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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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In der Nacht zum 30. Oktober 1937 erschoss die sowjetische Geheimpolizei zahlreiche belarussische Kulturschaffende und Intellektuelle. Warum geschah dies? Warum entwickelte sich gerade zu diesem Ereignis eine neue zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur? In einem Bystro gibt die Historikerin Iryna Kashtalian Antworten auf diese und andere Fragen. https://www.dekoder.org/de/article/nacht-der-erschossenen-dichter-belarus-terror-stalin
Wilson Center Blogpost: Richtig und frei – Waleri Panjuschkin darüber, was wir in Kriegszeiten bewahren können

Der Journalist Waleri Panjuschkin hat sein geliebtes Haus im Moskauer Umland verlassen und übergibt es dem Verfall. Die freundliche Nachbarschaft hatte sich gewandelt in eine Gemeinschaft von Menschen, die man lieber nichts fragt, weil man Angst vor der Antwort hat. Vermissen wird er vor allem das Haus, das Klavier und die Bücher, obwohl er sie wegen der Augen nicht mehr lesen kann. Mitnehmen wird er die Sprache, die russische Sprache, um sie zu retten davor, eine Sprache der Lüge zu bleiben, zu der sie mittlerweile geworden ist. Inspirieren tun ihn dazu Worte von Anna Achmatowa aus dem Jahr 1942 über die russische Sprache: „Und wir werden dich retten, russische Sprache, Großes russisches Wort.”

🟠 Russisches Original (vom vom 25.10.2022)

🟠 deutsche Übersetzung aus Google Translate

👉 Diesen und weitere Texte findet ihr in unseren aktuellen Leseempfehlungen.
Mediazona: Lass uns heiraten

Bleibt es bei der Mobilmachung in Russland bei den angekündigten 300.000 Soldaten? Mediazona schätzt, dass landesweit bereits knapp 500.000 Männer einberufen wurden, und stützt sich dabei auf Zahlen sprunghaft angestiegener Eheschließungen. Ähnlich wie die Übersterblichkeit oft zur Schätzung der tatsächlichen Covid-Tote herangezogen wurde, sieht das Daten-Team von Mediazona in den überdurchschnittlich häufigen Eheschließungen einen Indikator für die tatsächliche Zahl der Einberufenen von Ende September bis Mitte Oktober. Die „zusätzlichen“ Eheschließung in diesem Zeitraum seien auf Trauungen von Einberufenen zurückzuführen, da diese kurzfristig und ohne Wartezeit möglich sind, während im Normalfall Wartezeiten von einem Monat und länger gelten. 

🟠 russisches Original (vom 24.10.2022)

🟠 englische Version (gekürzt)

🟠 Übersetzung aus Google Translate
Carnegie Politika: Russlands neue Ziele im Krieg gegen die Ukraine

General Surowikin ist Russlands neuer Kommandeur im Krieg gegen die Ukraine, mit ihm haben sich auch ein weiteres Mal die russischen Kriegsziele geändert, analysiert Außenpolitikexperte Wladimir Frolow auf Carnegie Politika. Insbesondere wegen grober Fehleinschätzungen der eigenen Kräfte in Bezug auf die angestrebten Ziele (wie ein Regimewechsel in Kyjiw) habe Moskau von Februar bis September zahlreiche militärische Niederlagen erlitten. Inzwischen, so Frolow, sei die Einschätzung jedoch „geerdeter“ und realistischer: Russlands Ziel sei nun vor allem die „strategische Verteidigung“, die Haltung insbesondere des Landkorridors zur Krim, auch wenn dies zum Preis eines Rückzugs aus weniger wichtigen Gebieten sei.

🟠 russisches Original (vom 25.10.2022)

🟠 Übersetzung aus Google Translate

👉 Diesen und weitere Texte findet ihr in unseren aktuellen Leseempfehlungen.
Heute wird in Russland der sogenannte Tag der Einheit des Volkes gefeiert. In der offiziellen Rhetorik geht es dabei um drei große Motivstränge: die lange Tradition eines starken russischen Staates, die tapfere Verteidigung des Vaterlandes und die Sammlung des Volkes hinter einem starken politischen Herrscher. Historiker Martin Aust über geschichtspolitische Hintergründe des Feiertages und sein Sinnbild – das Denkmal an Minin und Posharski auf dem Roten Platz.
https://kremlin.dekoder.org/minin-und-posharski
Das Lenin-Mausoleum war lange Zeit das Sinnbild der Oktoberrevolution und das symbolische Zentrum der Sowjetunion. Nun wird es bei den Militärparaden verdeckt und in die Farben der russischen Nationalflagge eingehüllt. Ekaterina Makhotina über das fast einhundert Jahre alte Bauwerk und die Diskreditierung der Revolution, die sich heute zum 105. Mal jährt.
https://kremlin.dekoder.org/lenin-mausoleum
Minsk ist nur ein paar Autostunden von Warschau oder Vilnius entfernt. Doch für Belarussinnen und Belarussen, die dort im Exil leben, weil sie sich in ihrer Heimat bedroht fühlen, ist es unerreichbar. Die Künstlergruppe Heartbreaking Performance thematisiert das tiefe Gefühl von Heimweh in einer Fotoausstellung. dekoder zeigt eine Auswahl. https://www.dekoder.org/de/article/heartbreaking-performance-fotoausstellung-minsk-diaspora
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat das Verhältnis zum Nachbarland Belarus in seinen Grundfesten erschüttert – weil Belarus sich bereitwillig zum Durchgangshof für russische Truppen gemacht hat. Auch wenn es zuvor schon erste Risse gab, waren die Beziehungen der beiden Länder bis dahin über Jahrzehnte weitgehend konfliktfrei. Astrid Sahm über zwei Nachbarn, für die nichts so schnell wieder sein wird, wie es einmal war.
https://www.dekoder.org/de/gnose/beziehungen-belarus-ukraine-geschichte
Musik-Revolution auf Belarussisch: In den 1990er Jahren entwickelte sich in Belarus eine quicklebendige und kreative Musikszene, die nicht nur Einfluss auf die nationale Selbstfindung der Belarussen hatte, sondern auch zur kulturellen Speerspitze in der Rebellion gegen Lukaschenko wurde. In einem Special blicken wir auf diese Zeit, stellen Musiker, Bands und andere Protagonisten vor.
https://specials.dekoder.org/belarus-rock
Der russische Fotograf Max Sher lebt im Exil in Berlin. Er fotografiert den Westteil der Stadt und sein Blick wirkt erstaunlich postsowjetisch. Keine Nostalgie, wie er sagt, sondern Zeichen eines Übergangs im Leben – für ihn und für hunderttausende andere Menschen, die Russland verlassen haben. https://www.dekoder.org/de/article/max-sher-berlin-fotografie-nostalgie-expat
Die Befreiung Chersons ist für die Ukraine ein starkes Zeichen der Hoffnung. Wie wurde der Abzug der russischen Armee derweil in Russland aufgenommen? Hält das Narrativ der „militärischen Spezialoperation“, die angeblich nach Plan läuft, überhaupt noch? Oder kann Putin nun ins Wanken geraten? Yevgenia Albats im Gespräch mit dem Politanalysten Andrej Kolesnikow und dem Ethnologen Alexei Yurchak bei The New Times. https://www.dekoder.org/de/article/yurchak-kolesnikow-analyse-umbruch-rueckzug-cherson
Wladimir Makei, belarussischer Außenminister, der am Samstag unerwartet verstarb, war für den Westen zeitweise das Gesicht einer möglichen Öffnung des autoritären Systems Lukaschenko, dem er bis zuletzt diente. Alexander Klaskowski über eine widersprüchliche Persönlichkeit. https://www.dekoder.org/de/article/tod-eines-handlungsreisenden-makei-aussenminister-belarus
Sie war eine Dichterin so sprachmächtig wie Joseph Brodsky und eine Menschenrechtsaktivistin so unerschrocken wie Andrej Sacharow. Heute vor neun Jahren ist Natalja Gorbanewskaja in Paris verstorben: eine Frau, die im Samisdat schrieb, die 1968 protestierte, als es sonst kaum einer tat, die dafür in die Zwangspsychiatrie eingewiesen wurde und im Exil schließlich die Freiheit fand. Ein vielschichtiges Porträt von Susanne Schattenberg im dekoder-Special „Anders sein – Dissens in der Sowjetunion“.

👉 https://dissident.dekoder.org/natalja-gorbanewskaja
Back in the USSR: Seit zwei Jahren unterzieht Alexander Lukaschenko sein System einer Radikalisierung, die auch totalitäre Züge aufweist. Der Journalist Igor Lenkewitsch analysiert, inwieweit sich die Systemtransformation mit der sowjetischen Zeit vergleichen lässt. https://www.dekoder.org/de/article/belarus-bssr-gegenwart-analyse