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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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Als kompromissloser Kämpfer für ein unabhängiges Belarus ging Sjanon Pasnjak in die Geschichte ein. Zuletzt wurde der Ruf wieder lauter nach dem seit 1996 im Exil lebenden Lukaschenko-Gegner: „Die Niederschlagung der Proteste und die Ausweitung der massenhaften Repressionen haben ein Interesse an Radikalisierung in der Gesellschaft wachgerufen.“ Wer ist der charismatische Politiker?

Zur Gnose von Waleri Karbalewitsch:

https://www.dekoder.org/de/gnose/sjanon-pasnjak
Putins Koch, Kriegsverbrecher, Propagandist: Die Liste der Zuschreibungen für Prigoshin ist lang, schreibt dekoder-Redakteur Anton Himmelspach.

Auf seinen Kanälen brüstet er sich mit Wagner-Erfolgen, seit 2016 steht sein Name auf der US-Sanktionsliste. Lange waren Prigoshins Machenschaften undurchsichtig, schreibt Anton Himmelspach. Erst im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine wurde er zum öffentlichen politischen Akteur. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass seine Söldnergruppe massive Kriegsverbrechen verübte.

Wie sah der Aufstieg von Prigoshin aus?

Zur Gnose (aus dem Archiv):

https://www.dekoder.org/de/gnose/jewgeni-prigoshin-putins-koch
Leseempfehlung: Russland ist in einer tiefen Krise (The Spectator)

„Die bisher größte Herausforderung für Putins Herrschaft“, so nennt der Historiker Sergey Radchenko den von Wagner-Chef Prigoshin verkündeten Aufstand gegen die russische Militärführung. In The Spectator identifiziert er drei Schlüsselfaktoren und skizziert weitere Entwicklungspfade.

(1) Eine wichtige Rolle spiele sicher die ukrainische Gegenoffensive, die russische Truppen bindet. (2) Prigoshin hat womöglich geahnt, dass sich Putin im Konflikt Wagner vs. Verteidigungsministerium hinter seinen Verteidigungsminister stellen werde (seine Rolle war zuvor ambivalent). (3) Prigoshin kann womöglich auf Leute im Kreml zählen, die ihn unterstützen. 

In der gegenwärtigen unübersichtlichen Lage sieht Radchenko drei Richtungen der Entwicklung: (1) „Astreiner Putsch“: Prigoshin kommt nach Moskau, Putin wird abgesetzt oder stirbt. Unwahrscheinlich, aber nicht undenkbar. (2) „Bürgerkriegs-Szenario“: Prigoshin kann eine regionale Basis (wie aktuell Rostow) halten, was zu langwierigen Machtkämpfen führen kann. (3) „Kirow-Szenario“: Prigoshin wird gefangen genommen oder getötet. Womöglich folgen Erklärungen, Prigoshin sei ein CIA-Agent gewesen, sowie neue, brutale Repressionen. 
„Russland hat eine reiche Geschichte gescheiterter Umsturzversuche“, schreibt Radchenko: Der Zusammenbruch der UdSSR folgte kurz nach dem fehlgeschlagenen Augustputsch 1991, auf den gescheiterten Marsch auf Petrograd von General Kornilow 1917 folgte später der Russische Bürgerkrieg

englisches OriginalÜbersetzung aus Google Translate
Am Samstag, den 24. Juni, rollte die Militärkolonne von Prigoshin bereits in Richtung Moskau. Dann der plötzliche Wendepunkt: Der aufständische Wagner-Chef beorderte seine Söldner zurück zu ihren Stützpunkten. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Meduza-Journalist Andrej Perzew hat mit anonymen Informanten darüber gesprochen, wie der Kreml versucht hat, mit Prigoshin zu verhandeln und bietet einen Blick hinter die Kulissen.

Zur Leseempfehlung: https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
Von einer unglaublichen Rolle des belarussischen Machthabers bei der Rettung Russlands vor dem Chaos, sprechen die Pressedienste Lukaschenkos und Putins, schreibt Artyom Shraibman: „Diese Dienste sind allerdings nicht die zuverlässigsten Informationsquellen für diesen Krieg."

Lukaschenko habe zwar Verhandlungen mit dem aufständischen Wagner-Chef Prigoshin geführt. Seine Rolle sei jedoch eher eine technische gewesen. Warum er in der nahen Zukunft trotzdem als der Gewinner aus dem Wochenende hervorgehen wird, analysiert Shraibman für das Online-Medium Zerkalo.

https://www.dekoder.org/de/article/lukaschenko-der-lachende-dritte
Prigoshins „Marsch der Gerechtigkeit“ war kein Versuch, den Kreml zu übernehmen, schreibt Tatjana Stanowaja. Viel eher habe es sich um einen Akt der Verzweiflung gehandelt. Putin und dem Staat sei durch den Aufstand ein schwerer Schlag verpasst worden. Aber: Das Image sei für Putin immer zweitrangig gewesen.
dekoder hat die englischsprachige Einschätzung der Politikwissenschaftlerin von ihrem Twitter-Kanal übersetzt.

https://www.dekoder.org/de/article/prigoshin-aufstand-wagner-kreml
Als der Wagner-Chef Prigoshin am Morgen des 24. Juni das Militärhauptquartier in Rostow am Don unter seine Kontrolle brachte und im weiteren Verlauf des Tages mehrere hundert Kilometer gen Moskau vorrückte, hielten sich die russische Armee und die Geheimdienste im Land zurück.
Die Journalisten Andrej Soldatow und Irina Borogan analysieren für Meduza, woran das liegt – und was das zukünftig für Putins Regime bedeuten könnte.

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
Am 24. Juni brach Panik in der politischen Eliten Russlands aus. Wagner-Söldner besetzten die Millionenstadt Rostow am Don, Truppen setzten sich
gen Moskau in Bewegung. Prigoshins Aufstand war nur von kurzer Dauer, umso weitreichender scheinen seine Folgen zu sein. In einer Chronologie zeichnen wir die sich überschlagenden Ereignisse vom „Marsch der Gerechtigkeit“ nach – mit einem Blick auf die langfristigen Folgen des Wagner-Aufstands. 👇

https://specials.dekoder.org/prigoshin-aufstand-wagner-chronologie/
„Mich berührte die Flagge der EU zwischen all den ukrainischen Flaggen, was klar die Haltung der Ukrainer zeigt – und worüber Russland offensichtlich nicht froh ist. Deswegen setzen sie ihre Kriegsverbrechen in der Ukraine fort“, erzählt der ukrainische Fotograf Lesha Berezovskiy. Das Foto zeigt das Dom Kultury (Kulturhaus) in Derhatschi in der Oblast Charkiw. Wie hat sich die Fotografie von Lesha Berezovskiy im Laufe des Krieges verändert? Auf welche Weise versucht er, die Geschehnisse abzubilden? 👇

https://www.dekoder.org/de/article/lesha-berezovskiy-krieg-ukraine-bilder
Vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Sonja, so lautet sein Kampfname, im Kindergarten gearbeitet. Am Abend des 24. Februar entschied er sich, als einer von etwa 1.500 Belarussen an die Front zu gehen. Warum? „Na ja, warum wohl? Hier sterben Menschen, unter anderem auch durch unsere Schuld, und ich soll zu Hause sitzen?“. Als Kämpfer des Kalinouski-Regiments war er auch bei Bachmut im Einsatz. Im Interview mit Zerkalo spricht er über das Überleben an der Front, über Angst und Schicksal – und über seine Pläne für das Leben danach. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/sonja-kalinouski-regiment-bachmut-interview
Auf seinem Youtube-Kanal hatte der russische Oppositionspolitiker Ilja Jaschin über die Verbrechen der russischen Armee in Butscha gesprochen. Im Dezember 2022 wurde er für angebliche „Fake-Nachrichten“ über die russische Armee zu einer Haftstrafe verurteilt. Seinen heutigen 40. Geburtstag verbringt er im Gefängnis. Morvan Lallouet schreibt in einer Gnose über die politischen Anfänge Ilja Jaschins, seine Prinzipien und den Gerichtsprozess. „Als der Krieg begann, wusste ich sofort, was ich tun muss“, sagte Ilja Jaschin in seinem Schlusswort. Zur Gnose (aus dem Archiv) 👇

https://www.dekoder.org/de/gnose/ilja-jaschin
Momentan tagt ein Moskauer Gericht bezüglich einer Verlängerung der Untersuchungshaft von der Autorin Swetlana Petriichuk und der Regisseurin Jewgenija Berkowitsch. Sie wurden im Mai für ihr preisgekröntes Theaterstück wegen angeblicher „Rechtfertigung von Terrorismus“ angeklagt.

Ein Präzedenzfall im postsowjetischen Russland: Noch nie zuvor wurde Strafanzeige wegen einer Theaterproduktion erhoben. Bei früheren Anklagen im, zum Beispiel gegen Kirill Serebrennikow, wurden Wirtschaftsverbrechen o. ä. ins Feld geführt. Auf Open Democracy berichtet Mikhail Kaluzhsky über den Fall.

Worum geht es in dem Stück, das als eines der einflussreichsten feministischen Statements des russischen Theaters gilt – und dessen Inhalte von Experten der russischen Polizei und Staatsanwaltschaft als „Widerspruch zu Russlands männlicher Lebensweise” bezeichnet wurden?

Aus unseren aktuellen Leseempfehlungen 👇

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
Als „Anzeichen für zunehmende Spannungen im Umfeld des Kreml“ bezeichnete im April 2023 das amerikanische Institute for the Study of War die Gründung des „Klubs der zornigen Patrioten“. Wer steckt hinter der Vereinigung?

Igor Strelkow ist ehemaliger Geheimdienstler und Anführer der Separatisten im Osten der Ukraine. Als ein „professioneller Desinformationsspezialist“ hat er in den 1990er Jahren für den russischen Militärnachrichtendienst in Tschetschenien, Bosnien und Transnistrien gearbeitet, schreiben Clemens Günther und Konstantin Kaminskij.

Welche Ziele verfolgt er mit dem „Klub der zornigen Patrioten”? Und wie positioniert sich die Vereinigung zum Kreml?

https://www.dekoder.org/de/gnose/klub-der-zornigen-patrioten-girkin-strelkow
„Ihr wurdet gewarnt. Haut ab und schreibt nichts.“ Das riefen Angaben von Meduza zufolge die Angreifer, die die Journalistin Jelena Milaschina und den Anwalt Alexander Nemow krankenhausreif prügelten. Die Organisationen Memorial und das Team gegen Folter berichteten, der Journalistin und dem Anwalt seien Pistolen an den Kopf gehalten worden. Die Angreifer übergossen Jelena Milaschina mit einer grünen Farblösung – schon in der Vergangenheit wurden russische Oppositionelle zum Opfer solcher Farbattacken. Der Übergriff ereignete sich kurz nach Ankunft der Reporterin in Tschetschenien.

Dort sollte Milaschina über den Prozess gegen Sarema Mussajewa berichten: Die wurde 2022 von tschetschenischen Polizisten gewaltsam nach Grosny gebracht, nachdem ihre Söhne sich kritisch über Ramsan Kadyrow geäußert hatten. Das Gericht verurteilte sie zu fünfeinhalb Jahren Haft. Ihr Anwalt, Alexander Nemow, konnte laut Mediazona aufgrund des Überfalls nicht zur Urteilsverkündung kommen.

Jelena Milaschina ist eine renommierte Investigativ-Journalistin und Expertin für Tschetschenien, die regelmäßig Menschenrechtsverletzungen in der russischen Teilrepublik aufdeckte – etwa die Folter von Homosexuellen. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/lgbt-homosexuelle-tschetschenien-verhaftungen-folter
„In den Zellen brennt immer Licht. Aus den Lautsprechern ertönt regelmäßig die russische Hymne.“

Russland hat zahlreiche ukrainische Zivilisten festgenommen und in ein Gefängnis auf der Krim verschleppt. Auf Meduza berichten ehemalige Häftlinge von ihren Erfahrungen. Sie erzählen von Folter, Morddrohungen, Demütigungen – und von verzweifelten Akten des Widerstands. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/verschleppung-ukraine-zivilisten-folter
Sich einrichten in einem neuen Leben, das man so nie wollte – wie geht das?

Sabina Brilo sucht in ihrem Text für das belarussische Online-Magazin Kyky nach Antworten. Darauf, wie man mit all der Trauer umgeht über den Schrecken, der in Form massivster Repressionen das eigene Leben ereilte. Mit der Sehnsucht nach einem unfreiwillig zurückgelassenen Leben. Und mit dem zunehmenden Kummer, „weil eine Katastrophe droht“.

https://www.dekoder.org/de/article/brilo-essay-exil-heimat-reflektion
Der Putinismus in Russland setzt sich womöglich auch nach Putins Abgang fort. Für die Kontinuität des Regimes könnte Alexej Djumin sorgen, Gouverneur der Oblast Tula.

Djumin gehört zum engsten Zirkel des russischen Präsidenten. Er soll eine entscheidende Rolle in der Abwendung des Wagner-Aufstands gespielt haben. Zu Prigoshin pflegte er zumindest bis 2022 eine enge Bekanntschaft. Einige sehen in ihm den nächsten russischen Verteidigungsminister – oder gar einen möglichen Nachfolger Wladimir Putins.

https://www.dekoder.org/de/gnose/alexej-djumin
Viele Beobachter waren sich nach Prigoshins Aufstand einig: Putins Regime hat einen schweren Schlag abbekommen. Der russische Politikwissenschaftler Grigori Golossow sieht das anders: „Putin hat ein Problem, das ihm schon lange bewusst war, verhältnismäßig einfach gelöst – Prigoshin.“

Wie steht es nach der Wagner-Rebellion um Putins Ansehen in der russischen Gesellschaft? Und ist eine Zukunft als politischer Akteur für Prigoshin noch denkbar?

https://www.dekoder.org/de/article/prigoshin-aufstand-folgen-analyse-golossow
Das Großreich der Kyjiwer Rus war ein sprachlicher Melting Pot – und kein Vorläuferstaat für eine vermeintlich russische Welt, wie es die Propaganda des Kremls behauptet.

Das schreibt Jan Patrick Zeller in einer Gnose, in der er die Geschichte der russischen, ukrainischen und belarussischen Sprache beleuchtet.

https://www.dekoder.org/de/gnose/ostslawische-sprachen-geschichte-entwicklung
Eine Gesetzesänderung soll die russische Regierung von der Verpflichtung entbinden, neuropsychiatrische Heime unabhängig kontrollieren zu lassen. Davon berichtete Mediazona in der vergangenen Woche. Die renommierte russische Journalistin Jelena Kostjutschenko hat für eine Reportage selbst mehrere Wochen in einem dieser sogenannten „Internate“ verbracht. Darin kommt sie mit Patienten ins Gespräch – und versucht zu verstehen, was es bedeutet, als entmündigte Person zu leben.
(Archivtext)

https://www.dekoder.org/de/article/internat-psycho-neurologische-einrichtung-reportage