoerige 
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Lukaschenko soll ein Drittel seiner Armee an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen haben. Greift der belarussische Machthaber nun doch mit eigenen Truppen in den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein? Igor Lenkewitsch vom belarussischen Online-Medium Reform hat dazu eine klare Meinung.

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-truppen-grenze-krieg-lenkewitsch
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