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Medien und Kompetenz Russland, Belarus und zum Krieg in der Ukraine - ohne Paywall

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„An den Hauswänden russischer Städte ist ein kreativer Kampf entbrannt.”

Protest in Russland ist leise geworden – und klein.
Wer nicht genau hinschaut und die Codes nicht versteht, könnte sogar meinen, er sei verschwunden.

Dabei kämpfen Künstlerinnen und Künstler, Dissidentinnen und Dissidenten auf der Straße und an Hauswänden täglich gegen die Propaganda des Regimes.
Gleichzeitig greifen auch Staat und Unterstützer immer stärker in den öffentlichen Raum ein, um ihre Propaganda zu verbreiten.

Wie es aussieht, wenn Z-Patriotismus auf Antikriegsguerilla trifft, Putztrupps auf Widerstand, Dogmatismus auf Subversion:
Ein dekoder-Special über russische Antikriegs-Straßenkunst.

https://specials.dekoder.org/de/streetart/
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Drei tanzende Ballerinen, darunter noch einmal fünf.
Auf den ersten Blick ein harmloses Plakat, irgendwo in Russland.

Doch wer die Zeichen deuten kann, weiß:
Der Verweis auf Schwanensee steht für Hoffnung auf das Ende des gegenwärtigen Regimes, die Anordnung der Tänzerinnen ist ein verschlüsseltes Statement gegen den russischen Krieg.

Die Kulturwissenschaftlerin Muriel Fischer hat für dekoder künstlerische Kritik am Krieg, stillen Streik und (fast) versteckte Proteste im öffentlichen Raum Russlands entschlüsselt, les- und sichtbar gemacht:

https://specials.dekoder.org/de/streetart/zukunft-abgebrannt/
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„Bevor ich begann, den Elefanten zu bauen, malte ich lachende Sonnen an Hauswände, aber sie wurden nicht abgewaschen, deshalb musste ich jedes Mal eine neue Wand finden.“

Der belarussische Schriftsteller Adam Hlobus gilt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten der belarussischen Kultur, als experimentierfreudiger Künstler, als thematischer Wegbereiter der Erotik in der belarussischen Literatur.

In seiner autobiografischen Kurzgeschichte „Der Elefant“ aus dem Jahr 1985 erzählt Hlobus vom Hunger der sowjetischen Jugend nach Freiheit und Nonkonformismus.
In unserem Literatur-Special lest ihr die Kurzgeschichte erstmals auf Deutsch übersetzt:

https://specials.dekoder.org/de/belarus-literatur/hlobus-elefant/
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Wer ist schuld daran, dass in Russland alles so gekommen ist, wie es gekommen ist?

Hat Putin ein Land auf dem Weg zur Demokratie ruiniert? Oder war nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von Demokratisierung nie die Rede?
Wer hat wann die Weichen in Richtung Korruption, Manipulation und Autoritarismus gestellt?

In seinem letzten programmatischen Essay aus dem Straflager hatte Nawalny im vergangenen Sommer Jelzin und die Oligarchen der 90er Jahre dafür verantwortlich gemacht.

Mit der Videoserie “Die Verräter” haben Nawalnys Anhänger sein Argument nun weitergeführt – und eine heftige Debatte unter Regimegegnern ausgelöst.
dekoder bringt eine Auswahl der Stimmen:

https://www.dekoder.org/de/article/debattenschau-jelzin-oligarchen-1990er-serie-fbk
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Krisen, Kriege und zunehmender Autoritarismus:
Auch in Russland und Belarus hat die Pressefreiheit im vergangenen Jahr darunter gelitten
– das zeigt die diesjährige Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen.

Seit Beginn der vollumfänglichen Invasion in die Ukraine unterdrückt Russland noch härter die unabhängige Berichterstattung, auch in Belarus kämpft der Journalismus seit Jahren ums Überleben, viele Medien sind längst im Exil.

👉https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/rangliste-2024
Um Debatten und Diskussionen aus autoritären Staaten hörbar zu machen, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Journalismus und Hintergründe aus Russland und Belarus zu übersetzen, einzuordnen und zu erklären.

Damit das so bleibt, brauchen wir auch eure Hilfe:
Werde jetzt Klubmitglied - und unterstütze unabhängigen Journalismus mit deiner regelmäßigen Spende!

👉https://www.dekoder.org/de/klub
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Leseempfehlung zum Tag der Pressefreiheit:

Aus aktuellem Anlass beschäftigt sich das Online-Medium Pozirk mit der Lage des Zeitungsmarktes in Belarus, der gerade in der Region auch immer eine Stütze des unabhängigen Journalismus war.
👉https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen

➡️Die Zahl der Zeitungen ist insgesamt deutlich zurückgegangen, zwischen 2019 und 2023 um 21 Prozent.
Aktuell sind also 199 staatliche und 168 nichtstaatliche Zeitungen registriert.

➡️Dass es fast so viele nichtstaatliche wie staatliche Zeitungen gibt, sei keine klare Bestätigung dafür, dass es in Belarus Meinungsfreiheit gebe:
„Der Punkt ist, dass unter den nichtstaatlichen Publikationen auf dem Markt nur noch die Unverfänglichen übriggeblieben sind.“

Denn: Seit den Protesten von 2020 gehen die Machthaber mit scharfen Repressionen gegen Journalisten und Medien vor, unabhängiger Journalismus in Belarus ist eigentlich nicht mehr möglich, viele Medien wurden ins Exil getrieben.

➡️Der Rückgang der unabhängigen Blätter sei dabei auch nicht allein mit der Überalterung der Leserschaft zu begründen, so Pozirk. Er sei auch politisch motiviert.
Weil die Unabhängigen einen guten Stand in der Provinz hatten versucht der Staat sie loszuwerden, für die eigene Propaganda.

Viktor Martschuk, Chefredakteur der Brestskaja Gaseta, bestätigt diese These:
Im Gegensatz zu vielen staatlichen Zeitungen sei seine Zeitung sehr profitabel gewesen, dennoch verweigerten die Druckereien die Zusammenarbeit.

❗️Fazit: Die Machthaber gehen gegen weiterhin so drastisch gegen Medien sowie gegen die digitale Weiterleitung von unabhängigen Informationen vor, um letztlich die Leser, die an guten Journalismus gewöhnt seien, zu bekämpfen und der Staatspropaganda die Dominanz zu sichern.
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Kommunikationsguerilla: Mit Markern, Spraydosen und Aufklebern erobern Kriegsgegner in Russland die Straßen zurück.
Sie stellen die Symbolik der Regimepropaganda auf den Kopf, verfremden und verzerren sie.

Über Russlands Partisanen der Zeichen und ihre Protestform, die sich zwar nicht ans Regime wendet, die Machthaber aber trotzdem als Gegenspieler auf der Straße herausfordert:

https://specials.dekoder.org/de/streetart/zeichenpartisanen/
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Belarussische Medien und Journalisten haben rund 40.000 geleakte Nachrichten an den KGB in Belarus gesichtet – und dabei tausende Denunziationen aufgedeckt:
Nachrichten, mit denen Menschen ihre Nachbarn, Kollegen oder sogar Ex-Partner an den KGB verraten.

Auch Menschen aus Russland und der EU wenden sich scheinbar mit Vorwürfen, Verdächtigungen und Handlungsaufforderungen an den belarussischen Geheimdienst.
Das Online-Medium Reform hat sich einige Denunziationen genauer angeschaut:

https://www.dekoder.org/de/article/kgb-papers-belarus-cyberpartisanen
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„Zivilreligion“ und Ankerpunkt offizieller Geschichtspolitik:

Der Tag des Sieges am 9. Mai dient längst der Legitimierung des politischen Regimes in Russland – und des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Warum und wie, das erklärt der Politologe Sergej Medwedew:

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-9-mai-tag-sieges (aus unserem Archiv)

Außerdem:
In unserem Special könnt ihr die Inszenierungen auf dem Roten Platz von 2021 beinah hautnah verfolgen
– begleitet von Erklärungen und Einordnungen einzelner Paraden, Veranstaltungen und Elemente:

https://kremlin.dekoder.org/roter-platz (aus unserem Archiv)
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„Putin hält eine Rede über den end­losen Krieg [...] Von der Tribüne aus be­o­bach­ten es Staats­ober­häupter, deren ge­mein­sa­mer Nenner die völlige Gleich­gültig­keit gegen­über den eigenen Bürgern ist“

– Ein Resümee zum diesjährigen Tag des Sieges in Moskau in der Novaya Gazeta Europe.
Hier geht's zur Lese­empfeh­lung:

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
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Kommenden Mittwoch geht es im Dokumentationszentrum Flucht Vertreibung Versöhnung in Berlin um Alltag, Gewalt und Widerstand von Frauen in Belarus, die aus politischen Gründen inhaftiert sind.

Mit dabei: Unser Belarus-Experte Ingo Petz.
Kommt vorbei!

https://www.flucht-vertreibung-versoehnung.de/de/veranstaltung/gespraech-mit-lesung-wenn-du-durch-die-hoelle-gehst-zeugnisse-inhaftierter-frauen
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„Immer dann, wenn das politische System in Gefahr war, versuchte die Regierung, den Zorn und die Unzufriedenheit der Massen auf die jüdische Gemeinschaft zu lenken“.

Eine Gnose von Jakob Stürmann über Judenfeindlichkeit, Antisemitismus und antijüdische Propaganda in der Sowjetunion.

https://www.dekoder.org/de/gnose/antisemitismus-sowjetunion
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Sprache ist sowohl in der Ukraine als auch in Belarus eines der meistdiskutierten Themen:
Denn das Belarussische steht nach wie vor im Schatten des Russischen, in der Ukraine wenden sich mit dem russischen Angriffskrieg viele verstärkt dem Ukrainischen zu.

Ein belarussischer Linguist und eine ukrainische Linguistin im Interview über ihre jeweiligen Muttersprachen, die Dominanz des Russischen und die Unterschiede im Sprachgebrauch:

https://www.dekoder.org/de/article/ukrainisch-belarussisch-staatssprache-entwicklung
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Putin will einen optimierten Krieg:

Eine seiner ersten Amtshandlungen in der mittlerweile fünften Amtszeit als Präsident ist ein Personalwechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums.

Die Politikwissenschaftlerin Tatjana Stanowaja analysiert: Putin beruhigt damit nicht nur Streitigkeiten zwischen dem Ministerium und der Rüstungsindustrie – er startet auch ein Experiment, in dessen Mittelpunkt Andrej Beloussow als neuer Verteidigungsminister und die Effizienzsteigerung im Krieg stehen.

Eine Leseempfehlung aus der dekoder-Redaktion:

https://www.dekoder.org/de/article/krieg-ukraine-aktuelle-leseempfehlungen
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Kino, Netflix, dekoder: Von den Verbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg gibt es auch 79 Jahre nach Kriegsende immer noch mehr als genug zu erzählen.
Unsere Doku-Reihe „Der Krieg und seine Opfer“ widmet sich deshalb lange vernachlässigten Geschichten sowjetischer Menschen im Nationalsozialismus.

Wer über die einzelnen Folgen hinaus mehr über die Themen und Protagonist*innen erfahren möchte, findet weitere Informationen in Mini-Stories und Kontextbeiträgen auf Instagram @derkriegundseineopfer.

Jetzt folgen und nichts verpassen!

https://www.instagram.com/derkriegundseineopfer/
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Die 1994 in Ulm geborene Fotografin Nanna Heitmann arbeitet seit 2018 in Russland – auch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Denn:

„Russland ist für die zeitgenössische Geschichte zu zentral, um es zu ignorieren und ich empfinde es als sehr wichtig, weiter die Stimmung und Ereignisse im Land zu dokumentieren, gerade weil so wenige Fotojournalisten noch weiter vor Ort sind.“

Ab dem 23. Mai 2024 zeigt das LWL-Museum Heinrichshütte in Hattingen die Ausstellung «Krieg und Frieden».
dekoder veröffentlicht eine Auswahl der Bilder schon jetzt:

https://www.dekoder.org/de/article/nanna-heitmann-krieg-frieden

Fotos: Nanna Heitmann
Bildredaktion: Andy Heller
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Heute vor 103 Jahren wurde Andrej Sacharow geboren.
Unter Stalin war er maßgeblich an der Entwicklung der Wasserstoffbombe beteiligt, später setzte er sich aber unermüdlich für Abrüstung und Menschenrechte ein.

Mehr über den Physiker und andere Dissident*innen in der Sowjetunion:

https://dissident.dekoder.org/andrej-sacharow/
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Alternative Wahlen für Belarus: Die belarussische Opposition im Exil will die Arbeit der demokratischen Bewegung weiter institutionalisieren. Ein wichtiger Schritt ist der geplante Umbau des Koordinationsrats in eine Art Proto-Parlament. Dazu finden vom 25. bis 27. Mai Wahlen statt, bei denen Belarussen aus dem Aus- und Inland per App abstimmen können. Alexander Klaskowski hat sich die Wahlprogramme angeschaut und analysiert die Herausforderungen, vor denen das Gremium steht.
https://www.dekoder.org/de/article/koordinationsrat-belarussische-opposition-wahlen-analyse
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