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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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Auf seinem Youtube-Kanal hatte der russische Oppositionspolitiker Ilja Jaschin über die Verbrechen der russischen Armee in Butscha gesprochen. Im Dezember 2022 wurde er für angebliche „Fake-Nachrichten“ über die russische Armee zu einer Haftstrafe verurteilt. Seinen heutigen 40. Geburtstag verbringt er im Gefängnis. Morvan Lallouet schreibt in einer Gnose über die politischen Anfänge Ilja Jaschins, seine Prinzipien und den Gerichtsprozess. „Als der Krieg begann, wusste ich sofort, was ich tun muss“, sagte Ilja Jaschin in seinem Schlusswort. Zur Gnose (aus dem Archiv) 👇

https://www.dekoder.org/de/gnose/ilja-jaschin
Momentan tagt ein Moskauer Gericht bezüglich einer Verlängerung der Untersuchungshaft von der Autorin Swetlana Petriichuk und der Regisseurin Jewgenija Berkowitsch. Sie wurden im Mai für ihr preisgekröntes Theaterstück wegen angeblicher „Rechtfertigung von Terrorismus“ angeklagt.

Ein Präzedenzfall im postsowjetischen Russland: Noch nie zuvor wurde Strafanzeige wegen einer Theaterproduktion erhoben. Bei früheren Anklagen im, zum Beispiel gegen Kirill Serebrennikow, wurden Wirtschaftsverbrechen o. ä. ins Feld geführt. Auf Open Democracy berichtet Mikhail Kaluzhsky über den Fall.

Worum geht es in dem Stück, das als eines der einflussreichsten feministischen Statements des russischen Theaters gilt – und dessen Inhalte von Experten der russischen Polizei und Staatsanwaltschaft als „Widerspruch zu Russlands männlicher Lebensweise” bezeichnet wurden?

Aus unseren aktuellen Leseempfehlungen 👇

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
Als „Anzeichen für zunehmende Spannungen im Umfeld des Kreml“ bezeichnete im April 2023 das amerikanische Institute for the Study of War die Gründung des „Klubs der zornigen Patrioten“. Wer steckt hinter der Vereinigung?

Igor Strelkow ist ehemaliger Geheimdienstler und Anführer der Separatisten im Osten der Ukraine. Als ein „professioneller Desinformationsspezialist“ hat er in den 1990er Jahren für den russischen Militärnachrichtendienst in Tschetschenien, Bosnien und Transnistrien gearbeitet, schreiben Clemens Günther und Konstantin Kaminskij.

Welche Ziele verfolgt er mit dem „Klub der zornigen Patrioten”? Und wie positioniert sich die Vereinigung zum Kreml?

https://www.dekoder.org/de/gnose/klub-der-zornigen-patrioten-girkin-strelkow
„Ihr wurdet gewarnt. Haut ab und schreibt nichts.“ Das riefen Angaben von Meduza zufolge die Angreifer, die die Journalistin Jelena Milaschina und den Anwalt Alexander Nemow krankenhausreif prügelten. Die Organisationen Memorial und das Team gegen Folter berichteten, der Journalistin und dem Anwalt seien Pistolen an den Kopf gehalten worden. Die Angreifer übergossen Jelena Milaschina mit einer grünen Farblösung – schon in der Vergangenheit wurden russische Oppositionelle zum Opfer solcher Farbattacken. Der Übergriff ereignete sich kurz nach Ankunft der Reporterin in Tschetschenien.

Dort sollte Milaschina über den Prozess gegen Sarema Mussajewa berichten: Die wurde 2022 von tschetschenischen Polizisten gewaltsam nach Grosny gebracht, nachdem ihre Söhne sich kritisch über Ramsan Kadyrow geäußert hatten. Das Gericht verurteilte sie zu fünfeinhalb Jahren Haft. Ihr Anwalt, Alexander Nemow, konnte laut Mediazona aufgrund des Überfalls nicht zur Urteilsverkündung kommen.

Jelena Milaschina ist eine renommierte Investigativ-Journalistin und Expertin für Tschetschenien, die regelmäßig Menschenrechtsverletzungen in der russischen Teilrepublik aufdeckte – etwa die Folter von Homosexuellen. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/lgbt-homosexuelle-tschetschenien-verhaftungen-folter
„In den Zellen brennt immer Licht. Aus den Lautsprechern ertönt regelmäßig die russische Hymne.“

Russland hat zahlreiche ukrainische Zivilisten festgenommen und in ein Gefängnis auf der Krim verschleppt. Auf Meduza berichten ehemalige Häftlinge von ihren Erfahrungen. Sie erzählen von Folter, Morddrohungen, Demütigungen – und von verzweifelten Akten des Widerstands. 👇

https://www.dekoder.org/de/article/verschleppung-ukraine-zivilisten-folter
Sich einrichten in einem neuen Leben, das man so nie wollte – wie geht das?

Sabina Brilo sucht in ihrem Text für das belarussische Online-Magazin Kyky nach Antworten. Darauf, wie man mit all der Trauer umgeht über den Schrecken, der in Form massivster Repressionen das eigene Leben ereilte. Mit der Sehnsucht nach einem unfreiwillig zurückgelassenen Leben. Und mit dem zunehmenden Kummer, „weil eine Katastrophe droht“.

https://www.dekoder.org/de/article/brilo-essay-exil-heimat-reflektion
Der Putinismus in Russland setzt sich womöglich auch nach Putins Abgang fort. Für die Kontinuität des Regimes könnte Alexej Djumin sorgen, Gouverneur der Oblast Tula.

Djumin gehört zum engsten Zirkel des russischen Präsidenten. Er soll eine entscheidende Rolle in der Abwendung des Wagner-Aufstands gespielt haben. Zu Prigoshin pflegte er zumindest bis 2022 eine enge Bekanntschaft. Einige sehen in ihm den nächsten russischen Verteidigungsminister – oder gar einen möglichen Nachfolger Wladimir Putins.

https://www.dekoder.org/de/gnose/alexej-djumin
Viele Beobachter waren sich nach Prigoshins Aufstand einig: Putins Regime hat einen schweren Schlag abbekommen. Der russische Politikwissenschaftler Grigori Golossow sieht das anders: „Putin hat ein Problem, das ihm schon lange bewusst war, verhältnismäßig einfach gelöst – Prigoshin.“

Wie steht es nach der Wagner-Rebellion um Putins Ansehen in der russischen Gesellschaft? Und ist eine Zukunft als politischer Akteur für Prigoshin noch denkbar?

https://www.dekoder.org/de/article/prigoshin-aufstand-folgen-analyse-golossow
Das Großreich der Kyjiwer Rus war ein sprachlicher Melting Pot – und kein Vorläuferstaat für eine vermeintlich russische Welt, wie es die Propaganda des Kremls behauptet.

Das schreibt Jan Patrick Zeller in einer Gnose, in der er die Geschichte der russischen, ukrainischen und belarussischen Sprache beleuchtet.

https://www.dekoder.org/de/gnose/ostslawische-sprachen-geschichte-entwicklung
Eine Gesetzesänderung soll die russische Regierung von der Verpflichtung entbinden, neuropsychiatrische Heime unabhängig kontrollieren zu lassen. Davon berichtete Mediazona in der vergangenen Woche. Die renommierte russische Journalistin Jelena Kostjutschenko hat für eine Reportage selbst mehrere Wochen in einem dieser sogenannten „Internate“ verbracht. Darin kommt sie mit Patienten ins Gespräch – und versucht zu verstehen, was es bedeutet, als entmündigte Person zu leben.
(Archivtext)

https://www.dekoder.org/de/article/internat-psycho-neurologische-einrichtung-reportage
Russische Raketen schlugen in den vergangenen Nächten in Odessa ein. Sie zerstörten die historische Kathedrale, Museen und Wohngebäude.

Die Geschichte der Stadt ist geprägt von zahlreichen Wiederaufbauten, schreibt der Historiker Boris Belge. Und von Einwohnern, die sich ihre kulturelle Eigenständigkeit nie haben nehmen lassen.

https://www.dekoder.org/de/gnose/odessa-hafenstadt-ukraine
Am 25. Juli 1980 ist Wladimir Wyssozki im Alter von nur 42 Jahren verstorben. Wyssozki stieg schon zu Lebzeiten zur Kultfigur auf – obwohl die Sowjetmacht es ihm nicht einfach machte. Tonbandkopien seiner Aufnahmen verbreiteten sich bis nach Sibirien, seine Texte wurden von Hand zu Hand gereicht und seine Lieder in Hinterhöfen und Wohnungen gesungen.

Über das Gesamtkunstwerk des Dichters, Sängers und Schauspielers schreibt Heinrich Pfandl in einer Gnose.

https://www.dekoder.org/de/gnose/wladimir-wyssozki
Geld- oder Freiheitsstrafen für den Besitz von Büchern: Das wird für diejenigen in Belarus Realität, die als „extremistisch“ gebrandmarkte Werke besitzen.

Die Machthaber um Lukaschenko führen eine entsprechende Liste „extremistischer Materialien“. Das Online-Medium Mediazona Belarus stellt betroffene Schriftsteller
und ihre Bücher vor.

https://www.dekoder.org/de/article/verboten-belarus-literatur-autoren
Ungeahnte Einkommensperspektiven für Angehörige gefallener Soldaten:
Putin hat ein System geschaffen, das den Tod nicht nur glorifiziert und heroisiert – sondern ihn auch rein wirtschaftlich als gute Wahl erscheinen lässt, schreibt der Ökonom Wladislaw Inosemzew.

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-soldaten-besoldung-entschaedigung
Brendan Hoffman hat seine Werke international ausgestellt und veröffentlicht als Dokumentarfotograf regelmäßig Beiträge in Medien wie der New York Times oder National Geographic. Er lebt und arbeitet in Kyjiw. Jetzt, fast anderthalb Jahre nach Beginn der russischen Invasion, stellt er sich immer wieder schwierige Fragen.

Er sagt: „Wir müssen versuchen, ehrlich zu zeigen, wie der Krieg ist” – und zwar nicht nur für die Soldaten an der Front oder die Opfer eines Raketenangriffs, sondern für all die Millionen von Menschen, die ihn durchleben. Die Fotos sollten die hässliche Realität zeigen, sagt er: auch, um sie als historische Dokumente zu erhalten. „Aber man sollte sehr genau darüber nachdenken, wie sie gesehen werden.”

https://www.dekoder.org/de/article/fotografie-ukraine-krieg-brendan-hoffman

Bildredaktion: Andy Heller
Foto: Brendan Hoffman
Am 30. Juli 1937 trat Stalins Terrorherrschaft in seine grausamste Phase. Der Befehl „Über die Operation zur Repression ehemaliger Kulaken, Krimineller und anderer antisowjetischer Elemente“ wurde offiziell. Und er besiegelte das Schicksal Hunderttausender von Menschen, die Verhaftungs- oder Exekutionsbefehle ereilten: Insgesamt wurden zwischen 1936 und 1938 rund 1,6 Millionen Menschen verhaftet, knapp die Hälfte davon ermordet.

In unserem Bystro #6 beantwortet der Memorial-Mitarbeiter Sergej Bondarenko die wichtigsten Fragen: Wie reagierte die Gesellschaft auf den Terror? Wieso gerade 1937? Gab es wirklich millionenfache Denunziationen?

https://www.dekoder.org/de/article/bystro-grosser-terror-1937-stalin

(Archiv)
Ales Pushkin, einer der mutigsten und prägendsten Künstler der letzten Jahrzehnte in Belarus, ist am 11. Juli als politischer Häftling verstorben. Mit den Geschichten, die sich in seinem Leben ereigneten, könnte man wohl ein Buch füllen. Das schreiben Smizer Pankawez und Wassil Harbazjuk in ihrem Nachruf.

Woher brachte Pushkin den Mut auf, sich immer wieder mit den belarussischen Machthabern anzulegen? Und wie wurde er zu einem der bedeutendsten Aktivisten seiner Generation?

https://www.dekoder.org/de/article/ales-puschkin-kuenstler-belarus-haft-tod
Wladimir Kara-Mursa bleibt zu 25 Jahren Haft verurteilt, seine Berufung wurde gestern von einem Gericht abgelehnt. Verurteilt wurde er für angebliche „Falschinformationen“ über die russische Armee, für die Mitwirkung bei einer „unerwünschten Organisation“ und für angeblichen „Hochverrat“.

In seinem Schlusswort vor Gericht im April dieses Jahres sagte er: „Sogar heute, sogar in der uns umgebenden Finsternis, sogar hier im Käfig sitzend – ich liebe mein Land und glaube an unsere Menschen.“

https://www.dekoder.org/de/article/zitat-kara-mursa-schlusswort-urteil-gericht
In seinem neuesten Musikvideo vermittelt der russische Sänger Shaman Mitgefühl für die russischen Täter im Angriffskrieg gegen die Ukraine, und für die im Krieg zerstörten Städte. Erstere sind für letzteres verantwortlich, mit beidem soll man mitfühlen – müsste da nicht eine kognitive Dissonanz entstehen?

Alexander Baunow fasst die dahinterstehende propagandistische Welterklärung so zusammen: „Wir Slawen haben unter einem Krieg zu leiden, der in unsere russischen, slawischen Lande ein weiteres Mal durch fremde, feindliche Mächte getragen wurde.“

https://www.dekoder.org/de/article/shaman-kampf-propaganda-popmusik
🤯1
Die Arbeitslosigkeit in Russland befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Auf den ersten Blick könnte man meinen, eine Krise gibt es nicht.

Statistik in Russland ist die eine Sache. Die andere: Tatsächlich fehlt es fast überall an Arbeitskräften. Durch Mobilisierung und Flucht wurden dem russischen Arbeitsmarkt mehr als eine Million Menschen entzogen. Das könnte weitreichende Folgen für die russische Gesellschaft haben.

Zu dieser Einschätzung kommt das Onlinemedium istories.

https://www.dekoder.org/de/article/arbeitslosigkeit-arbeitskraeftemangel-wirtschaft-realeinkommen