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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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Jakutien ist eine Republik weit im Norden Russlands.
Vor rund zehn Jahren haben dort mehr als 200 Dörfer beschlossen, dass es in ihren Läden weder Bier noch Wodka zu kaufen geben soll: Um den Alkoholismus zu bekämpfen und Straftaten unter Alkoholeinfluss vorzubeugen.

Wie gut das bisher funktioniert und wie es sich in den „trockenen“ Dörfern im Osten Russlands lebt, hat Takie Dela in einer Fotoreportage festgehalten.
Gefallene russische Soldaten werden häufig auf dem Schlachtfeld zurückgelassen.
Weil das Bergen zu gefährlich ist, um die Statistik zu schönen oder um Geld zu sparen:

Gibt es keine Leiche als Beweis für den Tod eines Soldaten, heißt das für die betroffenen Familien oft: keine finanzielle Entschädigung.
Für die betroffenen Einheiten: kein Truppennachschub.
Für den russischen Staat: optimistischere Statistik.


Um ihre Ansprüche geltend zu machen, ziehen Angehörige wie Kommandeure in Russland immer häufiger vor Gericht.
Kindern eine Auszeit vom Krieg bieten:
Das will Belarus angeblich – und holt immer wieder ukrainische Kinder aus den von Russland besetzten Gebieten ins Land.

Den Transfer der Kinder in die ferienlagerähnlichen Einrichtungen beschreiben staatliche Medien oft wie eine „magische Reise ins Märchenland“. In Belarus angekommen, werden einige Kinder dann in Propagandasendungen vorgeführt .

Wie belarussische Medien ukrainische Kinder für russische Propaganda instrumentalisieren und damit retraumatisieren:

https://www.dekoder.org/de/article/ukraine-verschleppte-kinder-propaganda
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Anfang 2025 sollen in Belarus Präsidentschaftswahlen stattfinden – und das, obwohl Lukaschenkos derzeitige Amtszeit nach den gefälschten Wahlen von 2020 offiziell erst im Juli 2025 endet.

Gegenkandidaten gibt es nicht, Protest ist de facto unmöglich, die Wahl wird mehr Inszenierung als Realität: Warum also hat es das Regime so eilig?

Der Journalist Alexander Klaskowski erläutert mögliche Motive.
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Als Wagner-Chef Prigoshin im Sommer 2022 damit begann, Häftlinge für den Krieg in der Ukraine anzuwerben, gab es dafür noch keinen rechtlichen Rahmen. Wladimir Putin musste jeden Verurteilten per Geheimdekret begnadigen.
Eine Gesetzesreform vom September vereinfacht das Verfahren: Jetzt ist es möglich, in jedem Stadium eines Strafprozesses den Ausweg an die Front zu wählen. Sogar noch bevor Anklage erhoben wurde.

Fast jeder Dritte entscheidet sich für den Krieg.
Die Novaya Gazeta Europe hat mit Häftlingen, Anwälten und Polizisten gesprochen. Wie die Rekrutierung abläuft und wer davon profitiert steht in ihrem Bericht:

https://www.dekoder.org/de/article/rekrutierung-gefangene-strafprozess
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Am Morgen des 24. April 1942 treiben bewaffnete SS-Leute die Bewohner·innen des westrussischen Alexandrowka bei Smolensk zum Dorfteich. ca. 200 von 300 behalten sie da – weil sie Roma sind.
Die Männer müssen Gruben ausheben. Die Frauen müssen sich ausziehen. Die deutschen Offiziere mustern die Körper der Frauen und entscheiden, wer leben darf und wer nicht. Lidija Krylowa soll sterben.
In der sechsten Folge von „Der Krieg und seine Opfer“ folgen wir der Kolchosbäuerin Lidija Krylowa durch ein nationalsozialistisches Massaker an Rom·nja in der Sowjetunion. Selten ist ein Fall so detailliert dokumentiert wie jener in Alexandrowka.

Sechste Folge: Nur weil sie Roma sind
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Viktor Schkurenko ist einer der reichsten Männer Sibiriens. Er sagt offen, dass er den Krieg für einen Fehler hält und lädt kritische Künstler zu seinen Firmenfeiern ein. Viele glauben, er habe mächtige Beschützer im Staatsapparat. Er sagt, er halte sich einfach an die Gesetze.
Das Journal Holod porträtiert den ungewöhnlichen Unternehmer aus Omsk.

https://www.dekoder.org/de/article/schkurenko-milliardaer-gegen-krieg
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Eine heroische Vergangenheit als Ersatz für eine strahlende Zukunft: Das Lukaschenko-Regime bastelt an einer ganz eigenen Erinnerungskultur für Belarus. Dazu gehören ein Personenkult um Alexander Lukaschenko und die Erzählung der gesamten Geschichte des Landes als die eines „Unionsstaates“ zusammen mit Russland.

Der Politikwissenschaftler Waleri Karbalewitsch analysiert die einzelnen Erzählstränge:

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-geschichtspolitik-lukaschenko-regime
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In jedem Krieg gibt es Tod und Zerstörung. Aber dieser Krieg fühlt sich wirklich wie ein Angriff auf die ukrainische Identität und ihre Geschichte an.


Die Fotojournalistin Nicole Tung hat über den Arabischen Frühling berichtet und aus Syrien. Das Besondere am Krieg in der Ukraine sei auch, wie Artillerie aus dem Zweiten Weltkrieg und modernste Drohnen gleichzeitig im Einsatz seien, sagt sie. In einem Frontlazarett hat Tung miterlebt, wie ein Soldat sein Bein verlor, weil er nicht rechtzeitig aus dem Kampfgebiet geborgen werden konnte:

https://www.dekoder.org/de/article/nicole-tung-fotografie-krieg-ukraine


Fotografin: Nicole Tung
www.nicoletung.com
Bildredaktion Andy Heller
www.andy-heller.de
Heute vor vier Jahren starb der belarussische Künstler Roman Bondarenko.
Eine Gruppe maskierter Männer hatte ihn am Tag zuvor in einem Hinterhof in Minsk zusammengeschlagen.

Bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt, weil die Behörden – im Gegensatz zu belarussischen Medien – angeblich keine Tatverdächtigen ausfindig machen konnten.
Für die Protestbewegung von 2020 wurde er zu einem wichtigen Symbol:

👉 https://www.dekoder.org/de/article/bondarenko-minsk-belarus-platz-des-wandels (aus unserem Archiv)
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Wir haben uns eingemischt. Wir mischen uns ein. Wir werden uns einmischen.

Das ist Margarita Simonjans provokante Antwort auf Vorwürfe, Russland verbreite über Staatsmedien auch im Westen Desinformation.

Die Chefin der staatlichen Medienholding Rossija Sewodnja und des Auslandssenders RT zelebriert bei jeder Gelegenheit ihre Verachtung für den Westen, den sie einst als Austauschschülerin in den USA kennenlernte.

Die steile Karriere der talentierten Nachwuchsjournalistin aus einfachem Hause begann vor 20 Jahren mit einer Lüge im staatlichen Auftrag.
Kein Einzelfall in Belarus:

Der Vater von Daniil, Marija und Wanja befindet sich in der belarussischen Strafkolonie IK-2 in Bobruisk. 15 Jahre hat er insgesamt vor sich. Weil er mit einer Gruppe in Verbindung gebracht wird, die regimekritische Street-Art-Proteste organisierte.

Doch nicht nur ihr Vater ist im Repressionssystem gefangen. Zusammen mit ihrer Mutter sind auch die drei Kinder ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten.
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In Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sind Waffen und Taktiken aus dem vergangenen Jahrhundert zeitgleich mit Technologien im Einsatz, die täglich weiter entwickelt werden.

Warum Artillerie und Schützengräben immer noch eine Rolle spielen, wie sich das Militär neueste Erfindungen zunutze machen kann und welche Lehren nach 1000 Tagen des russischen Angriffskrieges gezogen werden können, hat das ukrainische Portal Texty.org.ua zusammengefasst:

👉 https://www.dekoder.org/de/article/ukraine-krieg-militaertechnik-bilanz
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600 Tage lang Stille und Angst um Maria Kolesnikowa:
Nach mehr als anderthalb Jahren gibt es ein Lebenszeichen von der inhaftierten belarussischen Oppositionellen. Alexander Kolesnikow konnte seine Tochter diese Woche im Gefängniskrankenhaus für anderthalb Stunden besuchen.

Nach einer Welle von Begnadigungen im Vorfeld der ersten sogenannten Präsidentschaftswahlen nach 2020 hat Lukaschenko angedeutet, eventuell auch Kolesnikowa freizulassen.

Maria Kolesnikowa war eine der Frauen an der Spitze der Proteste im Jahr 2020. Im Zuge der darauffolgenden Repressionen wurde sie verschleppt, festgenommen und schließlich zu elf Jahren Haft verurteilt. Porträt einer der wichtigsten Oppositionellen in Belarus (aus unserem Archiv).
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Dieses Buch zu lesen, fällt schwer. Unerträglich schwer.


„Feuerdörfer“ erzählt die Geschichte der „verbrannten Dörfer“ in Belarus im Zweiten Weltkrieg.
Die Veröffentlichung des Buches stieß in der Sowjetunion zunächst auf Widerstand, nicht zuletzt wegen der drastischen Darstellung von Gewalt und Leid.
Dann löste es in der Leserschaft eine Welle der Erschütterung aus, wurde schließlich zum Schlüsseltext über die Verbrechen der Wehrmacht in Belarus.

Obwohl das Buch bereits seit 1975 in mehreren Sprachen erschien, wird die deutsche Übersetzung erst ein halbes Jahrhundert später möglich – nachdem frühere Veröffentlichungsversuche scheiterten.

Die Geschichte des Buches, der Wehrmachts-Verbrechen und ein Kapitel auf Deutsch im dekoder-Special:

👉 https://specials.dekoder.org/de/feuerdoerfer

PS: Am Montag, den 18.11., veranstaltet das Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin eine Buchpräsentation des frisch übersetzten Werkes. Mit dabei dekoder-Autorin Nina Weller.
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Mehr als 9.000 zerstörte Dörfer, mehr als 200 zerstörte Städte, mehr als 2 Millionen ausgelöschte Menschenleben:

Das Ausmaß und die Gewaltstrategie, mit der die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg über das sowjetische Belarus herzogen, sind hierzulande kaum bekannt.

Ein Beitrag über die „verbrannten Dörfer“ in Belarus im dekoder-Special „Feuerdörfer“:

👉 https://specials.dekoder.org/de/die-verbrannten-doerfer-von-belarus-1941-1944/

PS: Am Montag, den 18.11., veranstaltet das Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin eine Buchpräsentation des frisch übersetzten Werkes. Mit dabei dekoder-Autorin Nina Weller.
50 Jahre nach Veröffentlichung erscheint das belarussische Buch „Feuerdörfer“ über die NS-Verbrechen in Belarus erstmals auf Deutsch.
Für die belarussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch hatte das Buch einen großen Einfluss auf ihre eigenen Werke.

dekoder hat mit Alexijewitsch über ihre Erinnerungen an das Buch, den Autor Ales Adamowitsch – und über Leid und Schrecken in der Literatur gesprochen:

👉 https://specials.dekoder.org/de/wirst-du-versuchen-uber-das-leben-zu-sprechen-wie-es-ist/

PS: Am Montag, den 18.11., veranstaltet das Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin eine Buchpräsentation des frisch übersetzten Werkes. Mit dabei dekoder-Autorin Nina Weller.
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